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MG4 Electric Comfort 51 kWh (2023) im Test: Reicht die Basis?
Wir klären, ob die Einstiegsversion des ID.3-Rivalen aus China nicht nur preislich interessant ist ...

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
3. Dez. 2023 um 07:00 Uhr
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In den letzten Monaten wurde im Hinblick auf die Elektromobilität gerne das chinesische Schreckgespenst an die Wand gemalt. Viele Marken aus China auf der IAA in München, die schon bald alle europäischen Hersteller überrollen würden. Doch die Realität sieht weitaus weniger hysterisch aus. Einzig MG ist es bislang gelungen, sich nachhaltig auf dem deutschen Markt zu etablieren.
Was ist das?
Zum großen Teil liegt das am MG4 Electric, einem Elektroauto vom Format des VW ID.3 und sogar mit einem Klassensieg beim "German Car of the Year" prämiert. Kann der Wagen diese Vorschusslorbeeren bestätigen? Nun, die neuen Varianten "XPower" und "Extended Range", beide mit Allrad, vermochten uns zu überzeugen. Doch wir haben uns auch das totale Gegenteil vorgeknöpft: Das Basismodell mit Heckantrieb und 51-kWh-Akku für 34.990 Euro vor Prämien. Mit Förderung steht eine 2 an erster Stelle ...
Bildergalerie: MG4 Electric (2023) Comfort mit 51 kWh im Test

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Schauen wir uns den MG4 Electric zunächst von außen an: Ein gelungenes Design mit leicht aggressivem Blick, in jedem Fall aber deutlich markanter als ein ID.3. Von vorne wie hinten vermittelt der MG eine eigenständige Note. Positiv sind die ganz klassischen Bügeltürgriffe.
4,29 Meter Länge hat man mit 2,70 Meter Radstand kombiniert, dazu eine Höhe von 1,50 Meter. Das ist alles Golf-Klasse, Verzeihung, ID.3-Klasse. Ebenso beim Kofferraum, der 363 bis 1.177 Liter Gepäck schluckt. Störend ist die hohe Ladekante, einen doppelten Boden gibt es nicht.
Im Fond ist das Platzangebot für die Passagiere und deren Extremitäten ordentlich. Auf den vorderen Sitzen blickt man auf ein sehr reduziertes Cockpit. Zwar ist der Bildschirm vor der Fahrer nicht allzu schön integriert. Aber im Gegensatz zu anderen E-Autos wie dem preislich und größentechnisch ähnlichen Volvo EX30 gibt es wenigstens einen. Und auch die großen Laut/Leise-Tasten unter dem 10,25-Zoll-Touchscreen sind gut.

Dennoch ist nicht alles perfekt: Die Klimatisierung muss über den Touchscreen bedient werden, die allgemeine Bedienung bedarf etwas der Übung. Die Software ist verbesserungswürdig, sie zeigte sich im Bereich Radio, MP3 und Verkehrszeichenerkennung nicht immer zuverlässig.
Für Diskussionen sorgt die große Fläche in der Mitte, auf der sich der Gangwahlknopf befindet. Je nach Beinlänge stößt selbiges an die auskragende Fläche. Auf der Haben-Seite sind wiederum großzügige Ablagen darunter. Und die Materialauswahl im Cockpit? Nicht frei von Hartplastik, aber wertiger als der ID.3 bis zu dessen kürzlich erfolgter Aufwertung.
Wie fährt er sich?
Nun aber los! Gewöhnungsbedürftig ist der Start durch Treten des Bremspedals, Tesla-Fahrer werden es kennen. Manch einer kommt aber mit einem Startknopf besser klar. Zum Testzeitpunkt herrschten noch angenehme 20 Grad, dennoch lagen die tatsächlichen Reichweiten bei vollem Akku je nach Modus zwischen 271 (Sport) und 300 (Eco) Kilometer. MG selbst gibt 350 Kilometer laut WLTP an.

Bei Beschleunigung und Durchzug gibt sich die MG4-Basis in keinster Weise ärmlich. 7,7 Sekunden auf 100 km/h laut Werk sind mehr als ordentlich, auch mit der Spitze von 160 km/h lässt sich gut leben. Nicht so toll ist die unpräzise Lenkung, speziell im Eco-Modus mit viel zu wenig Rückmeldung. An Zeiten des seltsamen Austin Allegro erinnert das oben und unten abgeflachte Lenkrad.
Verbrauch und Preis
Wie steht es um den Verbrauch und die Ladeleistung? Auf der Autobahn zwischen 120 und 130 km/h ermittelten wir 17,3 kWh. Kein Fabelwert, aber noch im Lot und sehr nahe an der glatten 17, die MG nennt. Von dort kommt auch die Angabe von bis zu 88 kW Ladeleistung am Schnelllader. In der Praxis waren es nur um die 50 kW, weshalb sich der Basis-MG4 eher zum Laden daheim eignet. Aber Achtung: Der Bordlader schafft nur 6,6 kW, die anderen MG4 hingegen 11.
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Damit nicht genug: Alle "normalen" Versionen über dem Basismodell haben eine Wärmepumpe serienmäßig (die Basis auch nicht optional), laden deutlich schneller und bieten einen 64-kWh-Akku. Schon deswegen lohnt sich der Griff zur nächsthöheren Comfort-Ausstattung für 5.000 Euro mehr. Im Leasing (und nur das sollte man mit Blick auf den schnellen Fortschritt bei E-Autos tun) liegen zwischen beiden Varianten nur 50 Euro. Sieben Jahre Garantie bieten sie beide.
Fazit
Der MG4 Electric ist beim Preis-Leistungsverhältnis eine klare Empfehlung. Doch die Basisversion mit 51 kWh möchten wir nur denjenigen empfehlen, die meist zuhause laden und/oder in den Weiten des Internets eine unschlagbar günstige Leasingrate entdecken.
Bildergalerie: MG4 Electric (2023) Comfort mit 51 kWh im Test
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Bild von: Fabian Grass
MG4 Electric Comfort 51 kWh (2023)
Motor PMSM
Leistung 125 kW (170 PS)
Max. Drehmoment 250 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h 7,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Antrieb Hinterradantrieb
Länge 4.287 mm
Breite 1.836 mm
Höhe 1.504 mm
Kofferraumvolumen 363 - 1.177 Liter
Leergewicht 1.635 kg
Zuladung 448 kg
Anhängelast 500 kg
Batterie 51 kWh
Elektrische Reichweite 350 km (WLTP)
Verbrauch 17,0 kWh/100 km (WLTP)
Ladeanschluss 6,6 kW (AC), 88 kW (DC)
Aufladezeit ca. 37 Min (10-80 Prozent, DC)
Basispreis 34.990 Euro
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