BMW iX3: Kaum ein E-Auto ist beim Reichweite-Nachladen so fix
Beim Schnellladen von 10 bis 80 Prozent wird pro Minute durchschnittlich Strom für fast 27 km nachgeladen.
Kaum ein Elektroauto auf dem deutschen Markt lädt Reichweite so schnell nach wie der neue BMW iX3. Das ist uns nach einer Aktualisierung unserer Tabelle der besten Modelle klar geworden. Wir haben den Wert aus der offiziellen Maximal-Reichweite von 805 km und der angegebenen Ladedauer von 21 Minuten berechnet. Dabei ergeben sich fast 27 km pro Minute. Damit liegt der BMW an der Spitze – nicht auf Platz eins, aber sehr weit vorn.
Der gute Wert ergibt sich aus der enorm hohen Reichweite und dem schnellen Laden. Die Startversion BMW iX3 50 xDrive schafft bis zu 805 Kilometern nach WLTP. Dieser Wert reicht für Platz 3 in unserer Top-Ten-Liste. Er resultiert wiederum aus der großen Batterie – 108,7 kWh netto sind deutlich mehr als zum Beispiel beim Audi Q6 e-tron (bis zu 95 kWh) oder beim Mercedes GLC EQ (94 kWh) – und dem geringen Verbrauch: 15,1 kWh sind es bei der sparsamsten Variante. Der leistungsmäßig vergleichbare Audi SQ6 e-tron braucht mindestens 17,5 kWh, der Mercedes GLC EQ als Long Range Edition ist mit 14,9 kWh etwas besser.
Auch beim Laden ist der BMW iX3 schnell. Für den Standard-Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent braucht der BMW 21 Minuten, was ziemlich kurz ist, wenn man den großen Akku bedenkt. Berechnet man die Ladegeschwindigkeit aus den Herstellerdaten, so landet man bei 108,7 kWh x 0,7 / 21 min = 3,6 kWh/min. Das reicht für Platz 6 in unserer Top-Ten-Liste für 800-Volt-Modelle.
Die Königsdisziplin beim Schnellladen, und der Wert, auf den es bei langen Fahrten am meisten ankommt, ist aber nicht die Ladegeschwindigkeit, sondern das Reichweite-Nachladen. Den berechnen wir wieder aus den Herstellerangaben: 70 Prozent der Maximalreichweite von 805 km werden in 21 Minuten nachgeladen, also 805 km x 0,7 / 21 min = 26,8 km/min. Pro Minute Wartezeit an der Säule wird also Strom für fast 27 km nachgeladen. Das ergibt Platz 3 unserer Top-Ten-Liste: Nur die beiden neuen Xpeng-Modelle G6 und G9 laden Reichweite noch schneller nach.
Wegen der Xpeng-Modelle haben wir unseren Titel nachträglich korrigiert, es heißt jetzt "Kaum ein Elektroauto ist ... so fix" statt "Kein Elektroauto ...". Wie wir dazu kommen? Nun, für den G9 mit der großen neuen LFP-Batterie ergeben sich 585 km x 0,7 / 12 min = 34,1 km/min, also deutlich mehr als beim BMW iX3. Wir dachten, die 12 min wären nur an Säulen erreichbar, welche die maximale Ladeleistung des G9 von 525 kW abgeben. Nach einem Blick auf inoffizielle Ladetests scheinen ähnliche Werte aber auch an langsameren Säulen erreichbar zu sein.
Der BMW iX3 lädt pro Minute 26,8 km Reichweite nach
Der Porsche Taycan erreicht mit 26,4 km/min den 2. Platz
Bild von: Porsche
Was ist mit dem Lucid Air, fragen sich vielleicht einige. Die US-Limousine lädt ebenfalls sehr schnell und hat als Grand Touring mit 960 km die höchste Reichweite überhaupt. Aber Lucid gibt keine Ladedauer an und inoffizielle Werte reichen nicht für die Top Ten; mehr dazu in der oben verlinkten Top-Ten-Liste zum Reichweite-Nachladen.
Aber zurück zum BMW iX3: Um die 21 min Ladezeit zu schaffen, muss der Neuling vermutlich an einer 400-kW-Säule laden, denn das ist die maximale Ladeleistung, die unterstützt wird. So schnelle Säulen gibt es an deutschen Autobahnen, zum Beispiel von EnBW oder Fastned.
Werfen wir noch einen Blick auf die Erzrivalen Mercedes GLC EQ und Audi Q6 e-tron. Der Mercedes schafft in der Long Range Edition 715 km am Stück (nach Konfigurator nur 714 km, aber das macht für unsere Rechnung keinen Unterschied) und lädt in 22 min auf. Das ergibt 715 km x 0,7 / 22 min = 22,8 km/min oder zwei Kilometer weniger als bei unserem BMW. Der reichweitenstärkste Audi Q6 e-tron, der Sportback Performance, schafft 657 km und lädt ebenfalls in 22 min auf, was 20,9 km/min ergibt – also nochmal rund zwei Kilometer weniger.
Unter dem Strich
Der Autor kommt aus München, muss sich bei BMW also vor einem Home Bias hüten. Aber die Daten lügen nicht. Der BMW kombiniert eine sehr hohe Reichweite mit schnellem Laden, und das ergibt einen Spitzenwert beim Reichweite-Nachladen. Derzeit sind nur die beiden Xpeng-Modelle besser.
Der Mercedes GLC EQ hinkt hinterher. Man muss ihm allerdings zugutehalten, dass er als Long Range Edition sparsamer ist – zumindest dieser Trostpreis geht an Stuttgart. Fans der Sternmarke mögen sich auch trösten mit dem Gedanken, dass mit der den kommenden Limousinen – der elektrischen C-Klasse und dem BMW i3 – die Karten wieder neu gemischt werden.
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