Kia EV5 steht auf der IAA und startet Anfang 2026
400-Volt-Modell könnte deutlich günstiger sein als der EV6 und besser gegen den VW ID.4 antreten
Update: Inzwischen wurde der Kia EV5 in allen Details vorgestellt.
Die Münchner IAA wirft ihre Schatten voraus: Auf der vom 9. bis 14. September stattfindenden Messe wird das neue Mittelklasse-SUV Kia EV5 vorgestellt. Danach kommt der Wagen Anfang 2026 auf den markt, wie Kia nun offiziell mitteilt. Mit 4,62 Meter ist der Neuling fast genauso lang wie der EV6 (4,70 m), aber dank deutlich größerer Höhe dürfte er mehr Innenraum bieten. Zudem verspricht die günstigere 400-Volt-Technik niedrigere Preise.
In China ist der Kia EV5 bereits seit Ende 2023 auf dem Markt, doch die Preise lassen sich nicht vergleichen – in China sind Elektroautos immer viel günstiger als hierzulande. Aber der EV5 kostet in China nur etwa die Hälfte von dem, was ein EV6 kostet. Die Basisversion ist für 149.800 Yuan oder rund 18.000 Euro erhältlich, der EV6 ab 282.800 Yuan oder rund 34.000 Euro.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | |
| Kia EV5 | 4.615 mm | 1.875 mm | 1.715 mm | 2.750 mm |
| Kia EV6 | 4.695 mm | 1.880 mm | 1.550 mm | 2.900 mm |
Wie wir bereits von der Vorstellung des Kia EV5 im Oktober 2023 her wissen, basiert der Wagen auf der altbekannten Plattform E-GMP, jedoch in der 400-Volt-Version. Diese wird auch für den EV3 sowie den noch nicht erhältlichen EV4 eingesetzt. Die Exportversion des EV5 soll es wahlweise mit 160-kW-Frontantrieb (mit einem Motor von Vitesco) und einem 230-kW-Allradsystem geben, wobei bei letzterem einfach ein 70-kW-Motor an der Hinterachse hinzukommt. Eine stärkere GT-Version soll später folgen, berichtete CarNewsChina.
| EV5 (China) Standard |
EV5 (China) Long Range |
EV5 (China) Long Range AWD |
|
| Antrieb | FWD 160 kW | FWD 160 kW | AWD 230 kW |
| 0-100 km/h | 8,5 Sek. | 8,5 Sek. | 6,1 Sek. |
| Höchstgeschwind. | 185 km/h | 185 km/h | 185 km/h |
| Akku | 64,2 kWh (LFP) | 88,1 kWh (LFP) | 88,1 kWh (LFP) |
| CLTC-Reichweite | 530 km | 720 km | 650 km |
Die Batterien des EV5 scheinen je nach Markt zu variieren. In China und Thailand gibt es LFP-Akkus von der BYD-Tochter FinDreams mit wahlweise 64,2 oder 88,1 kWh. Angeblich sollen in einigen Märkten NMC-Akkus verwendet werden, womit die Energiedichte weiter stiege. Aber die genannten LFP-Batterien sind bereits etwa so groß wie die NMC-Akkus des EV6 (63 bzw. 84 kWh), weswegen ein Einsatz der teureren NMC-Chemie für ein günstigeres Modell eigentlich wenig Sinn ergibt.
Bildergalerie: Kia EV5 (2024)
Wenn der Kia EV5 in der Basis einen 64-kWh-Akku erhält, dürfte er wegen der ungünstigeren Aerodynamik und des höheren Gewichts etwas unter den 426 km Reichweite des Kia EV6 mit 63-kWh-Akku bleiben. Aber auch der ähnlich große VW ID.4 schafft in der Basisversion Pure nur 364 km nach WLTP-Norm. Er ist zudem mit 125 kW deutlich schwächer als der 160 kW starke EV5. Was dürfte so ein Kia EV5 kosten? VW verlangt für den ID.4 Pure inklusive Herstellerrabatt 35.835 Euro. Wenn Kia diesem Vorbild folgt, wäre die EV5-Basisversion rund 10.000 Euro günstiger als das EV6-Einstiegsmodell für 44.990 Euro.
Ein Nachteil des EV5 wird sein, dass er sich nicht so schnell aufladen lässt wie der EV6. Die China-Version soll sich laut Kia zwar in 27 Minuten laden lassen, aber nur von 30 auf 80 Prozent. Das entspräche bei 88, kWh Nettokapazität einer Ladegeschwindigkeit von 1,6 kWh pro Minute. Kein guter Wert, aber der VW ID.4 Pure liegt auch nur bei 1,5 kWh/min. Der Kia EV6 schafft den Ladehub von 10 bis 80 Prozent in nur 18 Minuten und lädt dabei 2,3 kWh/min bei der Basisversion, bei der großen Batterie sind es sogar 3,1 kWh/min.
Innen unterscheidet sich der EV5 nicht wesentlich vom EV6. Es gibt eine ähnliche Display-Landschaft aus zwei Monitoren direkt nebeneinander. Produziert wird das Auto in Korea und China; woher die Europa-Version kommt, bleibt abzuwarten. Die Fertigung dürfte in China günstiger sein, aber die EU-Strafzölle könnten den Preisvorteil wieder zunichte machen.
Unter dem Strich
Den VW ID.4 gibt es schon ab rund 35.000 Euro, für den Kia EV6 zahlt man 10.000 Euro mehr. Der 2026 startende Kia EV5 könnte durch die günstigere 400-Volt-Technik besser gegen den VW antreten. Allerdings wird man länger laden als beim EV6. Was nicht tragisch ist, wenn man ohnehin fast ausschließlich kurze Strecken fährt. Zudem dürfte der EV5 deutlich mehr Innenraum bieten als der eher coupéhafte EV6.
Insofern passt der Neuling gut in die Modellpalette. Wir sind gespannt auf die Preise, die vielleicht schon im September auf der IAA verkündet werden. Dort werden übrigens auch der Transporter PV5 und der Kompaktwagen EV4 zu sehen sein. Letzterer mit Schräg- und Stufenheck, denn beide Varianten sollen in Deutschland angeboten werden.
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