Die traditionsreiche Marke Triumph hat seit fast 40 Jahren keine Autos mehr gebaut, doch nun prangt der Name wieder auf einem neuen Modell: dem futuristischen Elektroroadster namens Triumph TR25. Wie kann das sein?

Nun, Triumph ging es in den 60er-Jahren so wie vielen britischen Marken: Zusammen mit Austin, Morris, MG, Jaguar und Rover wurde die Marke in die British Leyland Motor Company integriert. 1984 wurde der Vertrieb von Triumph-Fahrzeugen eingestellt, nach der Übernahme von Rover gingen die Markenrechte an BMW. Der Münchner Konzern stimmte nun einer Verwendung durch ein Designstudio namens Makkina zu. Und spendierte den Antriebsstrang aus dem BMW i3 (in der stärkeren Variante i3s).

Bildergalerie: Triumph TR25 by Makkina (2023)

Der Triumph TR25 ist eine Hommage an den 50er-Jahre-Roadster Triumph TR2, insbesondere an den TR2 MCV575 "Jabbeke". Mit diesem Wagen stellte Rennfahrerlegende Stirling Moss 1953 einen Geschwindigkeitsrekord für Zweiliter-Seriensportwagen auf:

Triumph TR25 by Makkina (2023)

Wie das Original baut der TR25 auf ein minimalistisches Design mit glatten Flächen mit wenigen Ecken und Kanten. Die Zahl 25 auf den runden Scheinwerfern verweist wie der Modellname TR25 auf das  25-jährige Firmenjubiläum von Makkina.

Der Beifahrersitz verschwindet wie bei dem Temporekord-Wagen von 1953 unter einer Abdeckung. Allerdings gibt es einen Notsitz für einen zweiten Insassen. Auffällig sind die extrem kurzen Überhänge – und natürlich die nach oben öffnenden Scherentüren. Nach den Angaben von Autocar ist der Wagen nur einen Meter hoch und wiegt nicht mehr als 1.095 Kilo.

Hinten gibt es filigrane Rücklichter, die oben und unten aus der Karosserie herauszuwachsen scheinen. Dazwischen ist der Markenname Triumph zu lesen. Hinter dem rechts installierten Fahrersitz gibt es (wohl zum Schutz bei einem Überschlag und aus aerodynamischen Gründen) einen Buckel. 

Triumph TR25 by Makkina (2023)

Das Cockpit ist so minimalistisch gehalten wie das Exterieur. Es gibt ein einfaches Display hinter dem Lenkrad, das Tempo, Ladestand und Restreichweite anzeigt. Dazu gibt es ein traditionelles Drei-Speichenlenkrad, das jedoch in der Mitte eine Anzeige für wichtige Fahrzeuginformationen enthält.

Triumph TR25 by Makkina (2023)

Die Antriebstechnik basiert wie erwähnt auf dem BMW i3s. Der besaß einen 135 kW starken Elektromotor an der Hinterachse, und zwar einen Hybrid-Synchronmotor, wie ihn nun Stellantis bei seinem 115-kW-Antrieb (im Opel Astra Electric, im DS 3 E-Tense und vielen anderen Autos) einsetzt. Wie ein normaler Permanenterregter Synchronmotor (PSM) enthält ein solcher Motor Permanentmagneten, nutzt dazu aber auch den elektrischen Strom zur Erzeugung des nötigen Magnetfeldes. Neben der Lorentzkraft nutzt ein solcher Hybridmotor auch die so genannte Reluktanz (der magnetische Widerstand) zur Erzeugung des Vortriebs.

Im ultraleichten TR25 reicht der Antrieb für einen Tempo-100-Sprint in nur 5,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 185 km/h liegen – damit bleibt der Neuling deutlich hinter dem historischen Temporekord-Wagen zurück, der 200 km/h schaffte. 

Zum Akku des Triumph TR25 macht Makkina keine Angaben. Im i3 gab es ganz verschiedene Batterien: Die Speicherkapazität wuchs von der Markteinführung im Jahr 2013 von 23 kWh bis auf 42 kWh ab dem Jahr 2018. Die Reichweite des i3s mit 42 kWh wurde mit bis zu 345 km angegeben – der TR25 schafft immerhin etwa 300 km.

BMW stellte die i3-Produktion im Sommer 2022 ein. In neun Jahren wurden 250.000 Stück von dem Modell hergestellt. Ob aus dem Triumph TR25 jemals ein Serienmodell wird, ist mehr als zweifelhaft. Auch eine Zukunft für die Marke wird es eher nicht geben. Aber ein faszinierendes Auto ist die Studie durchaus.