Tesla kündigt Robotaxi-Dienst für Juni 2025 an
Außerdem sollen schon im 1. Halbjahr günstigere Modelle starten
Tesla will schon im ersten Halbjahr 2025 günstigere Autos auf den Markt bringen. Außerdem soll bereits im Juni ein autonomer Fahrdienst mit dem neuen Cybercab aufgesetzt werden, wenn auch zunächst nur testweise.
"Im Juni werden Teslas in Austin unterwegs sein, ohne dass jemand darin sitzt", sagte Musk in einer Telefonkonferenz. Einzelheiten zu dem kostenpflichtigen Dienst blieb Musk schuldig. Einen Prototyp des Cybercab hatte Tesla im Oktober vorgestellt. Bei dem offenbar recht kleinen Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale handelte es sich überraschenderweise um einen Zweisitzer; es gibt also weniger Sitzplätze als in einem normalen Taxi. Die Serienproduktion sei für das Jahr 2026 geplant und solle in der Gigafactory Texas stattfinden, so Tesla am gestrigen Abend.
"Our purpose-built Robotaxi product – Cybercab – will continue to pursue a revolutionary “unboxed” manufacturing strategy and is scheduled for volume production starting in 2026." (Tesla Shareholder Deck zum 4. Quartal 2024)
Bildergalerie: Tesla Cybercab
Die Kundschaft hierzulande dürfte wohl am meisten interessieren, dass Tesla in der ersten Hälfte des Jahres 2025 neue, günstigere Modelle auf den Markt bringen will. Mit dieser Meldung bestätigte Elon Musk seine Ankündigung vom April 2024. Damals hatte Tesla seine Pläne zum Bau eines Model 2 auf Basis einer neuen, günstigeren Plattform aufgegeben. Stattdessen wollte sich Musk mehr auf das Robotaxi konzentrieren und zudem günstigere Modelle auf Grundlage der aktuellen Plattformen bauen.
"Plans for new vehicles, including more affordable models, remain on track for start of production in the first half of 2025. These vehicles will utilize aspects of the next generation platform as well as aspects of our current platforms and will be produced on the same manufacturing lines as our current vehicle line-up." (Tesla Shareholder Deck zum 4. Quartal 2024)
Neue Details zu diesen Fahrzeugen gab es nicht. Allerdings sollen die durchschnittlichen Produktionskosten für den Bau eines Autos im vierten Quartal so niedrig gewesen sein wie nie zuvor, so Tesla. Das sei größtenteils auf niedrigere Rohstoffkosten zurückzuführen. Nach einer Grafik im Shareholder Deck sanken die Tesla-Produktionskosten in den letzten zwei Jahren von knapp 39.000 Dollar auf etwa 33.000 Dollar.
Tesla-Produktionskosten: Entwicklung von Anfang 2023 bis Ende 2024 (nach Unternehmensangaben)
Die gesunkenen Kosten haben offenbar geholfen, die enttäuschenden Tesla-Verkäufe vom letzten Jahr besser wegzustecken. Erstmals hatte der Hersteller 2024 weniger Elektroautos ausgeliefert als ein Jahr zuvor, wenn auch nur geringfügig. Auch in Deutschland haben die Verkäufe im Jahr 2024 den Rückwärtsgang eingelegt: Hier sanken sie von rund 64.000 auf nur noch 38.000 Autos, also um heftige 41 Prozent. Schon länger setzen VW und BMW in Deutschland mehr Elektroautos ab als Tesla.
Für 2025 rechnet der Stromauto-Spezialist aber wieder mit steigender Nachfrage. So soll das Facelift helfen, das Model Y weltweit wieder zum meistverkauften Auto über alle Antriebsarten machen wird, wie im Shareholder Deck zum 4. Quartal zu lesen ist. Das war bereits 2023 der Fall, doch im vergangenen Jahr ging der Titel an den Toyota Corolla, wie Focus2Move berichtete, wenn auch noch ohne die Daten vom Dezember.
Während Tesla seine Produktions- und Verkaufszahlen immer gleich nach Ende jedes Quartals meldet, folgt der Geschäftsbericht immer erst ein paar Wochen später. Am gestrigen Abend amerikanischer Zeit war es nun soweit. Gewinn und Umsatz im 4. Quartal 2024 waren schlechter als von der Wall Street erwartet, wie Reuters berichtet. Dennoch drehte die Aktie nach anfänglichen Verlusten schnell wieder ins Plus – möglicherweise haben die gesunkenen Kosten und die Zukunftspläne von Tesla verfangen.
Unter dem Strich
Manchmal sehr konkret kommen die Ankündigungen von Elon Musk daher, aber man muss sie mit äußerster Vorsicht genießen. Auf ie neusten Modelle der Marke, den Semi und den Cybertruck, mussten wir Jahre länger warten als versprochen, und dass das Full Self Driving nach wie vor nicht das ist, was der Name verspricht, ist längst eine Binsenweisheit.
Deshalb möchten wir fast wetten, dass es im ersten Halbjahr 2025 keine erschwinglicheren Modelle geben wird, oder dass es nur um ein abgespecktes Model 3 und Y geht. Auch beim Robotaxi sind wir skeptisch. Aus den genannten Gründen, aber auch weil der Cybercab nur zwei Sitze hat und es beim autonomen Fahren nicht wirklich vorwärts zu gehen scheint. Vermutlich wird es wieder Jahre dauern, bis wirklich was draus wird ...
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