Die Plätze in unserer Top-Ten-Liste der Elektroautos mit der größten Reichweite sind hart umkämpft; die Reihenfolge ändert sich alle paar Wochen. Seit Kurzem ist das Tesla Model S Plaid wieder konfigurierbar, daher haben wir es aufgenommen. Die reichweitenstärkere Dual-Motor-Variante soll erst nächstes Jahr verfügbar sein, daher fehlt diese noch. Mit 632 km Reichweite nach WLTP stünde sie sonst an Platz 3, das Model S Plaid erreicht mit 600 km immerhin Platz 6.

Das Elektroauto mit der größten Reichweite ist nach wie vor der Mercedes EQS 450+ mit 783 Kilometern. Auf Platz 2 liegt der Mercedes EQE mit bis zu 639 km, obwohl die Reichweite kürzlich etwas schrumpfte. Der Ford Mustang Mach-E mit unverändert bis zu 610 km Reichweite liegt nun auf Platz 3.

Veränderung gab es auch weiter hinten, denn im VW-Konzern stiegen die Reichweiten. Platz 8 geht nun an den VW ID.3 mit der 77-kWh-Batterie. Platz 9 gebührt dem Cupra Born mit der gleichen Batterie. Den letzten Platz unseres Rankings teilen sich der VW ID.5 2WD und der Skoda Enyaq 80, die beide auf 544 km kommen. Aus der Liste fielen das Tesla Model Y (533 km) und der Mercedes EQA 250+ (531 km). Das Model X Plaid schafft es mit 528 km ebenfalls nicht unter die Top 10.

 
Rang Modell Modellvariante Reichweite Batterie (netto)
1 Mercedes EQS EQS 450+ 783 km 108 kWh
2 Mercedes EQE EQE 300 und EQE 350 639 km 89 kWh
3 Ford Mustang Mach-e RWD Extended Range 610 km 91 kWh
4 BMW iX iX xDrive50 607 km 105 kWh
5 Tesla Model 3 Long Range AWD 602 km ca. 77 kWh
6 Tesla Model S Plaid 600 km k.A.
7 BMW i4 i4 eDrive40 590 km 81 kWh
8 VW ID.3  ID.3 Pro S 558 km 77 kWh
9 Cupra Born 170 kW/77 kWh  548 km 77 kWh
10 VW ID.5 und Skoda Enyaq ID.5 mit 128/150 kW, Enyaq 80 544 km 77 kWh

1. Mercedes EQS: 783 km Reichweite

Das Elektroauto mit der größten Reichweite ist der Mercedes EQS. Die Version EQS 450+ kommt mit bis zu 783 km nahe an die 800-km-Grenze heran. Dabei helfen ihr die große 108-kWh-Batterie, eine gute Aerodynamik und der Heckantrieb. Durch das Weglassen eines Frontmotors ist der EQS 450+ noch sparsamer als die Allradversionen. Auch die schaffen aber bis zu 696 km.

Mercedes EQS 450+: Ansicht von schräg vorne
Mercedes EQS 450+: Das Cockpit

2. Mercedes EQE: 639 km Reichweite

Auf Rang zwei unserer Reichweiten-Top-Ten folgt der Mercedes EQE, der in den reichweitenstärksten Versionen 300 und 350 nun bis zu 639 km nach WLTP-Norm schafft. Anders als beim EQS ist hier zwar nur ein 89-kWh-Akku an Bord, aber dafür ist der EQE kleiner und leichter. Wie beim großen Bruder haben auch hier die schwächeren Versionen mit Heckantrieb den größten Aktionsradius.

3. Ford Mustang Mach-e: 610 km Reichweite

Auch Ford hat mit dem Mustang Mach-E ein gutes Pferd im Stall, wenn dieser Kalauer gestattet ist. Die Extended-Range-Version mit 91 kWh nutzbarer Batteriekapazität und Heckantrieb schafft 610 km mit einer Ladung. Das reicht für Platz drei in unserem Ranking.

Ford Mustang Mach-E (2021) im Test
Ford Mustang Mach-E (2021) im Test: Interieur

4. BMW iX: 607 km Reichweite

Der BMW iX kommt in der Version iX xDrive50 nun auf Platz vier der reichweitenstärksten Elektroautos: Bis vor Kurzem schaffte die beste Version für den xDrive50 noch 630 km und lag damit vor dem Ford. Doch nun weist die PDF-Preisliste nur noch maximal 607 km aus. Grund ist wohl, dass der Wagen derzeit nicht mit der Basisausstattung verfügbar ist, sondern bis Ende 2022 nur noch als Editionsmodell – mehr Ausstattung bedeutet eben meist auch weniger Reichweite.

5. Tesla Model 3: 602 km Reichweite

Knapp hinter dem BMW landet das Tesla Model 3 in der Version "Maximale Reichweite" (alias Long Range). 602 km schafft die viertürige Limousine mit einer Ladung der etwa 82 kWh großen Batterie. Den Stromverbrauch der Long-Range-Version gibt Tesla mit rekordverdächtigen 14,7 kWh/100 km an. Das reichweitenstärkste Modell ist hier mal nicht der Hecktriebler, der schafft nur 491 km (vermutlich wegen einem kleineren Akku). 

6. Tesla Model S Plaid: 600 km Reichweite

Seit Anfang August ist das Model S in Deutschland endlich wieder konfigurierbar, wenn auch nur in der Version Plaid. Auch diese auf Performance hin optimierte Version mit 1.020 PS (750 kW) hat mit 600 km eine gute Reichweite.

7. BMW i4: 590 km Reichweite

Der BMW i4 eDrive40 kommt mit einer Batterieladung 590 km weit; damit erreicht er Platz sieben in unserem Ranking. Hier ist wieder der Hecktriebler sparsamer als der Allradler: Der i4 M50 besitzt mit der gleichen 81-kWh-Batterie eine um 80 km geringere Reichweite.

BMW i4 eDrive 40 (2021)
BMW i4 (2021): Das Interieur

8. VW ID.3: 558 km Reichweite

Ob es an einer neuen Software oder an etwas anderem liegt: Der VW ID.3 hat nun nicht nur bis zu 170 kW Ladeleistung, sondern auch die Reichweite wuchs. Die reichweitenstärkste Version Pro S schafft als Vier- wie als Fünfsitzer nun stattliche 558 km mit einer Ladung – nur zwei Kilometer weniger als das viel teurere Tesla Model X.

9. Cupra Born: 548 km Reichweite

Der mit dem VW ID.3 praktisch baugleiche Cupra Born schafft es mit bis zu 548 km auf Platz 8. Dass er 10 km weniger schafft als der ID.3 mit der gleichen 77-kWh-Batterie, ist kein Wunder, denn mit 170 kW hat er einen stärkeren Antrieb.

10. VW ID.5 und Skoda Enyaq 80: 544 km Reichweite

Der VW ID.5 war bis kürzlich mit maximal 516 km angegeben, nun stehen für die Hecktriebler Pro mit 128 kW und Pro Performance mit 150 kW nicht weniger als 544 km im Konfigurator. Die beiden VWs teilen sich nun Platz neun unserer Liste mit einem weiteren Aufsteiger: dem Skoda Enyaq iV in der 80er-Version, der bis kürzlich mit 529 km angegeben war und der nun 544 km schaffen soll. Das Enyaq Coupé mit der gleichen Motor-Akku-Kombination soll übrigens 545 km schaffen, aber diese Variante ist noch nicht konfigurierbar. 


In unsere Liste haben wir nur Modelle einbezogen, die derzeit in Deutschland auf dem Markt sind. Nicht enthalten sind also Fahrzeuge, die noch nicht verfügbar sind, wie der Lucid Air (900 km), das Mercedes EQS SUV (660 km) oder der Lightyear 0 (625 km). Auch momentan nicht konfigurierbare Autos bleiben außen vor. Außerdem haben wir jedes Modell nur mit der reichweitenstärksten Motor-Akku-Kombination berücksichtigt.

Noch eine Anmerkung: Bei vielen Modellvarianten nennen die Hersteller keinen einzelnen Wert für die Reichweite, sondern eine Spanne, zum Beispiel "642 - 783 km" beim Mercedes EQS 450+. Diese Angaben beziehen sich auf verschiedene Ausstattungen, insbesondere verschiedene Radgrößen. Wir haben in diesen Fällen jeweils die maximale Reichweite eingetragen, in diesem Fall also 783 km.

Die realen Reichweiten sind meist geringer. Nach unserem Reichweiten-Vergleichstest mit 12 Elektroautos liegt die erzielbare Reichweite durchschnittlich 33 Prozent unter den WLTP-Werten. Ziehen Sie also einfach ein Drittel des WLTP-Reichweite ab. Bei schlechtem Wetter, niedrigen Temperaturen, hohem Tempo und häufigem Beschleunigen verringert sich die Reichweite noch stärker.