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Kann man mit einem Elektroauto Geld sparen?

ADAC vergleicht Gesamtkosten von Elektroautos und Verbrennern

Mini John Cooper Works Aceman (2025) beim Laden
Bild von: Mini

Dass Elektroautos in aller Regel mehr kosten als Verbrenner, wissen Sie. Aber wie steht es, wenn man die Gesamtkosten betrachtet? Das hat nun der ADAC untersucht. Wie nicht anders zu erwarten, kommt der Automobilclub zu differenzierten Ergebnissen.

Trotz leicht sinkender Kaufpreise schneiden Elektroautos auch bei den Gesamtkosten häufig schlechter ab als vergleichbare Verbrenner-Modelle. Hauptgrund ist der höhere Wertverlust durch die höheren Anschaffungskosten. Denn dieser ist der mit Abstand größte Kostenfaktor. Auch gestiegene Ladepreise an öffentlichen Säulen und die aktuell moderaten Spritpreise sorgen dafür, dass Verbrenner meist günstiger unterwegs sind, so der ADAC. Bei Klein- und Kleinstwagen fehlen noch konkurrenzfähige Elektromodelle, befindet der Club.

Ab der unteren Mittelklasse jedoch, also der Kompakt- oder Golf-Klasse, gibt es durchaus E-Fahrzeuge mit geringeren Kosten im Vergleich zu den Verbrenner-Pendants. Denn sobald die Anschaffungskosten auf dem Niveau des Verbrenners liegen, gewinnt im Regelfall das Elektroauto. Beispiele führt der Club in der folgenden Tabelle auf:

Bild von: ADAC e. V.

Ein entscheidender Faktor bei Elektrofahrzeugen sind die Ladekosten, die je nach Stromquelle stark variieren. Deshalb hat der ADAC vier Szenarien durchgerechnet – von der PV-Anlage zuhause (18 Cent/kWh) bis hin zur reinen Nutzung öffentlicher Ladeinfrastruktur (60 Cent/kWh). Das Ergebnis: Bei teurem Strom sind E-Autos kaum konkurrenzfähig. Nur bei 16 Prozent der Modellvergleiche ist der Stromer günstiger als Diesel oder Benziner. Legt man die günstigen 18 Cent zugrunde, schneiden immerhin 36 Prozent der Stromer besser ab.

Ob sich ein Plug-in-Hybrid lohnt, hängt stark vom Fahrverhalten ab. Wer häufig elektrisch fährt und regelmäßig günstig lädt, kann profitieren. Ohne konsequentes Nachladen kehren sich die Vorteile jedoch schnell ins Gegenteil um – und die Kosten liegen deutlich höher.

Damit Elektromobilität wirtschaftlich attraktiver wird, fordert der ADAC mehr günstigere E-Modelle sowie faire, transparente Preise an öffentlichen Ladesäulen. Erst bei sinkenden Ladekosten und Kaufpreisen können E-Autos in allen Fahrzeugklassen mit Verbrennern konkurrieren.

Unter dem Strich

Elektroautos sind umweltfreundlich, aber nicht unbedingt auch freundlich zum Sparkonto. Nehmen wir ein willkürlich herausgegriffenes Beispiel: Den neuen Fiat Grande Panda gibt es als Verbrenner schon ab knapp 19.000 Euro, als Stromer erst ab etwa 25.000 Euro. Die 6.000 Euro Preisunterschied wieder hereinzufahren, ist schwer.

Beim Verbrenner zahlt man bei 5,1 Liter/100 km Normverbrauch und einem Spritpreis von 1,69 Euro/Liter rund 8,60 Euro/100 km. Beim Stromer sind es bei 16,8 kWh Normverbrauch und mit selbst produzierten Solarstrom für 18 Cent/kWh nur etwa 3,00 Euro/100 km. Der Kostenunterschied von 5,60 Euro klingt imposant, aber um die 6.000 Euro Preisunterschied auszugleichen, muss man über 100.000 km fahren, und das mit einem Kleinwagen, der oft nur 10.000 km im Jahr fahren dürfte. Das ist nur eine hemdsärmelige Rechnung. Genauer hat es der ADAC ausgerechnet, aber das Fazit ist ähnlich: Eine Möglichkeit zum Geldsparen sind Elektroautos nur im Ausnahmefall.