Am 18. April meldete Alfa Romeo, dass der Junior bestellbar ist. Nun ist auch die Preisliste als PDF-Datei online – und zwar mit dem ursprünglich geplanten Modellnamen Milano. Damit sind nach den Preisen nun auch die Ausstattung und die genauen Daten des kleinen SUV bekannt, das gemeinsam mit dem Fiat 600 und dem Jeep Avenger in Polen gebaut wird.

Mit 4,17 Meter ist der Alfa Romeo Junior bis auf wenige Millimeter genauso lang wie der Fiat 600 Elektro, die Höhe ist mit 1,53 rund einen Zentimeter größer. Wie bei Fiat kann man wählen zwischen einem Benziner mit Mildhybrid-Unterstützung und einem Elektroantrieb. Genau gesagt, sind es sogar zwei Elektroantriebe: Neben dem 115-kW-Motor ist hier auch das 177-kW-Aggregat erhältlich, das aus dem Abarth 600 Elektro bekannt ist.

Zum Bestellstart gibt es nur die Einführungsedition Speciale mit umfangreicher Ausstattung. Mit Elektroantrieb kostet sie 41.500 Euro. Die Serienversion soll es erst ab Juni geben – für 39.500 Euro, also 2.000 Euro günstiger. Die 177-kW-Version gibt es nur in der Ausstattung Veloce und kostet damit 48.500 Euro. 

Der Alfa Romeo Junior Elettrica bekommt laut Preisliste eine Batterie mit 54 kWh brutto und 51 kWh netto. Soweit wir wissen, ist das der Akku, der in die kleinen Stellantis-SUVs (Opel Mokka Electric, Fiat 600 Elektro etc.) eingebaut wird, während die kleinen Limousinen (Opel Corsa Electric, Peugeot E-208Lancia Ypsilon etc.) eine etwas kleinere Batterie mit 51 kWh brutto und 48 kWh netto erhalten. Dazu kommt der bekannte 115-kW-Frontantrieb. Die maximale WLTP-Reichweite liegt ähnlich wie bei den Schwestermodellen bei 410 Kilometern.

  Alfa Romeo Junior Elettrica Alfa Romeo Junior Elettrica 240
Antrieb FWD 115 kW, 260 Nm FWD 177 kW, 345 Nm
0-100 km/h / Spitze 9,0 Sek. / 150 km/h 6,0 Sek. / 200 km/h
WLTP-Stromverbrauch 15,0-15,6 kWh k.A.
Akku / WLTP-Reichweite 51 kWh netto / 398-410 km 51 kWh netto / k.A.
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 100 kW 11 / 100 kW
Ladedauer AC/DC 5h45 / <30 min (10-80%) 5h45 / <30 min (10-80%)
Preis (Ausstattung) 39.500 Euro (Basis) 48.500 Euro (Veloce)

Aufgeladen wird, wie bei den Stellantis-Stromern auf Basis der Plattform eCMP üblich, mit 11 kW Wechselstrom oder 100 kW Gleichstrom – beides serienmäßig. Beim Schnellladen soll man die Batterie in weniger als 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent bringen können. Auch eine Wärmepumpe ist immer an Bord.

Zur Serienausstattung der ab Juni erhältlichen Basisversion gehören 18-Zoll-Räder, LED-Licht, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber rundum und elektrisch einstellbare Außenspiegel. Innen gibt es ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10,1-Zoll-Touchscreen. Zu den Assistenzsystemen gehören ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Anti-Kollisionssystem  und Parkpiepser hinten.

Alfa Romeo Milano

Die Startedition Alfa Junior Elettrica Speciale besitzt zudem das bei der Basisversion fehlende Navigationssystem, eine Sitzheizung und einen variabel einlegbaren Kofferraumboden. Außerdem gibt es hier einen Totwinkel-Warner, ein Lederlenkrad, ein Ambientelicht, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz mit Massagefunktion, eine dritte Kopfstütze hinten, eine Heckklappe mit Gesten-Steuerung, eine Rückfahrkamera, zwei Lautsprecher mehr (6 statt 4) sowie ein schlüsselloses Zugangssystem. Heckscheibe und hintere Seitenscheiben sind abgedunkelt.

Die Ausstattung Veloce umfasst 20-Zoll-Alufelgen, eine Tieferlegung um 25 Millimeter, Sport-Stabilisatoren vorne und hinten, eine Sportbremsanlage und ein mechanisches Torsen-Sperrdifferenzial. Das Navigationssystem, der Abstandstempomat, der Totwinkel-Warner, die gestengesteuerte Heckklappe und das schlüssellose Zugangssystem sind hier nur im Paket gegen Aufpreis erhältlich. Die Wärmepumpe ist hier gar nicht erhältlich.

Unter dem Strich

Alfa erhält mit dem Junior ein erstes Elektromodell – noch später dran ist nur die Marke Lancia, die in Deutschland erst noch wiedergeboren werden muss. Den Junior bezeichnet Alfa als SUV, obwohl die Grenzen zum Kleinwagen fließend sind. Die Technik ist die gleiche wie bei den Schwestermodellen, die Preise liegen jedoch am oberen Rand.

Gegen den ursprünglich geplanten Namen Milano (italienisch für Mailand) protestierte die italienische Regierung, weil damit angeblich die Kundschaft in die Irre geführt wird – der Wagen wird ja nicht in Mailand, sondern in Polen gebaut. Um Konflikte zu vermeiden, wurde das Modell fix in "Junior" umbenannt. Witzig ist, dass die offizielle PDF-Preisliste noch den alten Namen enthält. 

Bildergalerie: Alfa Romeo Junior (ehemals Milano)