Bei Tesla gehörte die Verkaufswelle am Ende jedes Quartals sozusagen zur Folklore. Ende März, Ende Juni, Ende September und Ende Dezember forderte Elon Musk seine Mannen oft auf, noch einmal alles zu geben und so viele Autos wie möglich auszuliefern. Der Grund war offenbar, vor den Börsianern gut dazustehen. Doch damit soll nun Schluss sein.

Elon Musk schrieb am 26. November eine E-Mail an seine Angestellten, wonach diese künftig mehr auf die Kosten achten sollen. Denn wenn am Quartalsende alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um auf Biegen und Brechen noch weitere Autos auszuliefern, müssen die Angestellten Überstunden machen, Zeitarbeitsfirmen bezahlt und Lkws außer der Reihe gechartert werden – und all das führt natürlich zu Mehrkosten.

Hier die gesamte Mail von Elon Musk, die David Lee von Drive Tesla Canada freundlicherweise unserem Partnerseite InsideEvs.com zur Verfügung gestellt hat:

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Danach glaubt Elon Musk, dass die Verkaufswelle am Quartalsende in Summe nicht einmal zu mehr Verkäufen führt, weil er Absatz dazwischen immer wieder deutlich fällt. Auf ein halbes Jahr gesehen, hat Tesla bisher nicht mehr Autos verkauft, muss aber die erhöhten Vertriebskosten bezahlen. Interessant ist das Ende des Briefes, wo Musk auf den Aktienkurs anspielt: "Handeln Sie möglichst effizient, so als würden wir nicht an der Böser gehandelt und als ob der Begriff Quartalsende nicht existieren würde."

Wirklich überzeugend ist die Begründung von Elon Musk für seinen Schritt allerdings nicht. Denn wenn die Verkaufszahlen im Mittel nicht höher sind als ohne die Verkaufswelle, dann würde das den Börsianern doch am Ende des Vierteljahres auffallen. Denn die Analysten gucken doch wohl auf die Auslieferungen im ganzen Quartal, nicht auf die Steigerung am Ende.

Möglicherweise hat die Aufforderung von Musk stattdessen mit den hohen Kosten zu tun, die durch die derzeitigen Logistik-Probleme verursacht werden: Wenn in den USA Lkw-Fahrer fehlen, wie zu lesen ist, dann wird dies wohl auch zu höheren Transportkosten führen, zumal wenn am Quartalsende noch ein Lkw zusätzlich fahren soll.