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Warum der Tesla Cybertruck vielleicht nie nach Europa kommt
Das Gewicht, die Vorliebe für kleinere Fahrzeuge und der Ladeanschluss sind einige Gründe ...


Von: Iulian Dnistran
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
5. Dez. 2023 um 15:57 Uhr
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Update: Lars Moravy, Teslas Vice President of Vehicle Engineering, bestätigte gegenüber TopGear Netherlands, dass der Cybertruck es wahrscheinlich nie nach Europa schaffen wird.
"Erstens ist der Markt für Pickups in Amerika riesig, und das ist bei euch anders", sagte Moravy gegenüber TopGear. "Und zweitens: Die europäischen Vorschriften verlangen eine Abrundung von 3,2 Millimetern an hervorstehenden Teilen. Leider ist es unmöglich, eine Rundung von 3,2 Millimetern auf einem 1,4 Millimeter dicken Edelstahlblech herzustellen", fügte er hinzu.
Bildergalerie: Tesla Cybertruck

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Nach vier Jahren Verzögerungen, Gerüchten und allerlei seltsamen Äußerungen von CEO Elon Musk auf seiner bevorzugten Kommunikationsplattform X wurden letzte Woche endlich die ersten serienreifen Tesla Cybertrucks ausgeliefert.
Doch während amerikanische Kunden, die den kantigen, vollelektrischen Pick-up bestellt haben, damit rechnen können, ihn irgendwann im nächsten Jahr in den Händen zu halten, sollten sich die europäischen Reservierungsinhaber keine Hoffnungen machen.
Der Grund dafür ist das Datenblatt selbst, das - obwohl beeindruckend - Teslas allerersten Pick-up auf dem alten Kontinent zu einer Art verbotener Frucht machen könnte.
Mit bis zu 845 Pferdestärken und einem Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde in nur 2,6 Sekunden ist der Cybertruck zwar ein schnelles, aber auch ein schweres Nutzfahrzeug. Mit einem Gewicht von 6.843 lbs (knapp 3,1 Tonnen) für das Spitzenmodell Cyberbeast mit drei Elektromotoren und einer Batterie mit etwa 123 Kilowattstunden (laut Carwow) ist der Cybertruck einfach zu schwer, um in Europa mit einem normalen Führerschein gefahren zu werden.

Denn dort dürfen Personen mit einem Führerschein der Kategorie B (für normale Pkw) ein Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fahren. Das Gewicht des Cybertrucks liegt zwar unter dem Grenzwert, aber bei der Zahl ist die Zuladung von gut 1.130 kg noch nicht berücksichtigt. Addiert man das, erhält man 9.343 lbs oder ungefähr 4.230 kg.
Laut dem offiziellen VIN-Decoder, der Anfang des Jahres bei den Aufsichtsbehörden eingereicht wurde, hat der Cybertruck zwei mögliche zulässige Gesamtgewichtsklassen (GVWR):
- Klasse G - Mehr als 3.629 kg bis 4.082 kg. (8.001-9.000 lbs);
- Klasse H - Größer als 4.082 kg bis 4.536 kg. (9.001-10.000 lbs).
Wie Sie sehen können, liegt die niedrigste Klasse bereits über dem europäischen Grenzwert. Das würde bedeuten, dass ein Cybertruck-Kunde - wenn der Wagen in Europa verkauft werden sollte - eine Fahrerlaubnis der Klasse C benötigt, die für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen oder 7.716 lbs. gedacht ist.

Tesla Cybertruck Innenraum
Mit anderen Worten: einen Lkw-Schein. Als Europäer weiß ich, dass der Erwerb eines solchen Führerscheins teurer ist als ein normaler Führerschein der Klasse B, und nur wenige Menschen machen sich die Mühe, einen solchen zu erwerben - warum auch, wenn sie nicht vorhaben, einen Lkw zu fahren? Also nicht ideal für ein Fahrzeug, das in großen Stückzahlen produziert und verkauft werden soll.
Ein weiterer Faktor, der den Cybertruck zu einer rein amerikanischen Angelegenheit machen könnte, ist die begrenzte Attraktivität, die große Pick-ups im US-Format in den letzten Jahren in Europa hatten. Kleinere Modelle wie der Toyota Hilux, der Mitsubishi L200 (auch bekannt als Triton), der Volkswagen Amarok und der Ford Ranger beherrschen das Segment auf dem alten Kontinent, so dass ein so großer Pick-up wie der von Tesla es schwer hätte, sich in diesem Teil der Welt einen Namen zu machen.
"Europäische Pick-up-Trucks sind im Vergleich zum US-Markt eher klein", sagt Pedro Pacheco, Vice President of Research bei Gartner, gegenüber Business Insider.
"Für ein Fahrzeug der Kategorie Cybertruck gibt es in Europa keinen großen Markt, da Pickups im Allgemeinen nicht sehr verbreitet sind", fügte er hinzu.

Tesla Cybertruck
Und schließlich ist da noch die Frage des Ladeanschlusses. Während Teslas so genannter North American Charging Standard (NACS)-Stecker kurz davor steht, sich bei den für den US-amerikanischen und kanadischen Markt bestimmten E-Fahrzeugen durchzusetzen, hat sich in Europa der CCS2-Stecker durchgesetzt. Sogar die europäischen Tesla-Supercharger sind mit CCS2 ausgestattet.
Um den Cybertruck hierzulande verkaufen zu können, müsste der in Austin ansässige Automobilhersteller den CCS2-Stecker irgendwie in den Cybertruck integrieren. Das bedeutet Hardware- und Software-Änderungen, die Tesla im Großen und Ganzen als zu lästig empfinden könnte.
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Harte Zahlen sind schwer zu bekommen, da Pickups in der Regel mit anderen leichten Nutzfahrzeugen wie Transportern gebündelt werden, aber im Jahr 2020 wurden in Europa nur 116.280 Pickups verkauft, wie aus diesem Artikel von Automotive News von vor zwei Jahren hervorgeht.
Das ist weit entfernt von den rund drei Millionen Pick-ups, die 2020 in den Vereinigten Staaten verkauft wurden, und macht den Markt für Tesla, das bis 2025 bis zu 250.000 Cybertrucks pro Jahr verkaufen möchte, noch uninteressanter.
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