Zwei Motor-Akku-Kombinationen mit 370 bzw. 480 Kilometern Reichweite

Amerikas beliebtester Pick-up, der Ford F-150 wird elektrifiziert. Der F-150 Lightning bekommt serienmäßig Allradantrieb und zwei Motor-Akku-Kombinationen mit 318 bzw. 420 kW Systemleistung. Die Version mit dem großen Akku soll eine Sprintzeit um die 4,5 Sekunden haben. 

Das Drehmoment liegt einheitlich bei 1.050 Newtonmetern; damit ist der Lightning der drehmomentstärkste F-150 aller Zeiten. Die zwei angebotenen Akkus sorgen für Reichweiten von 370 bzw. 480 Kilometern nach amerikanischer EPA-Norm. Zu den Batteriegrößen in kWh sagt Ford bisher noch nichts, doch die größere scheint 90 kWh oder mehr zu haben, wie sich aus den Angaben zum bidirektionalen Laden ergibt. 

  Standard Range Extended Range
Peak-Systemleistung 318 kW 420 kW
System-Drehmoment 1.050 Nm 1.050 Nm
Akku / Reichweite k.A. / 370 km EPA k.A. / 480 km EPA
Zuladung 907 kg 816 kg
Anhängelast 3,5 Tonnen 4,5 Tonnen

Zu Hause wird der F-150 Lightning an einer 80-Ampere-Ladestation aufgeladen, die im Serienumfang enthalten ist. Damit soll der Wagen durchschnittlich 30 Meilen (knapp 50 km) Reichweite pro Stunde nachladen. Die größere Batterie lässt sich damit in etwa acht Stunden von 15 auf 100 Prozent bringen.

Unterwegs kann man den Lightning mit der großen Batterie an einer 150-kW-Schnellladestation in etwa 41 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladen. 54 Meilen (87 km) Reichweite werden in 10 Minuten nachgeladen.

Bildergalerie: Ford F-150 Lightning (2022)

Der Lightning wird ausschließlich als Supercrew-Variante angeboten, das heißt mit Doppelkabine und vier Türen und fünf Sitzen. Die Abmessungen sind die gleichen wie beim konventionell angetriebenen F-150. Eine Aluminium-Karosserie sorgt dafür, dass das Gewicht im Rahmen bleibt. Als erster F-150 hat der Lightning hinten eine Einzelradaufhängung für mehr Fahrkomfort.

Die maximale Nutzlast liegt bei etwa 900 Kilo, die maximale Anhängelast bei bis zu 4,5 Tonnen. Ein Unterfahrschutz bewahrt die Batterie und die E-Motoren vor Beschädigungen. Die Batterie ist in einem wasserdichten Gehäuse untergebracht, das von einem Aufprallschutz umgeben ist.

In den Ausstattungsversionen Lariat und Platinum feiert Sync 4A seine Premiere. Zu dem Infotainmentsystem gehören ein 15,5-Zoll-Touchscreen, eine natürliche Sprachsteuerung, eine Cloud-basierte Navigation und die Integration von Amazon Alexa. Dazu kommt ein 12-Zoll-Instrumentendisplay mit konfigurierbaren Anzeigen.

2022 Ford F-150 Lightning Touchscreen

Fürs Cockpit gibt es eine ausklappbare Arbeitsfläche und "Max Recline"-Sitze, deren Lehne sich fast im 180-Grad-Winkel nach hinten legen lässt.  

Zu den Technik-Features gehört bidirektionales Laden. So können die Insassen unterwegs die eingebauten Steckdosen nutzen, die schon in der Basisversion eine Leistung von 2,4 Kilowatt abgeben, in den höheren Versionen sind es 9,6 Kilowatt. Dabei werden 7,2 kW über die Steckdosen im Innenraum und auf der Ladefläche abgegeben, die restlichen 2,4 Kilowatt über die Anschlüsse im so genannten "Power-Kofferraum" unter der Fronthaube.

Der F-150 hat ein Frunk (vorderer Kofferraum) mit einem Volumen von 400 Litern. Dieser wasserdichte "Power-Kofferraum" ist mit vier Steckdosen und zwei USB-Ladeslots ausgestattet, die insgesamt maximal 2,4 kW abgeben.

2022 Ford F-150 Lightning Frunk

Optional gibt es ein "Backup Power"-System, das bei Stromausfällen das Licht im Haus nicht ausgehen lässt. Backup Power sorgt in Kombination mit der Ladestation Ford Charge Station Pro und dem von Ford angebotenen Home-Management-System dafür, dass automatisch der Fahrzeugakku genutzt wird, wenn der Strom ausfällt. Sobald die Stromversorgung wiederhergestellt ist, lädt der Wagen automatisch seine Batterie wieder auf. Die große Batterie kann so ein Haus drei Tage lang mit Strom versorgen (bei einem angenommenen Verbrauch von 30 kWh pro Tag). Wenn man sparsam mit dem Strom umgeht, soll es für bis zu 10 Tage reichen.

Künftig soll ein System namens Ford Intelligent Power einführen, mit dem der Akku des Autos den Haushalt zu Zeiten mit hohen Stromtarifen mit elektrischer Energie versorgt, während zum Beispiel Nachttarife genutzt werden, um den Akku wieder aufzuladen. In Kooperation mit dem Solarunternehmen Sunrun bietet Ford auch die Integration von Solarpanelen am Haus an; so kann man den F-150 Lightning mit Sonnenenergie aufladen.

Der Lightning bietet zudem Over-the-Air-Updates und das halbautonome Fahrsystem BlueCruise. Damit kann man auf über 100.000 Highway-Meilen in den USA und Kanada die Hände vom Lenkrad nehmen. Ein weiteres Goodie ist die optionale Onboard-Waage. Diese nutzt die Fahrzeugsensoren, um dem Nutzer das ungefähre Gewicht der Ladung anzuzeigen. Dieser Wert wird zudem in die Berechnung der Restreichweite einbezogen.

Ebenfalls zum ersten Mal in der F-Serie erhältlich ist die Funktion "Phone As A Key". Damit lässt sich das Fahrzeug per Handy ver- und entriegeln sowie starten, wobei das Telefon in der Tasche bleiben kann.

Der F-150 Lightning kommt im Frühjahr 2022 auf den Markt. Die Preise beginnen bei 39.974 Dollar (etwa 33.000 Euro). Reservierbar ist das Auto ab sofort.

Technische Daten des F-150 Lightning

  • Antrieb: Allradantrieb mit 2 E-Motoren
  • Systemleistung (Peak): 318 kW bzw. 420 kW
  • Systemdrehmoment: 1.050 Nm
  • Akku / Reichweite: k.A. / 370 bzw. 480 km EPA 
  • Maße: 5.911 mm Länge / 2.032 mm Breite / 2.004 mm Höhe
  • Ladefläche: 1,70 Meter Länge / 1,28 Meter Breite (zwischen den Radkästen)
  • Sitzplätze: 5
  • Frunk: 400 Liter
  • Zuladung: 907 kg (Standard Range) bzw. 816 kg (Extended Range)
  • Anhängelast: 3,5 Tonnen (Standard Range) bzw. 4,5 Tonnen (Extended Range)
  • Basispreis: 39.974 Dollar (ca. 33.000 Euro)