Der BMW-Konzern verkaufte im ersten Quartal fast zweieinhalbmal so viele Elektroautos (BEVs) als im Vorjahresquartal: Das Plus betrug 149,2 Prozent. Insgesamt wurden 35.289 Elektroautos der Marken Mini und BMW abgesetzt, wie die Unternehmensgruppe nun meldet.

Wenn der Konzern diese Verkaufszahl über die restlichen drei Quartale halten würde, käme man im Gesamtjahr auf über 140.000 BEVs – ein Plus von über einem Drittel gegenüber 2021, als BMW etwa 104.000 BEVs verkaufte. Doch das reicht dem Konzern nicht, er will seinen BEV-Absatz im Jahr 2022 mehr als verdoppeln. Das heißt: Das Ziel sind deutlich mehr als 200.000 Elektroautos.

Während der BEV-Absatz im ersten Quartal rasant wuchs, schrumpften die gesamten Verkäufe – wenn auch mit minus 6,2 Prozent nur moderat. Über alle Antriebsarten und Marken (Mini, BMW und Rolls-Royce) wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 596.907 Autos abgesetzt. Davon entfielen über 85 Prozent auf die Marke BMW.

"Unser Fokus liegt klar auf dem Hochlauf der Elek­tromobilität," sagte BMW-Vertriebsvorstand Pieter Nota. Während die Verkäufe sich bei den BEVs 2022 mehr als verdoppeln sollen, erwartet Nota für den gesamten Absatz nur das Halten des Vorjahresniveaus – also etwa 2,5 Millionen Autos. Wie die meisten Autohersteller kämpft BMW mit den Folgen des Ukraine-Kriegs und dem Corona-Lockdown in China.

Zu dem starken Plus bei den Elektroautos trugen laut BMW besonders die neuen Modelle iX und i4 bei, zu denen jedoch keine genauen Zahlen genannt wurden. Die beiden Fahrzeuge sind in Kürze auch weltweit erhältlich.

BMW iX1 (2022) als Erlkönig
Der neue iX1 dürfte den Absatz deutlich steigern
BMW i5: Das Exterieur (Erlkönigbild)
Auch der 5er gehört zu den absatzstarken Baureihen

Im Jahr 2022 will das Unternehmen – inklusive Vorserienfahrzeugen – 15 vollelektrische Modelle in der Produktion haben. Zu den bereits angebotenen Modellen (also Mini Cooper SE, BMW iX3, BMW i4 und iX; der i3 läuft aus) kommen nun der Elektro-3er für China, der Elektro-5er, der BMW iX1 und der BMW i7.

Vom iX1 ist bereits bekannt, dass er Ende des Jahres startet, der i7 kommt im November auf den Markt. Der aller Wahrscheinlichkeit nach i5 heißende Elektro-5er wurde für 2023 angekündigt; hier dürfte 2022 wohl nur die Vorserienfertigung starten. Für 2023 wurden auch der Elektro-Countryman sowie der Rolls-Royce Spectre avisiert, wobei Letzterer erst Ende 2023 starten soll. 

2020 verkaufte der Konzern rund 45.000 BEVs, 2021 etwa 104.000 und 2022 sollen es über 200.000 sein. Zusammen sind das etwa 350.000 Autos. Und die Zahlen sollen weiter schnell wachsen: Ende 2025 will das Unternehmen mehr als zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf die Straße gebracht haben. 

Ab Mitte des Jahrzehnts soll die kompromisslos auf vollelektrische Antriebe ausgerichtete Neue Klasse einen signifikanten Beitrag zum Absatzvolumen leisten. Mini wird ab Anfang der 30er-Jahre nur noch Elektroautos anbieten, bei Rolls-Royce soll es schon 2030 so weit sein. Außerdem sollen alle zukünftigen BMW-Motorrad für die Stadt vollelektrisch sein, wie beispielsweise der BMW CE 04.