Die 2025 startende "Neue Klasse" bekommt aber noch eine andere, neue Zelltechnologie

Der BMW-Konzern will schon 2030 eine Festkörperbatterie haben, fünf Jahre vorher soll ein Demonstrator-Fahrzeug auf die Beine gestellt werden. Damit steigt BMW nun ebenfalls in das Rennen um die sehr hoch gehandelte Batteriezell-Technik ein.

Arg ambitioniert sind die Zeitvorgaben nicht. Denn laut VW soll die Festkörperzelle von Partner Quantumscape schon 2025 marktreif sein, und Toyota will ein Elektroauto mit Feststoff-Akku bereits vor 2025 bringen und Nio will seinen ET7 gar schon ab 2022 damit ausrüsten.

In der 2025 startenden Neuen Klasse will BMW erstmal keine Festkörperbatterie, aber auch nicht die existierende Batterietechnologie:

"Wir wollen die Energiedichte der Zellen deutlich erhöhen und die Kosten beim Materialeinsatz und in der Produktion gleichzeitig senken. Wir werden auch den Einsatz von Primärmaterial maßgeblich reduzieren, um eine wirklich 'grüne' Batterie sicherzustellen." (BMW-Chef Oliver Zipse am heutigen Montag in München)

Die Neue Klasse soll Reichweite und Herstellungskosten auf das Niveau von Verbrennungsmotoren bringen, so BMW. "Für die dann sechste Generation der BMW E-Antriebstechnologie bewertet das Unternehmen in der aktuellen Entwicklungsphase entsprechend unterschiedliche Zellformate, Zellchemien und auch Zellmodule."

Für die Zeit nach 2025 ist offenbar die Festkörperbatterie (Solid-State-Battery, ASSB) angedacht:

"Die BMW Group plant aber bereits über diese nächste Generation hinaus weiter in die Zukunft: Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Energiedichte von Batteriezellen um mindestens einen mittleren zweistelligen Prozentbereich steigen – von einem heute schon hohen Niveau aus." (BMW-Pressemitteilung)

"Bis zum Ende des Jahrzehnts" heißt: 2030, also dann, wenn laut BMW ein Festkörper-Akku serienreif sein könnte:

"Wir forschen intensiv an der Feststoffbatterie-Technologie. Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wir eine automotive-taugliche Feststoffbatterie für den Serieneinsatz realisieren. Schon deutlich vor 2025 planen wir ein erstes Demonstrator-Fahrzeug mit dieser Technologie zu zeigen." (Frank Weber, BMW-Entwicklungsvorstand)

Wenn Weber "forschen" sagt, muss man aber im Hinterkopf behalten, dass BMW nicht selbst entwickelt, sondern lediglich die Zellen der Zulieferer aussucht (wozu freilich eigene Kompetenzen aufgebaut wurden).

Derzeit bietet der BMW-Konzern drei Elektroautos an: den BMW i3, den Mini Cooper SE und den BMW iX3. Noch dieses Jahr folgen der BMW iX und der BMW i4. Im Jahr 2023 will die BMW Group dann ein rundes Dutzend Elektroautos haben. Es fehlen also noch etwa sieben Modelle.

Vier davon nannte BMW auf der Bilanzpressekonferenz: der bereits als Erlkönig herumfahrende iX1, der Elektro-Siebener i7, ein Elektro-5er (also ein i5) und ein Nachfolger des Mini Countryman mit Elektroantrieb. Im Jahr 2030 will BMW mindestens 50 Prozent des weltweiten Absatzes mit Elektroautos bestreiten.