Tesla Model Y "Juniper" jetzt in Deutschland konfigurierbar
Bisher gibt es nur die Long Range AWD Launch Edition für knapp 61.000 Euro (Update)
Im März 2020, also vor knapp fünf Jahren, wurden die weltweit ersten Exemplare des Model Y ausgeliefert. Nun steht ein Facelift an, das in China schon seit 10. Januar bestellbar ist. Seit dem gestrigen Freitag (24. Januar) kann man es auch bei uns in Deutschland konfigurieren. Wir haben unseren Artikel mit weiteren Details und zusätzlichen Bildern angereichert – schließlich ist dies wohl die wichtigste News dieser Woche.
Die neue Version des Model Y bekam vor allem eine neue Exterieur-Optik, die durch die bessere Aerodynamik auch zu etwas mehr Reichweite führt. Außerdem verkürzen sich die Sprintzeiten und das Interieur wurde leicht modifiziert. Zudem soll das Fahrwerk jetzt wie beim aktualisierten Model 3 "Highland" mehr Komfort bieten.
Varianten
Konfigurierbar ist das neue Modell also, aber laut deutschem Konfigurator gibt es bisher nur eine einzige Motorisierung: Long Range AWD. Daneben finden sich noch alle vier Varianten des Vor-Facelift-Modells, wobei die Basisversion mit Hinterradantrieb aber nicht eingerahmt, nicht anwählbar und damit auch nicht mehr konfigurierbar ist. Die drei übrigen Versionen sind weiter bestellbar:
Einen Schreck bekommen wohl viele angesichts des Preises: Die Long Range AWD Launch Edition kostet happige 60.990 Euro – die alte Variante gleichen Namens gibt es für 6.000 Euro weniger. Die limitierte Einführungsversion hat ein paar Ausstattungselemente mehr als die Serienvariante, darunter ein spezielles Emblem am Heck, das auch beim Öffnen der Tür auf den Boden projiziert wird, eine "Lauch Edition"-Plakette am Schweller sowie Wildleder im Innenraum.
Durch die verbesserte Aerodynamik von Karosserie und Rädern sowie neue Leichtlaufreifen bietet die neue Version mehr Reichweite: Der LR AWD schafft nun 568 statt 533 km, hat also 35 km mehr WLTP-Reichweite – eine Verbesserung um 6,5 Prozent. Der Verbrauch sank etwas von 15,5 auf auf 15,3 kWh/100 km. Die Sprintzeit verkürzte sich von 5,0 auf 4,3 Sekunden. Offenbar hat sich also auch die Motorisierung geändert, aber dazu äußert sich Tesla nicht offiziell. Die Tesla-Tabelle mit den Motorleistungen ist noch unverändert; vermutlich wurde sie noch nicht aktualisiert.
In Asien gibt es zusätzlich noch die Version mit Heckantrieb. Die WLTP-Reichweite der RWD-Variante beträgt 466 km, wie aus dem Konfigurator für Singapur hervorgeht. Das sind gerade mal 11 km mehr als die alte Version bot. Auch hier schrumpft die Sprintzeit von 6,9 auf 5,9 Sekunden, also um eine Sekunde. Letzteres geht aus dem chinesischen Konfigurator hervor.
Exterieur
Das neue Modell hat eine Optik, die mit ihrer durchgehenden Lichtleiste vorne und hinten entfernt an den Cybertruck erinnert. Während beim Auslaufmodell mittig auf der Fronthaube das Tesla-T prangte, ist dieses bei der neuen Version verschwunden.
Lichtleiste vorne ...
.. und hinten
Die vordere Lichtleiste bietet adaptives Kurvenlicht, das heißt, der Scheinwerfer leuchtet in die Kurve hinein. Die Front enthält beim neuen Modell eine neue Kamera, die eine erweiterte Sicht auf dem Touchscreen zeigt. Sie ist mit Waschanlage und Heizelement ausgestattet, um Beschlagen und Vereisen zu verhindern.
Hinten gibt es eine ungewöhnliche Technik: Das Rücklicht wird per Reflektion erzeugt. Das heißt, das Licht wird auf eine spezielle Blende projiziert und gelangt erst von dort zum Betrachter. Das soll die Technik offenbar bei Parkremplern schützen, wie Motor1 Italien erfahren hat. Dem gleichen Zweck dient, dass der neue Diffusor etwas nach hinten über die Karosserie hinausragt.
Die Länge wuchs um rund vier Zentimeter, auch die Breite wuchs offenbar um sechs Zentimeter, während die Höhe gleich blieb. Hier die wichtigsten Abmessungen, wobei sich die Breite auf eingeklappte Spiegel bezieht:
| Länge | Breite | Höhe | Kofferraum | |
| Neues Model Y | 4.790 mm | 1,982 mm | 1.624 mm | bis 2.138 Liter |
| Altes Model Y | 4.751 mm | 1.921 mm | 1.624 mm | 854-2.158 Liter |
Interieur
Innen gibt es laut Tesla bessere Materialien wie Aluminium und Textilgewebe. Dazu kommt eine Ambientelicht in Form einer dünnen LED-Linie, die sich fast um das ganze Interieur herumzieht. Durch eine Rundum-Akustikverglasung und neue schalldämpfenden Materialien soll sich das Geräuschniveau verbessert haben. Zudem soll das neue "Low-E-Glas" das Auto im Sommer länger kühl halten. Die Mittelkonsole hat Schiebeblenden, die nun präziser und reibungslos gleiten sollen. Hier gibt es neue Alu-Akzente, die auch Lenkrad, Türverkleidungen und Instrumententafel schmücken.
Der Touchscreen wuchs von 15,0 auf 15,4 Zoll
Am wichtigsten beim Interieur: Die physischen Schalter und Tasten bleiben dem Model Y erhalten. Insbesondere behält das Model Y den Blinkerhebel, der beim Model 3 entfiel. Mit den Bedien-Röllchen links im Lenkrad werden nun Licht und Scheibenreinigung aktiviert:
Die neuen Vordersitze verfügen nach wie vor über eine Sitzheizung, eine Sitzbelüftung kam hinzu. Die Fondsitze bieten ebenfalls eine Sitzheizung, die wie vorne im Verbund mit der Klimaanlage arbeitet.
Hinten gibt es zudem leichter zugängliche Sicherheitsgurte, längere Sitzpolster und tiefere Flankenpolster. Außerdem gibt es einen neuen 8-Zoll-Touchscreen im Fond für die Klimasteuerung sowie Unterhaltungsoptionen.
Auf dem neuen Touchscreen im Fond kann man sogar Video-Games spielen
Mobilgeräte können an USB-C-Ladeanschlüssen mit bis zu 65 W Leistung geladen werden; vorne gibt es nur einen davon, hinten aber zwei. Auch das Audiosystem wurde verbessert, genauso wie die Mikrofone fürs Telefonieren. Dasselbe gilt für die Datenanbindung per Mobilfunk.
Die neue Version kann man sich ab dem 31. Januar bei den Händlern ansehen. Es ist ab sofort bestellbar, die Auslieferung beginnt laut Tesla-Website im März.
Bildergalerie: Tesla Model Y (2025)
Unter dem Strich
Das Tesla Model Y bekommt eine neue Optik im Stil des Cybertruck, ein paar Prozent mehr Reichweite und kürzere Sprintzeiten. Der Blinkerhebel bleibt Gott sei Dank, hier hat Tesla offenbar die Klagen der Nutzer erhört.
Ob das reicht, die wachsende Konkurrenz in Schach zu halten? Wir wagen es zu bezweifeln. Bei Elektroautos geht es primär um Reichweite und Preis. Bisher schaffte das Model Y maximal 600 km; auch wenn es künftig 650 km sind, reicht das nicht mehr für die Top Ten – der ähnlich große Peugeot E-3008 schafft bis zu 698 km. Die Preise waren bisher günstig; ob das bei den Juniper-Serienvarianten so bleibt, müssen wir abwarten.
Quelle: Tesla (per E-Mail), Tesla-Website, Motor1 Italien
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