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Mercedes eActros 600: Prototyp erstmals mit 1.000 kW geladen
Nun muss daraus ein Serienprodukt werden – bis zum Marktstart des eActros 600 wird das wohl nichts

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
22. Apr. 2024 um 11:09 Uhr
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Megawatt-Charging bei Mercedes-Benz Trucks: Bei einem Test im Entwicklungs- und Versuchszentrum in Wörth am Rhein wurde nun erstmals ein Prototyp des eActros 600 mit 1.000 kW aufgeladen. Damit implementiert der Prototyp bereits das Megawatt Charging System (MCS).
"Unsere Entwickler haben den neu definierten MCS-Standard in kürzester Zeit mit voller Ladeleistung ins Fahrzeug gebracht", sagt Rainer Müller-Finkeldei, Leiter Mercedes-Benz Trucks Product Engineering. Jetzt wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die MCS-Technologie im eActros 600 zur Serienreife zu bringen. Dazu muss die Kommunikationsschnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladesäule weiter erprobt werden. Außerdem werden die Prototypkomponenten zu Serienteilen weiterentwickelt.

Der Ladestecker enthält oben zwei dicke Gleichstrom-Adern. Darunter sind verschiedene Kommunikationsleitungen und der Schutzleiter (Erdung) angeordnet
Der Mercedes eActros 600 wurde im Oktober 2023 vorgestellt. Der Fernverkehrs-Lkw besitzt drei LFP-Batteriepakete à 207 kWh, also zusammen 621 kWh. Damit sollen 500 km am Stück möglich sein. Der Start der Serienproduktion ist für Ende 2024 geplant. Bis dahin ist offenbar noch nicht mit dem serienmäßigen MCS-Laden zu rechnen. Aufgeladen wird zunächst mit 400 kW, doch man soll schon eine MCS-Vorrüstung bestellen können. Sobald die Technik verfügbar ist, soll sie nachgerüstet werden.
Mit dem Megawatt-Laden soll man die Batterien des eActros 600 in etwa 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen können. Damit könnte der Akku in der gesetzlichen Mittagspause geladen werden. Diese ist gesetzlich mit mindestens 45 Minuten nach 4,5 Stunden Fahrtzeit festgelegt. Mit dem eActros 600 soll man laut Mercedes deutlich über 1.000 km am Tag schaffen. Ob das klappen kann, haben wir uns anhand der folgenden Überschlags-Rechnung überlegt.
Bei einem Lkw-Tempo von maximal 80 km/h ist die erste Pause spätestens nach 360 km fällig. Ausgehend von 500 km Reichweite dürfte der Ladestand dann noch etwa 30 Prozent betragen. In knapp 30 Minuten wird die Batterie wieder auf 80 Prozent gebracht – was rund 400 km ermöglichen sollte. Man kann also wieder 360 km fahren, wozu weitere 4,5 Stunden nötig sind. Nach 9h30 sind dann aber erst 720 km geschafft.

Beweisfoto: 1.001,1 Watt wurden beim Aufladen erreicht
Etwa 60 Prozent der Langstreckenfahrten der europäischen Mercedes-Kundschaft sind ohnehin kürzer als 500 Kilometer, schreibt der LKW-Hersteller. Dann ist eine Ladesäule auf dem Betriebshof sowie an den Be- und Entladestellen ausreichend. Für alle anderen Einsätze ist der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur Voraussetzung. Gerade für solche anspruchsvollen Anwendungsfälle hat das Megawattladen großes Potenzial.
Die Reichweite von 500 km wurde übrigens nach Vorkonditionierung mit einer 4x2- Sattelzugmaschine mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht bei 20 Grad Außentemperatur im Fernverkehrseinsatz ermittelt. Deshalb sind Abweichungen von den Werten nach der Verordnung (EU) 2017/2400 möglich, wie Mercedes in einer Fußnote schreibt.
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Unter dem Strich
Das Megawatt-Laden für Elektro-Fernlaster macht Fortschritte. An einem Prototyp des Mercedes eActros 600 funktionierte es schon, nun geht es an die Serienentwicklung. Dabei dürfte es auch um Themen wie Fehlbedienungen, eventuelle Schäden am Stecker oder Kabel und dergleichen mehr gehen. 1.000 Watt sind nicht ohne.
Bildergalerie: Mercedes eActros 600 mit 1.000 kW aufgeladen

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Quelle: Daimler Truck
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