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Für eine persönlichere Erfahrung

Audi A6 Sportback e-tron (2026): Nun bis zu 777 km Reichweite

Außerdem braucht das Fünf-Meter-Auto bestenfalls nur 13,3 kWh/100 km

Audi A6 Sportback e-tron (2024)
Bild von: Audi

Der Audi A6 e-tron wurde schon im Juli 2024 vorgestellt, und zwar gleichzeitig als fünftürige Schräghecklimousine (Sportback) und als Kombi (Avant). Seither verbesserte sich die maximale Reichweite von 756 auf 777 Kilometer, was derzeit Platz sechs der Modelle mit der größten Reichweite bedeutet. Zudem verbraucht die Basisversion bestenfalls nur noch 13,3 kWh/100 km. Grund genug, unsere Übersicht über die Sportback-Version zu aktualisieren.  

Der Audi A6 e-tron basiert auf der Premium Platform Electric (PPE), auf der auch das Zwillingspärchen Audi Q6 e-tron und Porsche Macan Electric sowie der Porsche Cayenne Electric beruhen. Die Akkus sind die gleichen wie beim Q6, die vier Antriebe des A6 haben jedoch etwas mehr Leistung.


ExterieurInterieurAntriebe | Batterien/Aufladen | Preise/Rivalen/Test


Bildergalerie: Audi A6 Sportback e-tron (2024)

Exterieur

Länge, Breite und Radstand, sowie Antriebe und Akkus sind bei Sportback und Avant identisch. Mit 4,93 Metern gehört das Modell in die obere Mittelklasse. So hat der Wagen etwa die Größe eines BMW i5 und Mercedes EQE, die jedoch nur kleine Kofferraumdeckel haben, keine große Klappe wie der Sportback. Insofern ist der VW ID.7 dem A6 e-tron ähnlicher; er tritt allerdings nicht im Premiumsegment an.

  Länge Breite Höhe Kofferraum
A6 Sportback e-tron 4.928 mm 1.923 mm 1.465 mm 502–1.330 Liter
27 Liter Frunk
A6 Avant e-tron 4.928 mm 1.923 mm 1.504 mm 502–1.422 Liter
27 Liter Frunk
Mercedes EQE 4.946 mm 1.961 mm 1.510 mm 430–895 Liter
kein Frunk
BMW i5 5.060 mm 1.900 mm 1.515 mm 490 Liter
kein Frunk
VW ID.7 4.961 mm 1.862 mm 1.536 mm 532–1.586 Liter
kein Frunk

Zum angegebenen Kofferraumvolumen des A6 e-tron kommt noch ein kleiner Frunk mit 27 Litern. Erstaunlicherweise ist das Kofferraumvolumen nur 100 Liter geringer als beim Kombi. Anders als der Q6 e-tron hat der A6 e-tron keine Bügelgriffe, sondern versenkte Klappgriffe. Außerdem werden für die Limousine kamerabasierte Außenspiegel für 1.450 Euro Aufpreis angeboten. Die Kamera-Ärmchen sind elektrisch anklappbar.

Interieur und Bedienung

Der A6 e-tron hat ein ähnliches Cockpit wie der Q6 e-tron. Zu einem 11,9-Zoll-Instrumentendisplay kommt ein 14,5 Zoll großer Touchscreen direkt daneben; zusammen bilden diese Monitore eine leicht gekrümmte Einheit. Als Besonderheit gibt es ein 10,9 Zoll großes Beifahrerdisplay, optional auch noch ein Head-up-Display und (wenn man die kamerabasierten Außenspiegel bestellt) zwei Displays für deren Bilder. Die Getriebemodi P, N, R und D werden mit einem Schieber in der Mittelkonsole aktiviert.

Die Stärke der Rekuperation wird über Lenkradwippen eingestellt. Neben einem Segelmodus werden eine automatische Rekuperation (unter Berücksichtigung von vorausfahrendem Verkehr, Tempolimits, Kreisverkehren etc.) sowie die drei Stufen Man 0, Man 1 und Man 3 angeboten. Wer einfach nur den B-Modus am Getriebewähler aktiviert, bekommt One-Pedal-Driving, das heißt die stärkste Rekuperation, die bis zum völligen Stillstand führt (deaktivierter Kriechgang). 

Audi A6 Avant e-tron (2024)

Cockpit des A6 e-tron mit Beifahrerdisplay und Displays für die "virtuellen" Außenspiegel

Antriebe

Den A6 e-tron gibt es mit zwei Heck- und zwei Allradantrieben. Hinten wird stets ein Permanentmagnet-Motor (PSM) eingesetzt, der 280 kW leisten kann, auch wenn weniger Leistung abgerufen wird. Bei den Allradlern kommt vorne eine (abschaltbare) Asynchronmaschine (ASM) mit 140 kW hinzu. Wie beim Q6 e-tron gibt es nur an der hinteren Achse einen hocheffizienten Siliciumcarbid-Inverter, vorn arbeitet ein konventioneller Silicium-Inverter. Das ergibt Sinn, denn der Frontantrieb wird ja nur bei starkem Gaseinsatz benötigt, und dann ist der Stromverbrauch sekundär.

Die Antriebsdaten und Fahrleistungen sind die gleichen wie beim Avant, aber bei Verbrauch und Reichweite ist der Sportback etwas besser. Zudem wurde die Limousine nach Markteinführung noch sparsamer. So erklärt sich auch die neue Maximalreichweite von 777 km. Hier die Daten:

  Audi A6 e-tron Audi A6 e-tron Performance Audi A6 e-tron quattro Audi S6 e-tron quattro
Antrieb
(mit Launch Control)
RWD 210 kW (240 kW)  RWD 270 kW
(280 kW)
AWD 315 kW
(340 kW)
AWD 370 kW 
(405 kW)
Drehmoment 435 Nm 565 Nm 275+580 Nm 275+580 Nm
0–100 km/h
(mit Launch Control)
7,0 Sek.
(6,0 Sek.)
5,4 Sek.
(5,4 Sek.)
4,7 Sek.
(4,5 Sek.)
4,1 Sek.
(3,9 Sek.)
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 210 km/h 210 km/h 240 km/h
WLTP-Verbrauch 13,3-15,4 kWh 13,6-15,8 kWh 14,4-16,6 kWh 15,7-16,7 kWh
Akku netto 75,8 kWh 94,9 kWh 94,9 kWh 94,9 kWh
WLTP-Reichweite 559–636 km 680–777 km 645–732 km 639–680 km
Max. Anhängelast 2.100 kg 2.100 kg 2.100 kg 2.100 kg

Die reichweitenstärkste Version ist logischerweise der Hecktriebler mit der großen Batterie. Er bietet als Sportback bis zu 777 km WLTP-Reichweite. Das bedeutet derzeit Platz sechs in unserer Top-Ten-Liste mit den reichweitestärksten Elektroautos. Die Basisversion des A6 e-tron Sportback gehört mit 13,3 kWh/100 km zudem zu den sparsamsten Elektroautos überhaupt. Der Wert ist wahrhaft sensationell, nur wenige Modelle sind noch sparsamer.

Batterien und Aufladen

Es gibt zwei Batterien. Die Basisversion hat einen Akku mit 75,8 kWh und zehn Modulen, alle anderen Varianten besitzen den 95,8-kWh-Akku mit 12 Modulen. Jedes Modul enthält 15 Zellen, die Batteriekonfigurationen sind 150s1p bzw. 192s1p. Mit 150 in Serie geschalteten Zellen à etwa 3,7 Volt erreicht man rund 555 Volt, bei 192 Zellen aber 710 Volt. Das bedingt auch die unterschiedlichen Ladeleistungen von 225 bzw. 270 kW. Denn beide Akkus werden mit dem gleichen Maximalstrom von rund 380 Ampere geladen, was durch Multiplikation die ungefähren Ladeleistungen ergibt.

Nach der Audi-Ladekurve für die große Batterie bleibt die Ladeleistung bis etwa 40% SoC konstant, fällt erst danach ab

Beide Akkus sollen sich in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen lassen. Daraus und aus der Nettokapazität ergeben sich Ladegeschwindigkeiten von 2,5 bzw. 3,2 kWh/min (75,8 kWh x 0,7 / 21 min bzw. 95,8 kWh x 0,7 / 21 min). Hier macht sich das 800-Volt-System bezahlt, aber für einen Platz unter den Top Ten reichen die Werte nicht mehr.

In der Praxis wichtiger als die Ladegeschwindigkeit ist das Reichweite-Nachladen. Hier spielt neben dem Ladetempo auch der Verbrauch mit hinein. Aus der WLTP-Reichweite und der Ladedauer ergeben sich je nach Version Werte von bis zu 25,9 km/min (777 km x 0,7 / 21 min). Hier reicht es für einen Platz unter den zehn besten Elektroautos.

  Audi A6 e-tron Audi A6 e-tron Performance Audi A6 e-tron quattro Audi S6 e-tron quattro
Ladeleistung AC/DC 11/225 kW 11/270 kW 11/270 kW 11/270 kW
DC-Ladedauer 21 min  (10–80 %)
DC-Ladegeschwindigkeit 2,5 kWh/min 3,2 kWh/min 3,2 kWh/min 3,2 kWh/min
Reichweite-Nachladen bis 21,1 km/min bis 25,9 km/min bis 24,4 km/min bis 22,7 km/min

Wie der Q6 e-tron nutzt auch der A6 e-tron an 400-Volt-Säulen (wie den Tesla-Superchargern) das so genannte Bankladen. Dann wird nur die Hälfte der Zellen in Reihe geschaltet, so dass sich beim Laden ein 400-Volt-System ergibt. Damit spart man sich einen Abwärtswandler. Allerdings kann nur mit der halben Ladeleistung geladen werden, also beim großen Akku mit 135 kW.

Aufgeladen wird serienmäßig über elektrisch betätigte Ladeklappen links und rechts. Über den linken Ladeslot kann mit Wechsel- und Gleichstrom geladen werden, rechts gibt es nur eine Wechselstrom-Buchse.

Preise, Rivalen und Test

Die Preise für den A6 Sportback e-tron beginnen bei knapp 63.000 Euro. Sie blieben seit der Markteinführung im Jahr 2024 konstant:

  Audi A6 e-tron Audi A6 e-tron Performance Audi A6 e-tron quattro Audi S6 e-tron quattro
Preis 62.800 Euro 75.600 Euro 79.800 Euro 99.500 Euro

Zu den natürlichen Rivalen des Audi A6 e-tron gehören der BMW i5 und der Mercedes EQE. Für die reichweitenstärkste Version des Sportback haben wir bereits einen Konkurrenzvergleich erstellt. Wie nicht weiter verwunderlich, brilliert der Audi im Vergleich zu den 400-Volt-Modellen beim Laden. Er hat aber auch mehr Reichweite, vor allem im Vergleich mit dem entsprechenden BMW i5. Vermutlich ist die 800-Volt-Technik aber auch an dem hohen Preis des A6 schuld: Audi verlangt rund 5.000 Euro mehr als die Konkurrenz.

Der Volvo ES90 bietet 800 Volt. Er ist mit genau fünf Metern ähnlich groß wie der A6 Sportback, tritt aber in der Oberklasse an und ist in der Basis rund 10.000 Euro teurer als der A6. Kleiner und günstiger als der A6 e-tron sind dagegen die neuen 800-Volt-Modelle BMW i3 und Mercedes C-Klasse EQ:

  Audi A6 Sportback e-tron quattro BMW i3 50 xDrive Mercedes C 400 4Matic EQ
Antrieb AWD 315–340 kW AWD 345 kW AWD 360 kW
0-100 km/h 4,5–4,7 Sek. <4,9 Sek. 4,0 Sek.
Akku netto (gerundet) 95 kWh 109 kWh  94 kWh
WLTP-Reichweite bis 732 km bis 906 km bis 753 km
Länge 4,93 m 4,76 m 4,88 m
Preis 79.800 Euro 65.900 Euro 
(ab Herbst)
64.325 Euro
(mit Mercedes-Rabatt)

Im Test des Audi A6 e-tron fiel uns die schlechte Rundumsicht auf; beim Avant sind die Sichtverhältnisse etwas besser. Der Avant bietet wie erwähnt nur 100 Liter mehr Kofferraum, aber hier kann man die Rücksitze vom Heck aus umklappen, es gibt einen variabel einsetzbaren Ladeboden zum Ausgleich der kleinen Ladeschwelle am Kofferraumeingang. Die virtuellen Außenspiegel für 1.450 Euro macht die Sicht nach hinten unserer Ansicht nach noch schlechter.

Zum Start des A6 e-tron muss überflüssigerweise noch ein Knopf gedrückt werden. Die Materialien im Cockpit wirkten schicker als im Q6 e-tron, und auch die Sprachbedienung funktionierte gut. Der Touchscreen beeindruckte durch seine brillante Darstellung und die schönen Google-Earth-Kartenbilder. 

Das optionale Head-up-Display ist mit 3.575 Euro (im Paket) nicht ganz billig. Gleiches gilt für den Beifahrer-Touchscreen, den man ab 4.200 Euro als Bestandteil eines der beiden "Tech"-Pakete erwerben kann. Im Fond gibt es (beim Sportback wie beim Avant) für den 1,76 m großen Tester viel Kniefreiheit und ausreichend Kopffreiheit. Der Vortrieb der Hecktriebler reicht aus, zumal sie auch die gleiche Anhängelast von 2,1 Tonnen aufweisen wie die Allradler. 

Unter dem Strich

Der Audi A6 e-tron beeindruckt vor allem durch den geringen Verbrauch und die große Reichweite sowie den guten Wert beim Reichweite-Nachladen. All das liegt wohl auch an der guten Aerodynamik. Doch die wird mit schlechter Rundumsicht erkauft. So ist der A6 e-tron eher für die Langstrecke als für die Stadt geeignet. Dass das Modell gut ankommt, zeigt die jüngste Zulassungsstatistik, bei der das Modell im ersten Halbjahr 2026 auf Platz 9 landete. 

Letzte Änderung am 14. Juli 2026: Daten (vor allem Verbräuche und Reichweiten) aktualisiert, Anhängelast, Sprungmarken sowie Vergleich mit BMW i3 und C-Klasse hinzugefügt.