Zum Hauptinhalt springen

ATU plant die Errichtung von knapp 300 Ladestandorten

Kooperation mit dem E-Mobilitäts-Dienstleister GEPVOLT

ATU und GEPVOLT planen die Errichtung von knapp 300 Ladestandorten (Foto: ATU, KI-generiert)
Bild von: ATU

Die Werkstattkette ATU erweitert ihr Engagement beim Aufbau öffentlicher Schnellladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Grundlage ist eine neue Kooperation mit dem E-Mobilitätsdienstleister GEPVOLT. Beide Unternehmen haben einen Vertrag geschlossen, der zunächst die Errichtung von Schnellladestandorten an 20 Filialen vorsieht. Perspektivisch soll das Konzept auf rund 275 weitere Standorte übertragen werden.

Nach Unternehmensangaben verfügen bereits 117 ATU-Filialen über Schnellladesäulen. Die neue Zusammenarbeit zielt darauf ab, den Ausbau technisch und organisatorisch zu standardisieren. Die Ladepunkte sollen künftig stärker in bestehende Werkstattstandorte integriert werden. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende Zahl batterieelektrischer Fahrzeuge und den wachsenden Bedarf an Ladeinfrastruktur im urbanen und suburbanen Raum.

Zusammenarbeit mit GEPVOLT

Das technische Konzept von GEPVOLT kombiniert Schnellladesäulen mit stationären Batteriespeichern. Diese Speicher dienen als Energiepuffer zwischen Stromnetz und Ladepunkt. Dadurch lassen sich hohe Ladeleistungen bereitstellen, ohne dass an jedem Standort umfangreiche Netzverstärkungen erforderlich sind. Gleichzeitig können Lastspitzen reduziert werden, was Auswirkungen auf Netzanschlusskosten und Netzstabilität hat. Ein Teil der eingesetzten Komponenten wird am Unternehmenssitz in Hilden entwickelt und gefertigt.

ATU verfolgt mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur eine strategische Neuausrichtung seiner Filialen. Werkstattstandorte sollen neben Wartung und Reparatur zunehmend Funktionen im Bereich Elektromobilität übernehmen. Dazu zählen Ladeangebote, Diagnoseleistungen sowie Servicearbeiten an elektrifizierten Antrieben. Geschäftsführer Sebastian Jarantowski beschreibt den Ausbau als Bestandteil einer strukturellen Transformation des Filialnetzes.

Parallel investiert das Unternehmen in Qualifikation und technische Ausstattung. Nach eigenen Angaben verfügt jede Filiale über mindestens eine Fachkraft mit Hochvoltausbildung der Stufe 2. Diese Qualifikation ist Voraussetzung für Wartungs- und Servicearbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen. Damit soll sichergestellt werden, dass Routinearbeiten an Elektrofahrzeugen innerhalb des bestehenden Werkstattnetzes durchgeführt werden können.

Auch die Werkstattinfrastruktur wird schrittweise angepasst. Anfang 2026 wurde eine Filiale in Weiden in der Oberpfalz mit einer speziellen Arbeitsbox für Elektro- und Hybridfahrzeuge ausgestattet. Die Anlage umfasst Diagnose- und Sicherheitstechnik für Arbeiten an Hochvoltbatterien sowie an elektrischen Antriebssystemen. Ziel ist es, künftig auch umfangreichere Reparaturen an elektrifizierten Fahrzeugen durchführen zu können.