Der Mercedes EQS SUV wird derzeit ausschließlich in den USA gebaut und von der Fabrik in Tuscaloosa (Alabama) aus in alle Welt exportiert. Doch nach einem Artikel von Automotive News Europe soll sich das ändern: Künftig wird dort ein elektrischer GLC produziert, während die Fertigung des EQS SUV nach Bremen verlagert wird.

Als Quellen für das Gerücht werden in dem Artikel Insider aus der Lieferkette genannt, vermutlich Zulieferer und Händler. Danach will Mercedes die Produktion des EQS SUV im Jahr 2026 in das deutsche Werk verlagern – denn dann startet die Produktion des GLC EV. Die Verlagerung soll geschehen, weil Mercedes glaubt, dass der GLC EV zur "Cash Cow" wird. Der EQS SUV verkauft sich mit rund 7.000 abgesetzten Exemplaren von Januar bis September nicht schlecht in den USA, doch gingen die Verkäufe zuletzt zurück.  

Mercedes-Benz EQC

Die Produktion des Mercedes EQC lief im Frühjahr 2023 aus 

Der GLC EV soll die Nachfolge des im Laufe des Jahres 2023 ausgelaufenen Mercedes EQC antreten. In den USA war das Auto nie auf dem Markt, weil die Reichweite für den US-Markt zu gering war, so der Bericht. Nach WLTP-Norm lag diese bei 373 - 437 km, nach EPA-Norm wäre sie wohl noch deutlich geringer gewesen.

Der Nachfolger GLC EV soll eine Reichweite von 300 Meilen haben, also 480 km – vermutlich nach der anspruchsvollen amerikanischen EPA-Norm. EPA-Reichweiten liegen oft ein Drittel unter dem WLTP-Wert. Zudem soll das neue Modell rundlichere Formen als der EQC haben. Erlkönigbilder zeigten die Form des Neulings (der manchmal auch als EQC SUV bezeichnet wird) bereits. Der Wagen wirkt auf uns mehr wie ein hochgelegter Kombi oder wie ein Crossover:

Bildergalerie: Mercedes EQC SUV (2025) als Erlkönig erwischt

Das Mercedes-Werk in Tuscaloosa fertigte letztes Jahr 260.000 Autos. Neben dem EQS SUV werden dort der EQE SUV sowie die Verbrenner-Modelle GLS und GLE produziert. Die Batterien für die Elektroautos werden in einer Fabrik im nahe gelegenen Bibb County zusammengesetzt; die Zellen dafür kommen wohl aus Asien.

Der Fahrzeugausstoß des Werks Bremen war 2022 mit 265.000 Autos minimal größer als bei dem US-Werk. Hier werden neben dem Mercedes EQE bislang nur Verbrenner-Modelle gebaut, nämlich die C-Klasse in allen Karosserievarianten, der davon abgeleitete GLC sowie der Mercedes-AMG Roadster SL. Ab Mitte der Dekade soll dort jedoch ein Modell auf Basis der Plattform MB.EA produziert werden, heißt es auf der Website des Bremer Werks. Dabei könnte es sich um den elektrischen Nachfolger der C-Klasse handeln.

Electrek erwartet, dass der GLC EV alias EQC SUV auf der Mercedes Modular Architecture (MMA) basieren wird. Doch die ist eigentlich für die Kompaktmodelle wie den CLA gedacht. Mittelklasseautos wie der GLC dürften eher auf der Plattform MB.EA beruhen. 800-Volt-Technik bieten allerdings beide.