VW-ID.3-Produktion in der Gläsernen Manufaktur Dresden endet
Die Gebäude dienen künftig teils als Auslieferungs- und Erlebniszentrum, teils als Innovationscampus der Technischen Universität.
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen, vor über 20 Jahren mit großem Tamtam als Produktionsstätte des VW Phaeton eröffnet, ist Geschichte. Zumindest als Produktionsstätte: Die im Südosten des Dresdner Zentrums beheimatete, kleine Fertigung des VW ID.3 läuft aus; künftig wird das Modell ausschließlich in Zwickau gebaut.
Die Gläsernen Manufaktur stellte stets nur geringe Fahrzeugmengen her. Nach dem Auslaufen des Phaeton wurde dort ab 2017 der e-Golf gefertigt und seit 2021 ein kleiner Teil des VW ID.3. In den vier Jahren seither wurden laut VW etwa 22.500 ID.3 gefertigt. Zum Konzept gehörte, dass der Kundschaft Einblicke in die Endmontage der Fahrzeuge gewährt wurde. Auf Google Maps ist die Gläserne Manufaktur noch als "Home of ID. / Erlebnisfertigung" eingetragen. Doch das ist nicht mehr aktuell. VW will die Gebäude künftig nur noch als Auslieferungs- und Forschungszentrum verwenden, aber nicht mehr zur Produktion. Diese läuft laut VW Mitte Dezember planmäßig aus.
In vier Jahren wurden in Dresden etwa 22.500 VW ID.3 gebaut. Im Werk Zwickau, wo neben dem ID.3 auch der ID.4 und ID.5, der Audi Q4 e-tron inklusive Sportback und der Cupra Born entstehen, werden jährlich 204.000 Elektroautos produziert.
Zukünftig wird ein Innovationszentrum daraus, das von der Technischen Universität Dresden und von VW gemeinsam genutzt wird. Hier soll es um Künstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik und Chip-Design gehen. Dazu gehen Volkswagen, der Freistaat Sachsen und die TU Dresden eine strategische Partnerschaft ein. Die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, dass Volkswagen der TU Dresden umfangreiche Flächen in der Manufaktur bereitstellt.
Insgesamt investieren beide Partner in den kommenden sieben Jahren mehr als 50 Millionen Euro in das Projekt, das auch vier neue Stiftungsprofessuren umfasst. Darüber hinaus bleibt die Manufaktur als Auslieferungs- und Forschungsstandort sowie "Erlebniswelt" von Volkswagen erhalten.
Die Schließung der Gläsernen Manufaktur – Volkswagen spricht nur von einer Neuausrichtung, da der Name offenbar erhalten bleibt – gehört zu dem vor einem Jahr beschlossenen Programm "Zukunft Volkswagen". Dieses legte fest, die Fahrzeugfertigung in Dresden Ende 2025 auslaufen zu lassen. Insgesamt soll die jährliche Produktionskapazität in Deutschland bis 2028 um mehr als 730.000 Fahrzeuge reduziert werden. Zudem sollen bis zum Jahr 2030 sozialverträglich 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Gegenzug wurde eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2030 vereinbart.
"Wir haben uns die Entscheidung, die Fahrzeugproduktion in der Gläsernen Manufaktur nach mehr als 20 Jahren zu beenden, nicht leicht gemacht", sagte VW-Markenchef Thomas Schäfer. "Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten war sie jedoch zwingend erforderlich. Umso wichtiger ist es, dass wir in den vergangenen Monaten ein tragfähiges Zukunftskonzept für den Standort entwickeln konnten."
Die etwa 320 Beschäftigten der Gläsernen Manufaktur sollen weiter in Dresden beschäftigt werden. Durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter soll die Zahl der Mitarbeitenden aber in den kommenden Jahren weiter sinken. Dazu bietet das Unternehmen einen Wechsel an die Standorte Zwickau, Chemnitz oder Wolfsburg an oder Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträge.
Ab Januar 2026 soll die Fertigungslinie des ID.3 zurückgebaut werden. Mitte 2026 sollen die ersten gemeinsamen Forschungsprojekte starten, ab 2027 dann der Regelbetrieb. Perspektivisch wird die TU Dresden fast die Hälfte der Fläche nutzen.
Daneben bleibt die Gläserne Manufaktur als Auslieferungszentrum erhalten. Nach der Autostadt in Wolfsburg ist sie der zweitgrößte VW-Auslieferungsstandort in Deutschland. Dieses Jahr werden dort rund 3.500 Fahrzeuge an die Kundschaft übergeben. Zudem gehört die Manufaktur mit mehr als 100.000 Besuchern jährlich zu den Attraktionen der Stadt Dresden. Auch künftig soll das offene "InnoXcampus"-Konzept Besuchern Einblick in Zukunftsthemen des Automobilbaus, der Robotik und Künstlichen Intelligenz bieten.
Unter dem Strich
Bereits vor einem Jahr hat Volkswagen starke Kürzungen bei den Produktionskapazitäten in Deutschland beschlossen. Die Schließung der kleinen Produktion in Dresden gehört noch zu den geringfügigen Folgen: Hier geht es nur um ein paar Hundert Beschäftigte. Insgesamt soll die Zahl der Mitarbeitenden in Deutschland um 35.000 verringert werden. Weitere Werke werden wohl folgen. Zur Diskussion stehen besonders Osnabrück und Emden.
Auch interessant
VW ID.3 Neo GTX (2026) Erlkönig: Wird auch der Kompakte zum GTI?
Skoda Peaq (2026): Siebensitzer-SUV kommt mit bis zu 220 kW
Cupra Raval und VW ID. Polo: Produktionsstart in Spanien
Zeekr 7GT (2026): Neuer 800-Volt-GT mit viel Power und Ladeleistung
Der revolutionäre Motor des neuen Mercedes-AMG GT kommt aus Berlin
Kia PV5 Passenger (2026): Elektro-Van jetzt mit bis zu sieben Sitzen
Skoda Epiq (2026): Produktion in Pamplona gestartet