VW ID. Buzz: Übersicht mit allen Daten und Preisen
Alle neuen Versionen, vom Freestyle-Einsteiger bis zur GTX-Langversion
Der VW ID. Buzz, oft auch als Elektro-Bulli bezeichnet, wurde im März 2022 vorgestellt; in Deutschland wurden die ersten Exemplare im Mai 2022 zugelassen. In letzter Zeit kamen etliche neue Versionen hinzu, so der Freestyle, die Langversion und neue Batterien. So haben wir ein wenig den Überblick darüber verloren, welche Kombinationen möglich sind und was das Modell generell bietet. Höchste Zeit also für eine Modellübersicht.
Der VW ID. Buzz war das vierte "ID"-Modell von Volkswagen nach dem ID.3, dem ID.4 und 5. Im Gegensatz zu diesen Modellen sowie dem später hinzugekommenen ID.7 hat der Buzz einen sprechenden Namen und zudem ein Leerzeichen hinter dem Punkt, man schreibt "ID. Buzz". Technische Basis ist wie bei allen ID-Modellen der Modulare Elektrobaukasten (MEB).
VW ID. Buzz mit kurzem bzw. normalem Radstand (KR)
VW ID. Buzz mit langem Radstand (LR)
Der Wagen ist schon in der Normalversion mit 4,71 Meter Länge und einem annähernd quadratischem Querschnitt von zwei mal zwei Metern ein ziemlicher Kaventsmann. Der Radstand ist bei dieser KR-Version mit fast drei Metern deutlich länger als bei ID.3 bis 5. Auch diese Version gibt es optional als Sechssitzer. Daneben wird eine Langversion mit 4,96 Meter Länge und einem Radstand von 3,24 Meter offeriert. Diese Variante mit langem Radstand (LR oder LWB genannt) wurde im Juni 2023 vorgestellt.
| Länge | Radstand | Höhe | Breite | Kofferraum | |
| ID. Buzz KR | 4.712 mm | 2.989 mm | 1.927 mm | 1.985 mm | 1.121-2.123 L |
| ID. Buzz LR | 4.962 mm | 3.239 mm | 1.924 mm | 1.985 mm | 1.340-2.469 L |
Bei der Langversion (LR) gibt es auch eine sechssitzige und eine siebensitzige Version, die man gegen rund 1.300 Euro Aufpreis erhält. Das maximale Kofferraumvolumen fehlt im offiziellen Datenblatt auf der VWN-Website; bei der Vorstellung wurde es mit 2.469 Litern angegeben. Mit sieben Personen besetzt, sollen noch 306 Liter Stauraum bleiben. Außer mehr Innenraum ermöglicht der lange Radstand auch noch größere Batterien: Während in den Buzz KR maximal eine 79-kWh-Batterie hineinpasst, gibt es die LR-Version auch mit 86 kWh – oder besser gesagt: nur mit 86 kWh.
Neben der Personenversion wird noch eine Cargo-Variante angeboten, die es aber nur mit kurzem Radstand gibt. Hier ist die Karosserie hinten verblecht statt verglast, das heißt, es gibt hinten keine Fenster; damit eignet sie sich eigentlich nur für den gewerblichen Einsatz. Außerdem hat die Cargo-Version in der ersten Reihe drei statt zwei Sitze.
Antriebe und Akkus
Zum Start wurde nur ein Fünfsitzer mit dem bekannten 150-kW-Heckantrieb und 77-kWh-Batterie angeboten. Diese Variante gibt es inzwischen überhaupt nicht mehr. Stattdessen werden folgende drei Motorisierungen für die KR-Version angeboten:
- 125-kW-Hecktriebler mit 59-kWh-Akku (Ausstattungen Freestyle und Pure)
- 210-kW-Hecktriebler mit 79 kWh-Akku (Ausstattungen Pro und Goal)
- 250-kW-Allradler mit 79-kWh-Akku (Ausstattung GTX)
Die Langversion gibt es wie erwähnt ausschließlich mit 86-kWh-Akku. Hier hat man die Wahl zwischen:
- 210-kW-Hecktriebler mit 86-kWh-Akku (Pro und Goal)
- 250-kW-Allradler mit 86-kWh-Akku (GTX)
Damit gibt es fünf Motor-Akku-Kombinationen, drei mit kurzem und zwei mit langem Radstand:
| Freestyle/ Pure KR | Pro/Goal KR | GTX KR | Pro LR | GTX LR | |
| Antrieb | RWD 125 kW | RWD 210 kW | AWD 250 kW | RWD 210 kW | AWD 250 kW |
| 0-100 km/h | 10,7 Sek. | 7,6 Sek. | 6,1 Sek | 7,9 Sek. | 6,4 Sek. |
| Höchstgeschw. | 145 km/h | 160 km/h | 160 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
| Min. Verbrauch | 20,3 kWh | 18,9 kWh | 20,6 kWh | 19,5 kWh | 20,2 kWh |
| Akku netto | 59 kWh | 79 kWh | 79 kWh | 86 kWh | 86 kWh |
| Max. Reichweite | 330 km | 461 km | 421 km | 487 km | 473 km |
| Max. DC-Ladeleistung | 165 kW | 185 kW | 185 kW | 200 kW | 200 kW |
| DC-Ladedauer (10-80%) |
24 min | 26 min | 26 min | 26 min | 26 min |
| Basispreis | 49.998 € | 60.892 € | 73.102 € | 65.813 € | 74.928 € |
Bei der Reichweite fordern das hohe Fahrzeuggewicht von 2,4 bis 2,8 Tonnen und die aerodynamisch ungünstige Form ihren Tribut. Dem hat VW mit den größeren Batterien (79 statt 77 kWh beim kurzen Radstand und 86 kWh beim langen Radstand) entgegengewirkt. Hohe Reichweiten sind trotzdem nicht drin: Die reichweitenstärkste Variante ist der Pro mit langem Radstand, der 487 km nach WLTP-Norm schafft. Obwohl der 86-kW-Akku der größte ist, den es im MEB-Baukasten gibt, reicht es also nur für eine mittelmäßige Reichweite. Zum Vergleich: Beim VW ID.7 ermöglicht die 86-kWh-Batterie bei gleichem Antrieb 709 km nach Norm.
Die 79-kWh-Batterie (erkennbar an der ungeraden Modulzahl) hat im Buzz den alten 77-kWh-Akku ersetzt
Interieur
Das Cockpit sieht auf den ersten Blick ähnlich aus wie bei ID.3 bis 5. Hinter dem Lenkrad gibt es ein kleines Instrumentendisplay, in der Cockpitmitte einen großen Touchscreen. Letzterer hat seit 2024 einen Durchmesser von 12,9 Zoll und besitzt beleuchtete Touch-Tasten für Klima und Lautstärke. Der Fahrmodus (P, N, R, D oder B) wird über einen Lenkstockhebel rechts am Steuer aktiviert – im Vergleich zum "Drehknubbel" der ersten ID.3-Versionen die bessere Lösung, weil die Sicht darauf nicht durch den Lenkradkranz versperrt wird.
Das Cockpit mit dem neuen 12,9-Zoll-Touchscreen (hier im GTX)
Die Sitze in der zweiten Reihe lassen sich längs verschieben – bei der Version mit normalem Radstand um 15 Zentimeter, bei der Langversion sogar um 20 cm – und zwar sowohl im Ganzen als auch geteilt. Klappt man die Sitze um, ergibt sich durch einen Einlegeboden ein ebener Ladeboden. Ausbaubar ist die zweite Reihe aber nicht. Bei den beiden Sitzen der dritten Reihe ist das jedoch möglich.
Eingestiegen wird über zwei serienmäßige Schiebetüren. Bei der LR-Version haben die Sitze der zweiten Reihe eine Easy-Entry-Funktion, was den Zustieg nach ganz hinten ermöglicht.
Ein variabler Ladeboden ermöglicht eine schön ebene Ladefläche
Der VW ID. Buzz wird in Hannover von VW Nutzfahrzeuge gefertigt. Seit der Einführung im Herbst 2022 war er zunächst nur sporadisch konfigurierbar; offenbar konnten nicht genug Fahrzeuge gebaut werden, um eine kontinuierliche Versorgung zu ermöglichen. Schon vor dem Marktstart waren 21.000 Stück bestellt worden – deutlich mehr, als VWN bis Ende 2022 bauen konnte. Inzwischen gibt es aber offenbar keine Probleme mit der Verfügbarkeit mehr.
Im Jahr 2024 verkaufte VW knapp 4.800 VW ID. Buzz in Deutschland. Damit lag das Modell deutlich hinter den anderen ID-Modellen. Sogar vom relativ teuren ID.7 wurden über 14.000 Stück abgesetzt. So ist der Hersteller mit dem Verkaufserfolg nicht zufrieden, wie zu hören ist. Angeblich gilt der Buzz als überteuert. Das war wohl der Grund für die Einführung des Freestyle, den es für knapp 50.000 Euro gibt.
Konkurrenten des VW ID. Buzz
Zu den Rivalen des ID. Buzz gehört der Ford E-Tourneo/E-Transit Custom, den es wahlweise mit 100, 160 und 210 kW gibt. In alle Versionen wird eine 64-kWh-Batterie eingebaut, die für maximal 390 km Reichweite sorgt; zudem ist die maximale Ladeleistung mit 125 kW deutlich niedriger. Dafür ist der E-Tourneo Custom ein Neunsitzer. Mit gleicher Technik gibt es das Auto auch als VW e-Transporter.
Weitere Konkurrenten sind die Elektro-Transporter aus dem Stellantis-Konzern, die allerdings nur 100 kW Antriebsleistung und noch weniger Reichweite (bis ca. 320 km) und längere Ladezeiten (48 statt 30 min) bieten. Dazu gehören der Opel Zafira-Electric, der Fiat E-Ulysse, der Citroen e-Spacetourer und der Peugeot e-Traveller. Ein weiterer Konkurrent ist der Mercedes eVito. Auch ein Seitenblick auf den siebensitzigen Mercedes EQB (ab rund 48.000 Euro) oder große SUVs wie den Kia EV9 (ab etwa 72.000 Euro) lohnt sich vielleicht.
VW ID. Buzz im Test
Wir haben den Elektro-Bulli bereits im August 2022 getestet. Dabei empfanden wir das Auto als deutlich weniger sportlich als etwa einen ID.4 oder 5. Die hohe Sitzposition ist in der Stadt ein Vorteil, auf kurvigen Straßen aber ein Nachteil. Im Innenraum gibt es (wie bei ID.3 bis 5) viel Hartplastik und andere Billig-Materialien. Bemängelt haben wir auch, dass die Rekuperation nur zweistufig verstellt werden kann (Modi D und B) und dass kein One-Pedal-Driving mit Verlangsamung bis zum Stand möglich ist. Gut gefallen hat uns, dass das Navi für weit entfernte Ziele eine komplette Ladestrategie entwickelt.
Die Langversion haben wir im Dezember 2024 getestet, und zwar in der GTX-Version mit 250-kW-Allradantrieb. Dabei fiel auf, wie sympathisch er auf Passanten wirkt. Das Innere war unserer Testerin zu nüchtern. Allerdings sind die Sitze auch auf Langstrecken komfortabel und die Materialqualität in Ordnung – auch wenn Hartplastikteile an den Ursprung als Nutzfahrzeug erinnern. Außerdem wurde die hohe Variabilität des Innenraums gelobt.
Auch die für ein 2,8-Tonnen-Auto unerwartete Beschleunigung sorgte für Verblüffung. Ab 130 km/h lässt der Vorwärtsdrang aber auch bei der 250-kW-Topversion spürbar nach. Der Übergang von Rekuperation auf die mechanische Bremse wirkte etwas ruppig, was zuweilen für eine spürbare Nickbewegung der Karosserie sorgt. Der Stromverbrauch lag allerdings bei durchschnittlich 25 kWh/100 km, an kühlen Tagen auch mal bei 30 kWh.
Technische Daten des VW ID. Buzz
- Heckantrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotor oder Allradantrieb mit zusätzlich ASM vorne
- Systemleistung / Systemdrehmoment: 125, 210 oder 250 kW / 310, 545 bzw. 134+545 Nm
- 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 10,7 bis 6,1 Sek. / 145 bzw. 160 km/h
- Akku / Reichweite: 59, 79 oder 86 kWh netto / 330-487 km
- Ladeleistung: bis 11 kW mit AC, bis 165/185/200 kW mit DC
- DC-Ladedauer (10-80%): 24 min mit DC (kleiner Akku) bzw. 26 min (großer Akku)
- Maße (KR): 4.712 mm Länge / 1.985 mm Breite / 1.937 mm mm Höhe / 2.988 mm Radstand
- Kofferraum (KR): 1.121-2.123 Liter
- Basispreis: 49.998 Euro (kein Herstellerrabatt)
(Stand: 17. Januar 2025)
Quelle: VW Nutzfahrzeuge (Daten), Konfigurator
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