Renault Twingo (2026) im Vergleich mit drei Konkurrenten
Techno-Version für 21.590 Euro versus BYD Dolphin Surf, Citroën e-C3 und Hyundai Inster: Wo sind die Vor- und Nachteile?
Der neue Renault Twingo Electric ist seit Kurzem bestellbar. Inzwischen ist neben der gehobenen Variante Techno für 21.590 Euro auch die angekündigte 19.990-Euro-Version namens Evolution konfigurierbar. Ende März werden wir das Auto testen; bis dahin muss ein Konkurrenzvergleich genügen. Da es sich um ein Stadtauto handelt, konzentrieren wir uns weniger auf Reichweite und Ladeeigenschaften als auf Preis, Platzangebot und Variabilität.
Zunächst die Grunddaten: Der Renault Twingo Electric ist 3,78 Meter lang und 1,49 m hoch. Er hat eine Reichweite von 263 km. Für unseren Vergleich haben wir die Version Techno gewählt, die mit knapp 22.000 Euro zu den günstigsten Elektroautos auf dem Markt gehört. Welche Modelle kommen als Vergleichskandidaten in Frage? In unsere Vorauswahl haben wir folgende Autos aufgenommen:
| Länge | Antrieb | Reichweite | Preis | |
| Leapmotor T03 | 3,62 m | FWD 70 kW | 265 km | 18.900 Euro |
| Dacia Spring 100 Extreme | 3,70 m | FWD 48 kW | 226 km | 19.700 Euro |
| Citroën e-C3 Urban Range You | 4,02 m | FWD 83 kW | 212 km | 19.990 Euro |
| Renault Twingo Techno | 3,78 m | FWD 60 kW | 263 km | 21.590 Euro |
| BYD Dolphin Surf Active | 3,99 m | FWD 65 kW | 220 km | 22.990 Euro |
| Hyundai Inster 42 kWh Select | 3,83 m | FWD 71 kW | 327 km | 24.400 Euro |
Aus Platzgründen werden wir uns auf die drei attraktivsten Modelle beschränken. Was attraktiv ist, hängt natürlich sehr von den eigenen Anforderungen ab. Sehen wir uns die einzelnen Kandidaten an.
Dacia | Leapmotor | Citroën | Renault | Hyundai | BYD | Fazit
Dacia Spring
Am preisgünstigsten ist der kürzlich aufgewertete Dacia Spring, den es in der nur 52 kW starken Basisversion normalerweise schon ab 16.900 Euro gibt. Diese ist allerdings derzeit nicht konfigurierbar. Als Spring 100 Extreme mit 75 kW kostet der Wagen knapp 20.000 Euro. Wegen des niedrigen Gewichts sprintet er trotz der geringen Leistung ähnlich schnell wie die Konkurrenten. Außerdem spricht der niedrige Verbrauch von unter 13 kWh/100 km für den Spring. Für uns scheidet das Modell dennoch aus, und zwar wegen der mangelnden Crashsicherheit: Im EuroNCAP-Test erhielt der Wagen 2021 nur einen Stern, und der Test gilt auch für das Faceliftmodell.
Dacia Spring: Die Fondlehne wird im Ganzen umgeklappt und wirkt nicht gerade hochwertig.
Leapmotor T03: Auch hier lässt sich die Bank nur im Ganzen klappen und das Gepäckabteil ist klein.
Leapmotor T03
Ebenfalls sehr günstig ist der Leapmotor T03, der uns im Test gut gefallen hat, auch wenn die Optik für unseren Geschmack ziemlich altmodisch wirkt. Mit nur 3,62 m Außenlänge ist er eine gute Wahl, wenn man Parkplatzprobleme hat, aber der Kofferraum ist mit 210-508 Litern arg klein. Deswegen lassen wir ihn ebenfalls ausscheiden.
In die engere Wahl kommen für uns der Citroën e-C3, der BYD Dolphin Surf und der Hyundai Inster. Hier die wichtigsten Daten:
| Renault Twingo Techno | BYD Dolphin Surf Active | Citroën e-C3 Urban Range Plus | Hyundai Inster 42 kWh Select | |
| Antrieb | FWD 60 kW | FWD 65 kW | FWD 84 kW | FWD 71 kW |
| 0-100 km/h / Vmax | 12,1 Sek. / 130 km/h | 11,1 Sek. / 150 km/h | 12,0 Sek. / 125 km/h | 11,7 Sek. / 140 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 13,1 kWh | 15,5 kWh | 16,7–17,3 kWh | 14,3 kWh |
| WLTP-Reichweite | 260 km | 220 km | 204–212 km | 327 km |
| Ladeleistung AC/DC | 11 / 50 kW | 11 / 65 kW | 7 (opt. 11) / opt. 30 kW | 11 / 73 kW |
| Länge / Höhe | 3,79 / 1,49 m | 3,99 / 1,59 m | 4,02 / 1,58 m | 3,83 / 1,58 m |
| Sitze | 4 | 4 | 5 | 4 |
| Kofferraum | 305–966 Liter | 308–1.037 Liter | 310–ca. 1.000 Liter | 280–1.059 Liter |
| Listenpreis | 21.590 Euro | 22.990 Euro | 23.300 Euro | 24.400 Euro |
Citroën e-C3
Beim Citroën e-C3 ist das Kofferraumvolumen bei benutzbaren Rücksitzen mit 310 Litern deutlich größer als beim T03. Das ist kein Wunder, denn der e-C3 ist 40 cm länger als der T03. Das Maximalvolumen bei dachhoher Beladung wird nicht angegeben, aber es dürfte etwa 1.000 Liter betragen. Damit liegt das Kofferraumvolumen auf dem Niveau der Rivalen. Einen EuroNCAP-Crashtest von dem Modell gibt es noch nicht.
Das Basismodell You sondern wir wegen der geringen Variabilität aus – die Rückbank lässt sich nur ungeteilt umklappen. Die nächsthöhere Version Plus für 23.300 Euro bietet jedoch die geteilte Rückbank; deswegen haben wir diese Variante gewählt. Für den Citroën spricht, dass er als einziges Modell für fünf Insassen zugelassen ist.
Ein Nachteil ist, dass sich der e-C3 als einziges Modell serienmäßig nur einphasig aufladen lässt. Doch die kleine Batterie bekommt man auch so leicht über Nacht voll: Wenn man von 4,6 kW Ladeleistung ausgeht (7 kW auf einer Phase sind in Deutschland wegen der Schieflastverordnung nicht erlaubt), dann errechnen sich 30 kWh / 4,6 kW = 6,5 Stunden.
Wer will, kann für 400 Euro Aufpreis einen 11-kW-Lader bestellen. Eine DC-Lademöglichkeit mit schmalen 30 kW gibt es auch nur optional. Sie kostet 500 Euro und lässt sich nicht mit dem dreiphasigen AC-Lader kombinieren.
Die Antriebsleistung des e-C3 ist mit 83 kW größer als bei den Rivalen; davon hat man aber wenig, da der Sprint deswegen nicht schneller klappt. Die Höchstgeschwindigkeit ist sogar die niedrigste im Vergleich. Außerdem ist der Verbrauch der höchste in unserem Vierer-Vergleich.
Vor dem Fahrersitz gibt es im e-C3 nur ein zeilenartiges Instrumentendisplay, das unserer Ansicht aber ausreichend ist. Dazu kommt bei der Plus-Version ein 10,25-Zoll-Touchscreen. Zur sonstigen Serienausstattung gehören 17-Zoll-Stahlfelgen, LED-Scheinwerfer, Regensensor, elektrisch anklapp-, einstell- und beheizbare Außenspiegel, Parkpiepser hinten, Klimaanlage und ein Spurhalteassistent – aber kein Abstandstempomat. Ein gravierender Nachteil ist aus unserer Sicht, dass es für die Version Plus keine Sitzheizung gibt, auch nicht gegen Aufpreis.
Renault Twingo
Der erst seit Januar 2026 bestellbare Renault Twingo ist das jüngste Modell im Vergleich; einen EuroNCAP-Crashtest gibt es noch nicht. Wie der Dacia Spring punktet das Modell mit einem sehr niedrigen Verbrauch. Dieser liegt gleich drei Kilowattstunden unter dem Strombedarf des e-C3. Wer viel fährt und nicht mit eigenem Solarstrom lädt, wird das wohl auch im Portemonnaie spüren. Allerdings wird man mit einem Stadtauto selten auf die Langstrecke gehen, und so sind Platzangebot und Variabilität wohl wichtiger.
Hier glänzt der neue Twingo mit seinem variablen Innenraum, den beide Ausstattungen besitzen: Die Rücksitze sind serienmäßig längs verschiebbar – und zwar einzeln und um bis zu 17 Zentimeter. Damit kann man den Platz variabel zwischen Fond und Kofferraum aufteilen. Wenn vorne eine mittelgroße Person sitzt, hat dahinter allerdings nur dann eine erwachsene Person Platz, wenn man die Sitze nicht ganz nach vorne schiebt.
Bei der Twingo-Vorstellung hatte vorne ein Kollege Platz genommen; dahinter blieb bei ganz nach vorn geschobenen Sitzen selbst für Kinder zu wenig Platz.
Durch Verschieben der Rücksitze lässt sich der Kofferraum von 260 auf 360 Liter erweitern. Dabei ist das etwa 50 Liter große Unterbodenfach offenbar mitgerechnet, was nicht der VDA-Norm entspricht – nach dieser sind es maximal 305 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen und dachhoher Beladung steigt das Ladevolumen auf 966 Liter. Der umklappbare Beifahrersitz ist bei der Techno-Version inbegriffen.
Auch sonst gibt es hier eine recht üppige Ausstattung. Dazu gehören 16-Zoll-Alufelgen, LED-Licht, eine Fernlichtautomatik, Licht- und Regensensor, elektrisch beheiz- und anklappbare Außenspiegel, eine Klimaautomatik, Parkpiepser hinten, eine Rückfahrkamera, ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent sowie Lenkradwippen zur Einstellung der Rekuperation.
Vorne gibt es elektrische Fensterheber, hinten jedoch nur Ausstellfenster, und der Fond hat das Ambiente einer dunklen Höhle. Innen guckt man serienmäßig auf ein 7-Zoll-Fahrerdisplay und einen 10-Zoll-Touchscreen. Die Google-Dienste inklusive einer Google-Maps-Navigation sind für drei Jahre kostenlos, die App-Dienste für acht Jahre. Eine Sitzheizung wird für 300 Euro angeboten. Ansonsten werden diverse Außenlackierungen, größere Felgen (18 Zoll) sowie ein "Safety & Parking"-Paket mit Totwinkelwarner und Parkpiepsern vorn angeboten.
Hyundai Inster
Der Hyundai Inster bietet eine ähnlich variable Sitzanlage wie der Twingo, hier sind sogar beide Vordersitzlehnen umklappbar, womit man das Auto auch für Notübernachtungen nutzen kann. Allerdings gilt das erst ab der Ausstattung Trend, und die kostet bereits über 26.000 Euro. Wir betrachten hier aus Preisgründen die Basisversion Select. Sie besitzt zumindest eine geteilt umklappbare Rückbank.
Die Außenlänge ist ähnlich wie beim Twingo, aber der Inster ist etwa acht Zentimeter höher und etwa 2.000 Euro teurer als der Twingo. Dafür gibt es hier selbst in der Basisversion mehr Reichweite: Mit 327 km nach Norm kommt der Inster am weitesten in unserem Vergleich. Im EuroNCAP-Crashtest von 2025 erzielte er akzeptable vier Sterne.
Die Serienausstattung ist schon beim Select gut. Dazu gehören Halogenlicht, Lichtsensor, Fernlichtassistent, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Parkpiepser hinten, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, sowie zwei 10,3-Zoll-Displays mit Navi. Auch Abstandstempomat (ACC) und Spurhalteassistent sind Standard, die Rekuperation lässt sich über Lenkradwippen einstellen. Wie beim e-C3 gibt es allerdings keine Sitzheizung, auch nicht gegen Aufpreis. Für 1.000 Euro kann man immerhin eine Wärmepumpe und eine Batterieheizung bestellen.
BYD Dolphin Surf
Doch nicht allen bekannt sein dürfte der seit dem Frühjahr angebotene BYD Dolphin Surf. Mit vier Meter Länge ist er leicht zu parken, die stattliche Höhe von 1,59 Meter ist so groß, dass wir das Auto eigentlich als SUV einstufen müssten. Wegen der Optik bleiben wir aber bei "Kleinwagen". Das Kofferraumvolumen ist ähnlich groß wie bei den Konkurrenten.
Die Basisversion Active ist nach dem Twingo das zweitgünstigste Modell im Vergleich. Beim Sprint ist der Wagen der schnellste, aber die Reichweite ist mit 220 km am geringsten – was auch am hohen Verbrauch von 15,5 kWh liegt.
Zur Ausstattung gehören serienmäßig 15-Zoll-Stahlfelgen, Halogenscheinwerfer mit Lichtsensor und Fernlichtassistent, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Parkpiepser hinten, Rückfahrkamera, geteilt umklappbare Fondsitze und Klimaanlage. Im Cockpit sieht man auf ein 7-Zoll-Instrumentendisplay und einen elektrisch drehbaren 10,1-Zoll-Touchscreen mit Navi. Auch ein Abstandstempomat (ACC) und ein Spurhalteassistent sind Serie. Eine Sitzheizung gibt es nur bei der Topversion Comfort.
Fazit
Wie schneidet der neue Renault Twingo E-Tech Electric nun im Vergleich ab? Nun, er bietet eindeutig am meisten Variabilität fürs Geld. Außerdem ist die Ausstattung bei der Techno-Variante sehr umfangreich. Und die im Winter bei kurzen Strecken wichtige Sitzheizung erhält man zumindest gegen Aufpreis, was bei den Rivalen nicht der Fall ist. Dazu kommt der niedrige Verbrauch. Zu den Nachteilen gehört, dass man wegen der geringen Höhe wohl nicht so leicht einsteigt wie in die höheren Modelle e-C3 und Inster. Zudem stört, dass es hinten nur Ausstellfenster gibt. Aber insgesamt gehört der Twingo zu den interessantesten Angeboten im Segment.
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