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Mercedes eActros 600: Serienproduktion in Wörth hat begonnen

Erste Kundenfahrzeuge sollen noch 2024 ausgeliefert werden

Mercedes eActros 600: Produktionsstart im Werk Wörth
Bild von: DaimlerTruck

Des Mercedes eActros 600 wird nun in Serie gebaut. Das Werk in Wörth (bei Karlsruhe) hat am heutigen 22. November 2024 die reguläre Fertigung aufgenommen. Mit dem elektrischen Fernlaster geht nach dem eActros 300/400 und dem eEconic der dritte batterieelektrische Laster in Wörth in Produktion.

Mit einer Reichweite von 500 Kilometern zielt der eActros 600 auf das Langstreckensegment in Europa, das für zwei Drittel der CO2-Emissionen im schweren Straßengüterverkehr verantwortlich ist, sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström. Deswegen werde der Laster "einen echten Unterschied machen".

Mercedes eActros 600: Produktionsstart im Werk Wörth

Die Elektroachse mit zwei E-Motoren und einem Viergang-Getriebe bietet 300 kW Dauerleistung, 600 kW Peakleistung

Der eActros 600 feierte Ende 2023 seine Weltpremiere. Die hohe Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden erklärt die Typbezeichnung 600 und eine besonders effiziente Elektroachse mit 400 kW Dauerleistung (600 kW Peakleistung) aus eigener Entwicklung, ermöglichen eine Reichweite von 500 Kilometern bei 40 Tonnen Gesamtzuggewicht. Mit Zwischenladen in der Mittagspause mit bis zu 400 kW sind weit über 1.000 Kilometer am Tag möglich. Später soll auch das Megawattladen (MCS) möglich sein

Der eActros 600 wird auf der bestehenden Montagelinie gefertigt, parallel und flexibel neben den Diesel-Lkws. In dieser Produktionshalle erhält er auch sämtliche elektrische Komponenten. Der eActros 600 ist somit der erste Elektro-Laster aus Wörth, dessen kompletter Aufbau in einer Produktionshalle stattfindet. Die Modelle eActros 300/400 und eEconic verlassen für die Montage des elektrischen Antriebs die Produktionshalle, um im Wörther Future Truck Center elektrifiziert zu werden.

Mercedes-Benz eActros 600 (2024)

Der eActros 600 ist wie der Tesla Semi eine Sattelzugmaschine

Allerdings kommen die Elektrokomponenten aus anderen Werken: Die Daimler-Truck-Werke Mannheim, Kassel und Gaggenau liefern die E-Achse, Getriebekomponenten sowie die so genannte "Frontbox", welche zahlreiche Hoch- und Niedervoltkomponenten bündelt und statt des Dieselmotors eingebaut wird.

Das Werk Wörth arbeitet intensiv an einer klimafreundlichen Produktion: Bereits seit 2022 fertigt das Werk bilanziell CO2-neutral, unter anderem durch den Einkauf von Grünstrom sowie Kompensationszertifikaten. Aber auch eine eigene Grünstromproduktion durch Photovoltaik-Anlagen und eventuell Geothermie wird ausgelotet.

Bildergalerie: Mercedes eActros 600: Produktion in Wörth

Das Werk Wörth ist das größte Montagewerk für Mercedes-Laster. Seit dem Start im Jahr 1963 wurden hier rund 4,4 Millionen Lkws gebaut. Heute sind dies die Baureihen Actros, Arocs und Atego sowie die Spezialfahrzeuge Econic, Unimog und Zetros. 2021 startete die Serienproduktion des eActros 300/400 für den Verteilerverkehr, 2022 folgte der eEconic als Müllsammler. Das Werk hat rund 10.000 Beschäftigte und ist damit zweitgrößter Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.

Die in den ersten Monaten in Serie gefertigten Fahrzeuge gehen vor allem als Vorführfahrzeuge an Niederlassungen und Händler. Hauptsächlich aufgrund von staatlichen Förderungsmöglichkeiten für Kunden in Deutschland werden noch 2024 einige Kundenfahrzeuge gefertigt und zugelassen. 


Unter dem Strich

Der Mercedes eActros 600 rollt bald zur Kundschaft. Rentabel ist er aber hauptsächlich nur bei entsprechender Förderung, denn der elektrische Fernlaster kostet mit 286.300 Euro netto ein Mehrfaches der Dieselversion. Hauptschuldig an dem hohen Preis dürften die drei 200-kWh-Batterien sein, obwohl diese mit kostengünstiger LFP-Chemie arbeiten.