Mitte September stellte Peugeot den neuen E-3008 vor, das erste Auto auf Basis von STLA-Medium. Nun ist das Auto bestellbar; allerdings enthält die Preisliste vom 20. November bislang nur eine von drei angekündigten Varianten: die Basisversion. Diese Variante mit 157 kW starkem Frontantrieb und bis zu 524 km Reichweite ist in der Version Allure für 48.650 Euro erhältlich. Daneben gibt es noch die Ausstattung GT für 53.450 Euro.

Neu ist auch ein Detail zum Ladeverhalten: Die angegebene DC-Ladezeit von 30 Minuten bezieht sich auf einen Ladehub von 20 bis 80 Prozent – für die meist angegebene Spanne von 10-80% braucht das Auto länger. Außerdem stehen nun alle Kofferraumdaten fest. Mit 520 bis 1.480 Liter passt etwas weniger in den E-3008 als in den Peugeot E-308 SW (548-1.574 Liter).

Der E-3008 erhält völlig neue Elektroantriebe, darunter erstmals Allradantriebe. Auch die Batterien sind neu: Während es bei den Stellantis-Pkws bisher Akkus mit 50 und 54 kWh gab, erhält der E-3008 zwei größere Batterien mit 73 bzw. 98 kWh netto. Dazu kommen zwei Frontantriebe und ein Allradantrieb. Die drei Versionen sind nach der Leistung in PS benannt:

  Peugeot E-3008 Electric
210 Standard Range
Peugeot E-3008 Electric
320 Dual Motor
Peugeot E-3008 Electric
230 Long Range
Antrieb FWD 157 kW AWD 157+83=240 kW FWD 170 kW
Drehmoment 343 Nm 343+166=509 Nm 343 Nm
0-100 km/h / Spitze 8,7 Sek. / 170 km/h 6,4 Sek. / 180 km/h 8,9 Sek. / 170 km/h
WLTP-Stromverbrauch 13,9 kWh/100 km 13,9 kWh/100 km 14,0 kWh/100 km
Akku netto 73 kWh 73 kWh 98 kWh
WLTP-Reichweite 504–524 km 525 km 700 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 kW (optional 22 kW) / 160 kW 
Ladedauer mit DC 30 min (20-80 %) 30 min 27 min
Basispreis 48.650 Euro (Allure) k.A. k.A.

Alle Antriebe bestehen ausschließlich aus Permanentmagnet-Motoren (PSM). Sie kommen von dem Joint Venture mit Nidec und werden in Trémery gebaut. Die beiden Versionen mit der kleinen Batterie bekommen vorne eine 157-kW-Maschine, beim Allradler kommt ein 83-kW-Motor hinten hinzu. Die Long-Range-Variante mit dem großen Akku und den besagten 700 km Reichweite hat ein 170-kW-Aggegat vorne.

Die beiden Fronttriebler haben seltsamerweise das gleiche Drehmoment. Ebenfalls auffällig: Obwohl sich beide Batterien serienmäßig mit bis zu 160 kW Gleichstrom aufladen lassen, ist der Vorgang bei der großen Batterie schneller abgeschlossen. Das lässt auf eine bessere Ladekurve bei dem 98-kWh-Akku schließen.

Schließlich fallen die extrem niedrigen Stromverbräuche auf. Vermutlich handelt es sich wie schon beim Peugeot E-308 und Opel Astra Electric um einen Fehler: 14 kWh wären kaum mehr als beim Fiat 500 Elektro. Bei den genannten Kompaktmodellen wurde der Stromverbrauch nachträglich um rund 3 kWh nach oben korrigiert. 

Mit 4,54 Meter Länge und der coupéhaften Form ist der Peugeot E-3008 ein Konkurrent des etwas längeren VW ID.5, des Nissan Ariya. Mit 700 km Maximalreichweite sticht der Peugeot diese Rivalen deutlich aus: Der VW ID.5 schafft maximal 536 km, was an der kleineren Batterie (77 kWh) und dem größeren Stromverbrauch (16,3 kWh/100 km) liegt. Das betrifft die bisherigen Modelle; die Daten für den VW ID.5 mit dem neuen 210-kW-Motor sind noch nicht bekannt.

Der Nissan Ariya kommt maximal 531 km weit. Auch er hat eine kleinere Batterie als der Long-Range-Peugeot (87 statt 98 kWh), und auch der Stromverbrauch ist mit 18,2 bis 18,7 kWh deutlich größer. Aber zum Thema Stromverbrauch gilt: Seit den Fehlern beim E-308 und Astra Electric trauen wir Stellantis in der Hinsicht nicht mehr so recht.

Auch im Vergleich mit dem Renault Scenic Electric hat der Peugeot reichweitenmäßig die Nase vorn: Der Scenic schafft in der reichweitenstärksten Variante aber immerhin stattliche 620 km.

Wie bei den bisherigen Stellantis-Elektroautos gibt es auch beim E-3008 die Modi Normal, Eco und Sport; bei der Allradversion kommt noch ein 4WD-Modus hinzu. Der Allradantrieb bleibt bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h aktiv und verteilt die Kraft automatisch nach hinten, wenn es rutschig wird.

Peugeot E-3008: Das Cockpit

Völlig neu beim Peugeot E-3008 ist auch das Cockpit mit dem gebogenen 21-Zoll-Display, das sich wohl aus zwei Monitoren unter einem Deckglas zusammensetzt. Der E-3008 unterstützt auch V2L (Vehicle to load): Man kann Elektrogeräte mit bis zu 3 kW aus der Traktionsbatterie versorgen.

Neu sind auch die besseren Einstellmöglichkeiten für die Rekuperation: Sie lässt sich beim E-3008 über Lenkradwippen dreistufig einstellen. Ob in der stärksten Stufe auch echtes One-Pedal-Driving möglich ist, lässt die Pressemitteilung offen – also vermutlich nicht.

Zwei Ausstattungsvarianten werden angeboten: Allure und GT. Dazu kommen drei Ausstattungspakete. Neben den Elektroversionen gibt es auch eine Hybridversion; die Preisliste enthält ein offenbar nicht aufladbares Modell mit 100 kW, das einen 1,2-Liter-Dreizylinder mit einem 16-kW-Elektromotor kombiniert. Verbrenner sind offenbar keine mehr geplant. Preise gibt es bislang nur für diese Hybridversion und die Elektro-Basisvariante.

Marktstart ist im Februar 2024. Gebaut wird der neue Peugeot E-3008 ausschließlich im Stammwerk Sochaux (Frankreich). Ein E-5008 wird folgen; Details dazu will Peugeot aber erst Anfang 2024 verraten.

Technische Daten des Peugeot E-3008

  • Front- oder Allradantrieb mit Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSMs)
  • Systemleistung / Systemdrehmoment: 157 bis 240 kW / 343-509 Nm
  • 0-100 km/h / Spitze: 8,9-6,4 Sek. / 170 bzw. 180 km/h
  • Akkus / WLTP-Reichweite: 72 bzw. 98 kWh netto / 505-700 km
  • Maße: 4.542 mm Länge / 1.895 mm Breite / 1.641 mm Höhe / 2.739 mm Radstand
  • Kofferraum: 520-1480 Liter (470 Liter bei 4WD)
  • Anhängelast: 1.250 kg gebremst, 750 kg ungebremst
  • cW-Wert: 0,28
  • Marktstart: Februar 2024
  • Basispreis: 48.650 Euro