Lange wurde der VW ID. Buzz GTX erwartet, nun ist er da. Und mit seinem 250 kW starken Allradantrieb ist er der stärkste Bulli aller Zeiten. Es gibt ihn mit zwei Radständen und zwei verschiedenen Batterien.

Bisher wurde der VW ID. Buzz ausschließlich mit einem 150 KW starken Heckantrieb angeboten, also mit dem Aggregat, das im ID.4/5 und im ID.7 schon längst durch die neue 210-kW-Maschine abgelöst wurde. Die bekommt der ID. Buzz GTX nun, und dazu einen Frontmotor. So bietet die Topmotorisierung gleich 100 kW mehr als die bisherige Version.

Antrieb und Batterien

Der 250-kW-Allradantrieb ist unter anderem aus dem ID.4 GTX bekannt. Wie dort wird hinten die erwähnte 210-kW-Maschine eingesetzt. Es handelt sich um eine Permanentmagnet-Synchronmaschine (PSM) des Typs APP550 (AchsParallele PSM mit ca. 550 Nm).

Vorne wird eine Asynchronmaschine (ASM) eingebaut, die sich nur bei Bedarf zuschaltet. Diese trägt das Kürzel AKA150 und dürfte von Magna stammen. Was das Kürzel bedeutet, wissen wir nicht, aber vermutlich steht die Zahl 150 auch hier für das ungefähre Drehmoment – genau sind es 134 Nm. Die Höchstleistung liegt bei 80 kW. Beide GTX-Modelle beschleunigen in etwa 6,5 Sekunden auf Tempo 100; bei 160 km/h wird abgeregelt.

VW ID. Buzz GTX (2024)

Die 86-kWh-Batterie mit 13 Modulen

Statt der altbekannten 77-kWh-Batterie werden die zwei neuen Batterien aus dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) eingebaut: Die Version mit Normalradstand bekommt die 79-kWh-Batterie, die im ID.3 GTX vorgestellt wurde. Sie hat wie die alte Batterie eine Bruttokapazität von 84 kWh; möglicherweise gibt VW also nur mehr Kapazität zur Nutzung frei. Definitiv neu ist aber der Akku für die Variante mit langem Radstand: Hier wird der 86-kWh-Akku aus dem ID.7 GTX Tourer eingebaut, die netto 86 kWh (brutto 91 kWh) speichert und kurioserweise aus einer ungeraden Zahl von Modulen (13 Stück) besteht. 

Aufladen in nur 25 Minuten

Die 79-kWh-Batterie kann mit bis zu 185 kW geladen werden. So soll man sie in nur 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen können – ein neuer Rekord im VW-Konzern. Daraus errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 2,2 kWh pro Minute. Zum Vergleich: Die 77-kWh-Batterie im altbekannten VW ID. Buzz Pro kann man laut VW mit maximal 170 kW aufladen, die Ladedauer wird hier mit 30 Minuten angegeben, allerdings für den etwas größeren Ladehub von 5 bis 80 Prozent. Das entspricht einer Ladegeschwindigkeit von 1,9 kWh/min.

Die 86-kWh-Batterie kann man sogar mit bis zu 200 kW laden – ein weiterer neuer Bestwert im VW-Programm. Ein Ladehub von 10 auf 80 Prozent dauert hier "weniger als eine halbe Stunde". Demnach beträgt die Ladegeschwindigkeit hier mindestens 2,0 kWh/min.

Wie beim ID.7 wird die Batterie automatisch vorkonditioniert, wenn der DC-Lader als Navi-Ziel eingegeben wird. Alternativ kann man den Akku auch manuell vorwärmen oder vorkühlen. Routen mit bis zu zehn Ladestopps können im Internet (zum Beispiel per Smartphone oder im Webportal von VW) geplant und dann an das Auto übertragen werden.

Dank des neuen Antriebs steigt auch die maximale Anhängelast: Der ID. Buzz GTX mit Normalradstand bietet 1.800 Kilo (gebremst, 8 Prozent Steigung), beim ID. Buzz GTX mit langem Radstand sind es 1.600 Kilo. Damit erhöht sich die Anhängelast um 800 respektive 600 Kilo. Besonders auf nassem oder losem Untergrund bietet der 4Motion-Allradantrieb auch im Anhängerbetrieb große Traktionsvorteile, verspricht VW.

VW ID. Buzz

VW ID. Buzz Pro

VW ID. Buzz GTX (2024)

VW ID. Buzz GTX

Eigenständige Exterieur-Optik

Optisch ist der ID. Buzz GTX an einer eigenständigen Front erkennbar. Neu ist der Stoßfänger dem tief angeordneten, schwarzen Wabengitter in der Mitte. Ebenfalls eigenständig: Links und rechts sind in den Stoßfänger neu gestaltete Tagfahrlichter integriert: jeweils zwei aufeinander stehende LED-Dreiecke, die zusammen wie eine Pfeilspitze wirken.

Serienmäßig erhält der ID. Buzz GTX Matrix-LED-Scheinwerfer und neue 19-Zoll-Alufelgen im "Venlo"-Design. Optional gibt es ebenfalls neue 21-Zöller ("Caracas" oder "Townsville", beide schwarz, aber letztere mit glanzgedrehter Oberfläche). 

Exklusiv für den ID. Buzz GTX wird die Lackierung "Kirschrot" eingeführt, optional in Kombination mit "Monosilber Metallic" wie auf den Bildern zu sehen. Darüber hinaus stehen sechs weitere Uni-Farben und vier Bicolor-Lackierungen zur Wahl.

Cockpit, Sitzanlage und Kofferraum

Neu im Cockpit der ganzen Baureihe sind ein optionales Head-up-Display und ein 12,9-Zoll-Touchscreen (statt 12,0 Zoll) mit verbesserter Menüführung. Außerdem ist die Touch-Leiste für die Temperatur- und Lautstärkeregelung nun beleuchtet.

VW ID. Buzz: Das Cockpit

VW ID. Buzz Pro (2022)

VW ID. Buzz GTX (2024)

VW ID. Buzz GTX

Vorne gibt es elektrisch einstellbare Sitze mit Memory-Funktion, die schwarzen Velours-Bezüge haben Rauten-Muster sowie rote Kontrastnähte und rote Biesen. Rote Nähte gibt es auch am Lenkrad, dazu eine rote Spange und einen GTX-Schriftzug:

VW ID. Buzz GTX (2024)

Ebenfalls neu im ID. Buzz ist die Sprachassistentin Ida, die durch die Anbindung an Wikipedia und ChatGPT auch Wissensfragen beantworten und andere Aufgaben erledigen kann. Die Assistenzsysteme bieten nun auch das ferngesteuerte Parken per Smartphone und eine Warnung vor dem Öffnen der Tür, wenn sich ein Fahrrad von hinten nähert. 

Ein schwarzer Dachhimmel soll den sportlichen Charakter der GTX-Modelle unterstreichen. Allerdings ist der ID. Buzz mit langem Radstand auch mit einem Panoramadach erhältlich, das man elektronisch transparent oder blickdicht schalten kann.

VW ID. Buzz GTX (2024)

Der ID. Buzz GTX mit Normalradstand ist als Fünfsitzer mit einer 40:60 teilbaren Dreiersitzbank in der zweiten Sitzreihe oder als Sechssitzer mit jeweils zwei Einzelsitzen in der zweiten und dritten Reihe erhältlich. Die Langversion kann zusätzlich noch als Siebensitzer mit einer Dreiersitzbank in der zweiten Reihe und zwei Einzelsitzen ganz hinten bestellt werden. Die Sitze der zweiten Reihe sind längs verschiebbar, und zwar um 15 cm bei der Normalversion, beim LWB-Modell um 20 cm.

VW ID. Buzz GTX (2024)

Der Kofferraum der fünfsitzigen Normalversion fasst 1.121 bis 2.123 Liter, bei der Langversion sind es 1.340 bis 2.469 Liter. Mit sieben Personen besetzt bietet Letztere noch 306 Liter Stauraum hinter der dritten Reihe. Je nach Sitzkonfiguration können beide Version mit einem "Multiflex-Board" ausgestattet werden, das eine zweite Ladeebene und bei umgeklappten Rücksitzen eine ebene Ladefläche bietet.

Die Markteinführung beider ID. Buzz GTX erfolgt im zweiten Halbjahr 2024; der Vorverkauf soll im Sommer starten. Die Preise verrät VW noch nicht.

Unter dem Strich

VW verbessert seinen 2019 eingeführten Elektrobaukasten immer noch weiter. Die Reichweite steigt durch die neue 79-kWh-Batterie, welche den altbekannten 77-kWh-Akku auch in den anderen MEB-Modellen schrittweise ersetzen dürfte. In Modelle mit größerem Radstand (wie der ID.7 oder der ID. Buzz LWB) passt auch die neue 86-kWh-Batterie. Zudem bewegen sich die maximalen Ladeleistungen Richtung 200 kW. Vermutlich wird bald auch der alte 150-kW-Motor (im ID. Buzz und im ID.3) dem stärkeren, aber sparsameren 210-kW-Aggregat weichen.

Bildergalerie: VW ID. Buzz GTX (2024)