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Cellforce: Porsche-Batterien werden ab 2024 bei Reutlingen gebaut

Joint Venture baut Hochleistungszellen mit Silicium-Anode – möglicherweise für den Porsche Mission R

Cellforce hat einen Standort für die Porsche-Batteriefabrik gefunden

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

17. Dez. 2021 um 17:24 Uhr

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Cellforce, das Joint Venture von Porsche und dem Batteriehersteller Customcells, hat einen Standort für sein Batteriewerk gefunden: Es wird in Reutlingen-Nord/Kirchentellinsfurt errichtet. Ab 2025 sollen dort die Batteriezellen für Porsche-Elektroautos gebaut werden.

Porsche ist bekanntlich nicht mit der vom VW-Konzern geplanten, prismatischen "Einheitszelle" zufrieden, sondern möchte zumindest teilweise eigene Hochleistungszellen verwenden. Dabei handelt es sich um Pouch-Zellen mit Silicium als Anoden-Material.

VW Power Day (2021): Anoden aus Silicium würden die Ladezeit verringern und die Reichweite erhöhen.

Schon beim VW Battery Day hatte VW über die Vorteile der Silicium-Anode gesprochen

Durch die Verwendung von Silicium wird eine deutlich höhere Energiedichte möglich, so Cellforce. Außerdem verringert die neue Chemie den Innenwiderstand. So kann die Batterie beim Rekuperieren und beim Schnellladen mehr Energie aufnehmen. Zudem soll die Zelle besonders widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen sein. Für die Kathode setzt Cellforce offenbar auf eine NMC-Chemie (das heißt auf Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide).

Cellforce erwirbt nun eine Fläche von gut 28.000 Quadratmeter und baut darauf ab 2022 eine Entwicklungs- und Produktionsstätte. Ab 2024 sollen zunächst Batteriezellen für 1.000 Fahrzeuge herstellen. Die produzierte Speicherkapazität soll 100 MWh pro Jahr betragen – das heißt, es wird mit 100-kWh-Akkus gerechnet. 

Porsche Mission R Concept (2021)

Möglicher Nutznießer der Cellforce-Batterien: Porsche Mission R

In welchem Modell die Zellen zum Einsatz kommen werden, teilte Cellforce nicht mit, doch "denkbar" sei ein Einsatz in einem "elektrisch angetriebenen High-Performance-Modell". Nach Gerüchten könnte es sich dabei um den Kundensportwagen Porsche Mission R handeln. Laut Handelsblatt ist jedenfalls auch eine höhere Kapazität möglich, sodass noch andere Konzernmarken beliefert werden könnten.

Zur Wahl hatten auch andere Standorte in Baden-Württemberg gestanden. Den Ausschlag für das Industriegebiet zwischen Reutlingen und Tübingen gaben vor allem die kurzen Wegen zu zahlreichen Partnern, so Cellforce-Manager Markus Gräf. Zudem ist es nur ein Katzensprung zum bestehenden Cellforce-Standort in Tübingen und zum Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach. Dass sich der ursprüngliche avisierte Standort in Tübingen wicht realisieren ließ, lag laut Cellforce daran, dass sich "die Planung im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelte".

Mehr zu den Batterie-Plänen von VW und Porsche:

VW Power Day: Die Konzern-Pläne für die Batteriechemie

Volkswagen New Auto: Neues zu Batterien und Ladenetz

Das Vorhaben von Bund und Land mit rund 60 Millionen Euro gefördert. Laut dem oben verlinkten Handelsblatt-Artikel investiert Porsche für das Werk einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Wenn wir diese beiden Fakten richtig kombinieren, bedeutet das, dass die Fabrik praktisch komplett von der öffentlichen Hand bezahlt wird.

Quelle: Porsche

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