Zugegeben, wir haben es spät gemerkt. Aber besser spät als gar nicht: Volvos kleines Elektroauto gibt es noch bis Ende Juni mit einer "Elektroprämie" in Höhe von bis zu 3.500 Euro.

Dieser Rabatt für den Volvo EX30 – denn um nichts anderes handelt es sich – wird im Konfigurator ausgelobt. Dort erscheint der Hinweis "Bitte beachten Sie, dass der angezeigte Preis beim Online-Barkauf bereits einen Nachlass im Rahmen der Online-Elektroprämie enthält." Ein Link führt auf eine Website, die wir oben als Screenshot zeigen.

  EX30 Single Motor EX30 Single Motor
Extended Range
EX30 Twin Motor
Performance AWD
Antrieb RWD mit 200 kW RWD mit 200 kW AWD mit 315 kW
0-100 km/h 5,7 Sek. 5,3 Sek. 3,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 180 km/h 180 km/h
WLTP-Stromverbrauch 16,7 kWh/100 km 15,7 kWh/100 km 16,3 kWh/100 km
Akku netto/brutto 49/51 kWh (LFP) 64/69 kWh (NMC) 64/69 kWh (NMC)
WLTP-Reichweite 344 km 480 km 460 km
Aufladen AC/DC bis 22 / 134 kW bis 22 / 153 kW bis 22 / 153 kW
DC-Ladedauer 26 min (10-80%) 26,5 min (10-80%) 26,5 min (10-80%)
DC-Ladegeschwind. 1,3 kWh/min 1,7 kWh/min 1,7 kWh/min
Listenpreis (Basisausstattung) 37.990 € (Core) 43.290 € (Core) 49.990 € (Plus)
Mit Elektroprämie 35.490 € (Core) 40.790 € (Core) 46.490 € (Plus)   

Die Elektroprämie macht das Basismodell und das mittlere Modell jeweils 2.500 Euro günstiger als in der PDF-Preisliste angegeben, bei der Topmotorisierung macht der Rabatt die versprochenen 3.500 Euro aus.   

Im PDF-Dokument erscheinen allerdings seit dem Modelljahr 2025 (das offenbar seit 4. April verkauft wird) erhöhte Preise. Davor kostete die Basisversion 36.590 Euro, also 1.400 Euro weniger, den Single Motor Extended Range Core gab es für 41.790 Euro, also für 1.320 Euro weniger, und für den Twin Motor Performance Plus verlangte Volvo 48.490 Euro, ergo 1.500 Euro weniger. Preiserhöhung zu Anfang April also, Rabatte kurz darauf – vielleicht seit Mai oder Anfang Juni.

Ob das Ganze mit den befürchteten Zöllen für in China gebaute Autos zu tun hat? Der EX30 entsteht in Zhangjiakou, für ihn hat die EU Strafzölle in Höhe von 20 Prozent angekündigt. Will Volvo vorher noch möglichst viele Autos verkaufen? Vielleicht will die Schweden-Marke aber auch die bislang nicht ganz erfüllten Verkaufserwartungen für das neue Modell Realität werden lassen. Ein Sprecher sagte uns kürzlich, das Auto sollte sich in Deutschland besser verkaufen als der XC40 und EX40 zusammen. Von Januar bis Mai kam der EX30 aber laut KBA-Zulassungszahlen nur auf rund 3.700 Stück, der XC40/EX40 landete bei fast 4.800 Exemplaren.

Zu den Konkurrenten des Volvo EX30 gehören die kleinen SUVs von Stellantis wie der Jeep Avenger Elektro, den es trotz der geringeren Leistung (115 statt 200 kW) erst ab 38.500 Euro gibt, sowie der Hyundai Kona Elektro (mit 115 kW ab rund 42.000 Euro). Beide Rivalen sind also spürbar teurer. Den Smart #1 gibt es mit gleicher Technik ab 37.490 Euro, den VW ID.3 (kein SUV, aber mit ähnlicher Länge und Höhe) mit 125 kW, 388 km Reichweite und "VW-Umweltprämie" ab 33.330 Euro. Für den ID.3 Pro mit 150 kW und 434 km Reichweite werden 36.425 Euro abgebucht.

Unter dem Strich

Auch wenn Volvo den EX30 als SUV bezeichnet, VW den ID.3 aber als Kompaktwagen: Groß sind die Unterschiede bei der Karosserie nicht, und die Kundschaft dürfte sehr wohl vergleichen. Dabei wird aufgefallen sein, dass die VW-Umweltprämie in Höhe von 3.570 Euro den ID.3 ziemlich günstig macht. Die Elektroprämie von Volvo dürfte eine Gegenmaßnahme sein. Ob die beiden Rabatte wirklich Ende Juni auslaufen, wie angekündigt? Das müssen wir abwarten, genauso wie den Ausgang der Zollverhandlungen mit China.

Bildergalerie: Volvo EX30 Single Extended Range Ultra (2024) in Moss Yellow im Test

Bild von: Fabian Grass