MG zeigt auf dem Goodwood Festival of Speed den MG4 Electric XPower mit einem 320 kW starken Allradsystem. Trotz der hohen Leistung hat das Auto eine eher bürgerliche Optik. Daneben wird aber noch eine Designstudie namens EX4 präsentiert, mit dem gleichen Antrieb, aber deutlich aggressiverer Karosserie.

Die am Dienstag veröffentlichten Teaserbilder vermittelten schon eine gute Vorstellung von dem Auto, doch nun zeigt ein offizielles Video auf Twitter den Wagen unverhüllt. Am besten von vorne zu sehen ist der MG4 EX4 bei etwa 0:17, es gibt aber auch eine Einstellung, in der das Heck zu bewundern ist:

 

Wie der ab Mitte Juli bestellbare MG4 Electric XPower bekommt auch die Studie vorne einen 150-kW-Motor, und hinten eine 170-kW-Maschine; das addiert sich zu einer Gesamtleistung von 320 kW. Die Batteriedaten wurden noch nicht verraten, doch aufgrund der geringen Reichweite von 385 km ist wohl der bekannte 64-kWh-Akku zu erwarten.

Bildergalerie: MG4 EX4 Concept (2023)

Die neue Studie soll ab Donnerstag, dem 13. Juli, im First-Glance-Fahrerlager des Goodwood-Festivals präsentiert werden. Der Wagen soll die Rallye-Legende MG Metro 6R4 aus den 80er-Jahren auf der Basis des Austin/MG/Rover Metro (Wikipedia-Artikel) neu interpretieren.

Der EX4 erhält einen gewaltigen Frontsplitter und einen ebenso riesigen Heckspoiler, der sogar über das Dach hinauszuragen scheint. Auch die Kotflügel dürften verbreitert sein. Die aerodynamisch optimierten Räder haben eine geschlossene Oberfläche statt Speichen. Das Auto ist weiß lackiert, hat aber giftgrüne Akzente. Und wenn die Bilder nicht täuschen, gibt es keine Fondtüren. 

Die Studie MG4 EX4 wurde vom MG-Team in London entworfen, das auch maßgeblich an der Entwicklung des neuen Elektro-Roadsters Cyberster beteiligt war. Zu den Fahrleistungen macht MG keine Angaben. Doch Kollege Dan von InsideEVs.com vermutet, dass sich die Sprintzeit gegenüber den 3,8 Sekunden des MG4 Electric XPower noch verkürzt.

Er geht von Leichtbaumaßnahmen und einem verringerten Windwiderstand aus – wobei Letzteres unserer Meinung nach wegen der großen Spoiler eher unwahrscheinlich ist. Diese verbessern zwar die Traktion und erhöhen die Kurvengeschwindigkeiten, nicht aber das Spurtvermögen auf der Geraden. Andererseits: Eine bessere Traktion dürfte dem Auto beim Start zugute kommen.

Auch die 3,8 Sekunden sind schon ein guter Wert, damit wird zum Beispiel schon der stärkste Polestar 2 mit 350 kW (4,2 Sekunden) ausgestochen, der Ford Mustang Mach-E GT liegt nach den Angaben im Ford-Konfigurator nun gleichauf (3,8 Sekunden). Doch etliche sportliche Elektroautos sind noch schneller. So schafft der Kia EV6 GT den Standardspurt in 3,5 Sekunden, das Tesla Model 3 Performance braucht 3,3 Sekunden – um nicht von noch viel schnelleren Boliden à la Tesla Model S Plaid oder Supersportlern wie Rimac Nevera und Pininfarina Battista zu reden.

Bildergalerie: MG4 EX4 (Screenshots aus Twitter-Video)