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Tesla plant angeblich abgespecktes Model Y für 4.000 Euro weniger

Versprochene "erschwinglichere" Modelle mit gleichen Antrieben und Akkus, aber weniger Ausstattung?

Tesla Model Y (2025) mit geöffneter Heckklappe
Bild von: Tesla

Tesla hat ein veritables Problem. Nein, nicht die politischen Irrungen und Wirrungen des Chefs sind gemeint, sondern die große Abhängigkeit von nur einem Modell, dem Bestseller Model Y. Das zeigt sich besonders jetzt, da die alte Version weg und die neue noch nicht richtig angelaufen ist. Die Folge: Die Absatzzahlen brechen weltweit ein, und zwar nicht nur beim Model Y, sondern bei Tesla insgesamt.  

Und was, wenn auch das neue Model Y nicht gut ankommt? Angeblich plant Elon Musk für diesen Fall eine abgespeckte Version, die rund 4.000 Euro günstiger sein soll. Dabei beginnt die Tesla-Preisliste beim Model Y ohnehin schon unter 45.000 Euro und damit ziemlich niedrig für ein Mittelklasseauto.

Bereits vor einiger Zeit hat Tesla "erschwinglichere" Versionen seines Model 3 und Model Y angekündigt. Vor einem Jahr hieß es, sie sollten Anfang 2025 starten, im Januar wurden sie für das laufende Jahr versprochen. Diese sollen die Mittelklasse-Plattform nutzen, auf der Model 3 und Y basieren, und die Autos sollen auf den existierenden Produktionslinien gebaut werden. Was genau dahintersteckt, ist jedoch bislang unbekannt. Die chinesische Website 36kr.com berichtet nun über Details und beruft sich dabei auf Tesla-Insider.

Geplant sei eine günstigere Version des Model Y, ohne große Abstriche bei Batterie, Antrieb und Fahrwerk, aber mit reduzierter Ausstattung. In Mexiko wurde bereits im vergangenen Sommer eine abgespeckte Version des Model 3 eingeführt, das als Vorbild dienen könnte.

Die mexikanische Basisversion kann man sich im Konfigurator ansehen. Sie hat graue Stoffsitze, während man sonst zwischen veganem Leder in Weiß und Schwarz wählen kann. Außerdem fehlen der Monitor für die Fondpassagiere sowie Lenkrad- und Sitzheizung, das Ambientelicht leuchtet stets weiß statt in einstellbarer Farbe und Akustikglas wird nur mehr vorne verbaut. Damit spart man laut Electrek 4.000 Dollar (oder etwa denselben Betrag in Euro) gegenüber dem nicht-abgespeckten US-Modell.

Der Zeitpunkt der Markteinführung soll von der Auftragslage für das Model Y Facelift abhängen: Wenn die Bestellungen nicht die Erwartungen erfüllen, werde Tesla das abgespeckte Modell in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres auf den Markt bringen, so 36kr.com.

Hintergrund der Pläne ist laut Electrek die schwache Auslastung der Tesla-Gigafactories. Diese habe Elon Musk bewogen, die geplanten Fahrzeuge auf einer neuen Plattform (das "Model 2") nicht zu bringen, und stattdessen die bestehenden Produktionslinien besser auszulasten. Das soll durch die abgespeckten Modelle auf Basis der Model-3/Y-Plattform gelingen.  

Zunächst ist das abgespeckte Model Y nur für China geplant, doch Electrek erwartet, dass das Fahrzeug weltweit startet. Denn auch die Produktionslinien in den USA und Deutschland seien nicht ausgelastet. Allerdings ist zu erwarten, dass die Verkaufszahlen durch die neuen Versionen nicht allzu stark steigen; stattdessen sei ein Kannibalisierungseffekt zu befürchten. Das könnte erklären, warum Tesla mit der Markteinführung noch etwas wartet. Zunächst will man wohl das normale Model Y zum jetzigen Preis verkaufen.


Update nach Fertigstellung des Artikels: Eine Meldung zum Model Y bei Reuters stützt das oben Berichtete großenteils. Danach bestätigten drei Insider, es sei eine günstigere Version des Model Y für China geplant. Sie soll jedoch mindestens 20 Prozent günstiger sein, was mehr wäre als die 4.000 Euro. Die neue Variante soll das interne Kürzel E41 tragen und ab 2026 in Shanghai gebaut werden, schreibt die Nachrichtenagentur.   

Unter dem Strich

Tesla hat in den letzten zehn Jahren viel für die Elektromobilität getan, und das weltweit. Noch immer gehören das Model 3 und das Model Y zu den reichweitenstärksten Modellen unter 50.000 Euro. Viel Reichweite zu niedrigen Preisen, das ist die Stärke der Marke. Aber allmählich mehren sich die Minuspunkte. Die Konkurrenz wird besser, während Tesla technisch zurückfällt. So gibt es keine Perspektive für ein 800-Volt-Auto (wenn man vom reinen US-Modell Cybertruck und dem Semi absieht).

Das alles wird auch Elon Musk wissen. Er setzt offenbar primär auf das autonom fahrende Cybercab. Bis das Konzept Geld einbringt, können aber noch einige Jahre vergehen. Bis dahin setzt Musk auf alte Stärken: Unwesentliches an den Autos streichen, um den Preis zu senken. Auf veganes Leder und den Fond-Monitor kann man wohl wirklich verzichten, aber ob man im kalten Deutschland die Sitzheizung entbehren kann? Nun ja, bisher ist all das noch ein Gerücht. Aber plausibel ist es ...