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Für eine persönlichere Erfahrung

Citroën e-C3 Van (2026) im Test: Malocher mit Software-Macken

Das Gesamtkonzept des Franzosen ist simpel, überzeugt aber im Test – leider verhageln Kinderkrankheiten den guten Eindruck

Citroen e-C3 Van (2026) im Test
Bild von: InsideEVs.de

VW machte es sich früher für Zustelldienste einfach. Man riss einfach alles aus VW Golf und Polo raus, was nicht gebraucht wurde, schraubte Trenngitter und grobe Rahmenkonstruktionen ins Heck und lackierte ihn gelb. Ein Zweipunktgurt an die Tür und fertig war das Post-Arbeitsgerät.

Aber heute? Da sieht es mau aus. Für alle Pflegedienste, Zusteller, Handwerksbetriebe oder Kleinlieferanten, denen kleine Kasten wie VW Caddy, Fiat Doblo oder Opel Combo zu groß sind, ein Microcar mit Ladeaufbau aber zu klein oder mit zu wenig Reichweite ausgestattet, für die hat Citroën ein richtiges Ass im Ärmel: den e-C3 Van. 

Bildergalerie: Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Ja, richtig gelesen. Eines der günstigsten Elektroautos auf dem Markt gibt es offiziell mit Van-Paket. Hierfür spendieren die Franzosen dem Kleinen eine Laderaumerweiterung in Reihe Zwei. Eine ebenerdige Ladefläche ersetzt die Sitzbank bis kurz vor die Vordersitze. Eine Trennwand hinter den Sitzen in Reihe Eins sorgt für Sicherheit, ein Gepäcktrenngitter schützt die Insassen auch vor hoher Beladung. Eine Ladesichtabdeckung obendrauf, und fertig ist der kleine Packesel.

Ansonsten bleibt alles wie gewohnt. 83 kW bewegen den e-C3 Van per Frontantrieb vorwärts. Eine 30- oder 44-kWh-Batterie speichert die Energie. Bis zu 322 Kilometer Reichweite und 100 kW maximale Ladeleistung sind möglich. Damit sollte die Standard-Range-Version dicke für alle Eventualitäten innerhalb Stadt und im Umkreis ausreichen. Nach Feierabend kommt das Ding an die Steckdose im Betrieb und morgens geht's vollgeladen wieder weiter – top! So jedenfalls die Theorie.

Schnelle Daten Citroën e-C3 Van Standard-Range (2026)
Antrieb Frontantrieb
Systemleistung / Max Drehmoment 83 kW (113 PS) / 125 Nm
Höchstgeschwindigkeit 132 km/h
0 - 100 km/h  11,0 Sekunden
Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) 17,3 kWh / 322 km
Akku 44 kWh
Maximale Ladeleistung / 10 - 80 Prozent 100 kW / ca. 26 Min
Preis ab 23.200 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Laden | Preise/KonkurrenzFazit


Karosserie/Design

Von außen sieht man dem Citroën e-C3 Van seine Ladequalitäten kaum an. Würde das Trenngitter hinter der ersten Sitzreihe nicht durchscheinen, niemand würde hier einen Arbeiter vermuten. Dabei setzt der Franzose auf praktische Funktionalität: Fünf Türen, robuste Hartplastik-Radläufe und Anbauteile, 17-Zoll-Stahlfelgen mit Radkappen. Die Karosserie ist unverändert gegenüber der Basis im Pkw.

Mit 4,02 Metern in der Länge und 1,81 Meter in der Breite bleibt der Franzose der kompakte Städtewuselkopp. Die erhöhte Bodenfreiheit sorgt für Komfort und für Zugänglichkeit auf unbefestigten Wegen. So könnte er sogar als leichtes Baustellenfahrzeug eingesetzt werden. Zumal eine Dachreling für eventuell nötigen Extra-Packraum sorgt. Zum boxigen Design habe ich mich im Pkw-Test schon ausführlicher ausgelassen.

Allerdings zeigen sich im zweiwöchigen Test schon hier kleine Kinderkrankheiten. Die Außenspiegel klappen beim Öffnen mehrmals nicht aus. In manchen Fällen half ein Ausklappen über die Spiegelverstellung, in weiteren nur warten und mehrmals auf-und-zu-schließen. Wenn sie ausfuhren, war der Stand der Spiegel des Öfteren verstellt und verlangte eine Neujustierung.

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Bilder von: InsideEVs.de
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Innenraum

Das Herzstück des Kleinwagens bietet 710 Liter Stauraum mit Kofferraumabdeckung, 1220 Liter packt der Franzose ohne. Während der hintere Teil noch easy ausgehängt werden kann, müsste die vordere Abdeckung abgeschraubt werden. Mehrere Schrauben zeigen hier allerdings Richtung Trenngitter – nicht sehr flexibel. Wer ständig hoch belädt, sollte sie also einmal ausbauen und draußen lassen.

Ein weiteres Problem für schwere Gegenstände könnte die hohe Ladekante bedeuten. Hier ist der e-C3 klar im Nachteil gegenüber tiefen kleinen Kastenwagen. Aber da der Van sowieso nur 302 Kilo zuladen darf, wird er wohl selten mit ganzen Antriebssträngen durch die Gegend fahren. Wer hier hauptsächlich Kleinvieh durch die Gegend fährt, wird kaum Barrieren bemerken. Zumal die hinteren Türen auch zum ebenen Einladen genutzt werden können – die Vorzüge der belassenen Pkw-Form.

Die Sicht nach hinten ist leider auch beim Van eine Katastrophe. Die viel zu breiten C-Säulen, das hintere Bullauge, das Gitter und die viel zu kleinen Spiegel machen Rangieren ohne Rückfahrkamera nicht leichter. Der e-C3 wirkt zuweilen wie ein Mittelklasse-Loungefahrzeug á la Polestar 4. Gönnen Sie sich das Paket mit Rückfahrkamera für 462 Euro. Ich weiß, es klingt absurd, aber irgendwo sind wir im Fahrzeugdesign bei der visuellen Sicht falsch abgebogen. Immerhin zieht im selbigen Paket auch eine Klimaautomatik mit ein. 

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

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Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Bilder von: InsideEVs.de
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Besser hat Citroën das Armaturenbrett hinbekommen. Das Kombiinstrument liegt, wie beim Pkw auch, oben im Sichtbereich. Etliche Knöpfe und Drehregler bieten haptischen Schnellzugriff und das optionale Infotainment-System ist übersichtlich gestaltet. Wenn auch in seinen Funktionen sehr ausgedünnt. Nicht mal eine Verbrauchsanzeige gönnen die Franzosen dem Kleinen.

Mit selbigem Plattform-Problem kommt auch sein Bruder Fiat Grande Panda. Die Anzeige soll teilweise per Software-Update nachgereicht werden, es scheint aber wohl bislang keinen Testwagen erreicht zu haben. Bei unserer Fahrt durch Marseille war die Anzeige integriert. Wir bleiben also zuversichtlich.

Ebenfalls Plattform-bedingt geerbt hat der e-C3 diverse Abstürze der digitalen Einheit. Zwei Mal in zwei Wochen fror der Infotainment-Bildschirm komplett ein. Auschalten, tippen, abschließen: All das interessierte ihn nicht. Etwas 20 Minuten dauerte es beide Male, bis das System wieder einsatzfähig war. Hinzu kamen einige Verbindungsfehler mit Android Auto.

Und das ist schade, denn ansonsten lässt es sich durchaus komfortabel im Franzosen ausharren, auch auf längeren Strecken. Die Sitze zeigen trotz geringer Verstellmöglichkeiten gute Unterstützung. Zudem ist Citroën bemüht, das karge Hartplastik-Interieur an etlichen Stellen mit Details, Formen und ein wenig Stoff aufzupeppen. Der e-C3 Van kann, wenn er denn wollte! 

Abmessungen Citroën e-C3 Van Standard-Range (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.015 x 1.813 x 1.577 mm
Radstand 2.540 mm
Gewicht 1.551 - 1.554 kg
Zuladung 299 - 302 kg
Kofferraumvolumen 710 - 1220 Liter (1.130 x 1.006 x 935 mm)
Max. Anhängelast 550 kg
Max. Stützlast 65 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Auch über zwei Wochen bestätigt sich der flüchtige Eindruck aus unserem Urban-Range-Stadt-Test. Der e-C3 Van schlängelt sich wie sein Pkw-Bruder komfortabel und wendig durch die Straßen der Großstadt. Enge Ecken und fieses Pflaster stören ihn kaum. Nur harte Schläge kommen dann doch mal durch.

Die Lenkung passt sich den Fahrsituation zudem gut an. In der Stadt und beim Rangieren agiert sie leichtgängig, wie meine Oma Sahne anrührte. Das hilft Lieferdiensten und Pflegediensten sicher enorm, die immerzu mit Parken beschäftigt sind. Auf dem Land und auf der Autobahn gewinnt sie mit steigender Geschwindigkeit an Straffheit. Das gefällt uns! So bleibt das Fahrgefühl auch auf schnellen Etappen stabil – auch wenn der e-C3 nur 132 km/h rennt (135 laut Tacho).

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Bilder von: InsideEVs.de
Citroen e-C3 Van (2026) im Test

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Bilder von: InsideEVs.de

Aber auch beim Fahren mag uns der Kleine manchmal irritieren. Denn die Autohold-Funktion ist nicht immer verlässlich. Schon in Marseille bemerkten wir vor dem Beschleunigen ein minimales Zurückrollen. Das war auch im jetzigen zweiwöchigen Test der Fall. Jedoch nicht immer.

An Bergen hält der Kleinwagen souverän fest, auf gerader Ebene rollte er manches Mal, trotz eingelegtem "D"-Fahrmodus endlos rückwärts, nur um nach dem Rangieren wieder langsam aber vollständig allein sich vorwärts zu bewegen. Es gibt leider keine Konstante im Anfahren. Hier muss dringend nachgebessert werden.

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

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Bild von: InsideEVs.de

Verbrauch/Laden

Ohne Verbrauchsanzeige müssen wir ein wenig rechnen. Ich habe etwa 360 Kilometer mit dem Citroën e-C3 Van zurückgelegt. Nachgeladen wurden genau 51,4 kWh. Das wären eigentlich 14,2 kWh auf 100 Kilometer. Da wir ihn aus zeitlichen Gründen nie vollladen konnten, müssen wir ein wenig schätzen, da ich nach den 360 Kilometern nicht den exakt gleichen Ladestand erreichte. 

Jedoch lässt sich sagen, dass er mit langer Autobahnstrecke bei sommerlichen Temperaturen mit grob eingeordneten 15 bis 15,5 kWh auf 100 Kilometern noch locker unter dem angegebenen WLTP-Wert von 17,2 kWh liegt. Im Winter kann sich das natürlich erhöhen, aber wer hauptsächlich in der Stadt auf den Van angewiesen ist, wird eher in Richtung 11-12 kWh schauen.

Leider ist der Franzose kein Freund vom Schnellladen. Zwar kann er auf dem Papier maximale 100 kW erreichen, in unserem Test kam er über 91,4 kW jedoch nicht hinaus. Zudem fällt die Spitze sehr schnell ab, sodass nach etwa 50 geladener Prozent noch etwa 45 kW übrig bleiben. Tendenz weiter fallend.

Zum Vergleich: Für einen Ladevorgang von 13 auf 80 Prozent benötigte der Malocher 32 Minuten (innerhalb eines Ladezyklus von 13 auf 97 Prozent bei 1:04 Stunden), von 54 auf 94 Prozent waren es hingegen 45 Minuten. Ein Lademeister in Sachen Energierückgewinnung wird er also nicht. Muss er als Lieferant und Dienstleister aber auch gar nicht, wenn Wallboxen für die Nacht im Betrieb zur Verfügung stehen. Hier werden wohl in seltensten Fällen mehr als 300 Kilometer abgerissen.

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

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Bilder von: InsideEVs.de
Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Citroen e-C3 Van (2026) im Test

Bilder von: InsideEVs.de

Auf eventuellen längeren Fahrten bietet es sich dennoch an, eher Richtung 70 Prozent zu laden und einen Stopp mehr einzuplanen. Eine Etappe von Bochum nach Köln und zurück schafften wir auf 175 Kilometern bei 94 auf 23 Prozent mit einem Rest von 56 Kilometern. Hier wurde der e-C3 aber auch längere Zeit mit Vollgas gefahren. Die Vorteile der niedrigen Höchstgeschwindigkeit machen sich dennoch bemerkbar.

Preise/Konkurrenz

Ausstattungs-Varianten wie beim Pkw gibt es beim Citroën e-C3 Van nicht. Ein Unterschied wird lediglich im verbauten Akku gemacht. Der Urban Range mit 30-kWh-Batterie startet bei 19.890 Euro, die Standard Range mit 44-kWh-Batterie kostet mindestens 23.200 Euro. Beide Varianten basieren auf der PkW-Ausstattung Plus und kommen mit 17-Zoll Stahlfelgen, Klimaanlage, LED-Scheinwerfern vorne, 7,4 kW Onboard Charger und einigen Assistenten.

Das im Testwagen verbaute Infotainment-System kostet beispielsweise 504 Euro extra, ein 11-kW-Onboard-Charger 336 Euro, Klimaautomatik und empfehlenswerte Rückfahrkamera 462 Euro und das Winterpaket mit Sitzheizung 924 Euro. Mit Wunschfarben und Zubehör ist die Aufpreisliste dann auch schon ausgeschöpft. Alufelgen bietet Citroën gar nicht erst an. Der kleine Franzose will Malocher sein ... durch und durch.

Serienkonkurrenz gibt es im Kleinwagen-Segment ohne Rückbank, mit Ladefläche und Trenngitter praktisch nicht. Wer unkompliziert klein will, muss sich mit umgeklappter Rückbank zufrieden geben. Hier könnten der geräumige Hyundai Inster (ab 24.650 Euro), der neue Renault Twingo (ab 19.990 Euro) oder der Dacia Spring (ab 18.700 Euro) mal genauer unter die Lupe genommen werden. Letzteren gab es als Vorfacelift mal als Cargo-Version in Großbritannien. Gut möglich, dass er über den Gewerbekundenbereich auch beim neuen Modell zurückkommt. 

Fazit: 6/10

Das Konzept des Citroën e-C3 Van als simpler Malocher ist denkbar einfach. Als Lieferant steht er derzeit dennoch allein auf weiter Flur. Genau das macht ihn für viele Einsätze im Dienstleistungsspektrum interessant. Der Franzose ist wendig, sparsam und funktional. Dinge wie die Laderaumabdeckung könnten eine variablere Nutzung vertragen, sein Laderaum spricht aber im Kleinen für ihn.

Leider gönnt sich der kleinste Citroën dermaßen viele Kinderkrankheiten, sodass wir ihn derzeit nicht uneingeschränkt empfehlen können. Informieren Sie sich vorm Kauf über Software-Updates und Verbesserungen. Denn ohne die ärgerlichen Macken wäre der Van eine gute 8,5/10 unter den kleinsten Anpackern.

   

Pro

  • Cleveres Raumkonzept
  • Fahrkomfort & Wendigkeit
  • Verbrauch
   

Contra

  • Gravierende Software- und Elektronik-Fehler
  • Mangelhafte Übersicht
  • Schwache Ladekurve