Im Oktober stellte Kia das EV3 Concept vor, die Studie eines neuen Kompakt-SUVs mit Elektroantrieb, das sich optisch an das neue Siebensitzer-SUV EV9 anlehnt. Nun hat Automedia einen Erlkönig in Nordschweden fotografiert. Vermutlich lässt die offizielle Vorstellung der Serienversion nicht mehr lang auf sich warten.

Das Auto soll etwa so groß sein wie ein Kia Niro, also etwa 4,40 Meter lang. Nach Angaben von Patrick George von InsideEVs.com, der bei der Vorstellung in Seoul dabei war, soll der EV3 auf der E-GMP-Plattform basieren, die auch die anderen "EV"-Modelle trägt.

Anders als die bekannten Modelle soll der EV3 aber Frontantrieb erhalten, wie der KoreanCarBlog unter Berufung auf einen Kia-Manager schrieb. Das soll eine bessere Innenraumnutzung bringen, denn Inverter, Elektromotor, Getriebe und Bordlader können allesamt unter die Fronthaube gepackt werden. So bleiben viele Stromverbindungen kurz.

EV3 Concept mit Ladeanschluss vorne: So bleibt die Verbindung zum Bordlader unter der Fronthaube kurz

Da beim EV5 ein 400-Volt-System verwendet wird, dürfte auch der kleinere EV3 die normale Spannungslage nutzen, und kein 800-Volt-System haben wie EV6 und EV9. Die braucht ein Kompakt-SUV wohl auch nicht unbedingt, denn je kleiner ein Auto ist, desto seltener wird es wohl auf der Langstrecke bewegt. Bei den Batterien könnte sich Kia zumindest teilweise der günstigeren LFP-Chemie zuwenden; entsprechende Absichten äußerte Kia kürzlich bei einem Investor Day. Für den Antrieb wäre wohl der 150-kW-Permanentmagnet-Motor aus dem Niro geeignet, der ebenfalls Frontantrieb besitzt. Dort wird eine 65-kWh-Batterie für 460 km Reichweite eingesetzt.

Kia EV3 als Erlkönig
Kia EV3 Concept

Was die Erlkönigbilder angeht, so wirkt das Auto darauf eher etwas länger als die Studie. Doch das kann mit dem kleinen "Rucksack" am Heck zusammenhängen. Die Scheinwerferform scheint ähnlich zu sein wie beim EV3 Concept, die Felgen sind ähnlich aber nicht identisch.

Kia EV3 als Erlkönig
Kia EV3 debütiert in Südkorea

Die charakteristisch dünne Blechpartie am oberen Ende der A-Säule bleibt offenbar bei der Serienversion erhalten. In die hinteren Fenster wird offenbar aber ein Steg eingesetzt, sodass sich ein kleines drittes Seitenfenster ergibt. Der Türgriff wird dann im schwarzen Plastik verborgen: 

Kia EV3 als Erlkönig

Auch Teile des Cockpits sind auf den Erlkönigbilder zu erahnen, insbesondere die ungewöhnlichen Kopfstützen und die Displays:

Kia EV3 als Erlkönig
Kia EV3 Concept

Autocar behauptet, der EV3 wäre kein Kompakt-SUV, sondern ein Kleinwagen-SUV. Das Auto würde den 4,20 Meter langen E-Soul ersetzen, nicht den 4,42 Meter langen Niro EV. Das kommt uns plausibel vor, denn unter dem 4,68 Meter langen EV6 müssen ja noch vier Modelle Platz haben: EV2, EV3, EV4 und EV5. Außerdem teilt sich der EV3 die Gestaltung der A-Säule und die abfallende Dachlinie mit dem Soul.

Die Einordnung ins B-Segment würde auch die niedrigen Preise erklären, die kolportiert werden. Bei Autocar ist von einem Basispreis von 28.500 Pfund zu lesen; das wären nur 22.000 Euro. Laut KoreanCarBlog soll der EV3 im Einstieg 35.000 Dollar kosten, also etwa 32.000 Euro. Unsere Erlkönig-Spezialisten von Automedia schließlich behaupten, die Preise würden zwischen 28.000 und 40.000 Euro liegen. All das wäre deutlich günstiger als der Niro EV (etwa 46.000 bis 48.000 Euro) und der e-Soul (ab knapp 48.000 Euro). Hoffen wir, dass die Kollegen Recht haben.

Unter dem Strich

Nach den großen und teuren Modellen EV6 und EV9 bringt Kia nun erschwinglichere Autos. Zuerst startet der EV3, ein Elektro-SUV, das im Kleinwagen- oder Kompaktsegment antritt und deutlich günstiger sein soll als die bisherigen Kia-Elektroautos. Je nachdem, wie groß das Auto wird, könnten Modelle wie der Smart #1, der Volvo EX30 oder der Mini Countryman Electric zu den Konkurrenten gehören.   

Bildergalerie: Kia EV3 als Erlkönig

Quelle: Automedia