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Hyundai Inster: Modellübersicht mit allen Daten und Preisen

Konkurrent des Fiat Grande Panda Elektro mit bis zu 370 km Reichweite

Hyundai Inster (2024) im Erstkontakt
Bild von: InsideEVs

Der Hyundai Inster wurde am 27. Juni 2024 vorgestellt. Hinter dem neuen Elektro-Winzling verbirgt sich die Elektroversion des Verbrenner-Modells Hyundai Casper, der in Korea bereits seit 2021 angeboten wird. Allerdings wurde die Verbrenner-Plattform für den Inster verlängert. Dass der Wagen nicht auf einer dedizierten Elektro-Plattform basiert, soll auch der Grund dafür sein, dass er nicht Ioniq 1 oder 2 heißt. 

Bestellstart war am 10. Dezember und bis Ende 2024 wurden schon die ersten Exemplare in Deutschland zu gelassen. Bei diesen 27 Autos dürfte es sich aber um Exemplare für die Händler und Vorführwagen für die Presse gehandelt haben. Mitte Februar werden wir das Auto testen – Grund genug, unseren Artikel zu einer Modellübersicht zu erweitern.

Bildergalerie: Hyundai Inster (2025)


Exterieur | Antriebe/Akkus | Interieur/Ausstattung | Rivalen und Test


Exterieur und Maße

Der Hyundai Inster hat eine ausgesprochen abenteuerlustige Optik, mit robusten Karosserieschutzleisten, Dachreling und dicken silbernen Elementen vorne und hinten, die an einen Unterfahrschutz erinnern. Außerdem gibt es eine Cross-Version im Offroad-Stil, die ebenfalls schon konfigurierbar ist.

Hyundai Casper (2022): Das Exterieur

Hyundai Casper: 3,60 m langer Verbrenner

Hyundai Inster (2024): Ansicht von schräg vorne

Hyundai Inster: Das 3,83 m lange Elektroauto

Generell sieht der Inster dem Hyundai Casper sehr ähnlich. Man sieht aber, dass das Auto etwas länger ist. Zu den Unterschieden gehören auch der geschlossene, schwarzer Grill und eine eigenständige Lichtsignatur. Die oberen Leuchten erinnern mit ihrem Pixel-Look an den Ioniq 5; sie fungieren als Tagfahrlicht und als Blinker. Weiter unten gibt es weitere LED-Tagfahrleuchten in Form von zwei runden Kreisen, welche die Scheinwerfer einrahmen.

Am Heck zeigt der Inster ebenfalls eine leicht andere Lichtsignatur; mit ihrem Pixel-Design passt sie zur Vorderseite. Wie vorne gibt es einen auffälligen Unterfahrschutz. Dazu kommen je nach Version ein schwarzes Dach und Räder in den Größen 15 oder 17 Zoll.

Hyundai Inster (2024) im Erstkontakt
Bild von: InsideEVs

Die Ladeklappe befindet sich wie beim Kona vorne an der Front. Da der Inster auch Vehicle-to-load unterstützt, kann man hier ein Elektrogerät wie zum Beispiel eine Kaffeemaschine anschließen. Der dazu nötige Adapter wird als Zubehör angeboten; auch diverse Dachhalterungen und Fahrradständer werden schon offeriert. Es gibt auch ungewöhnliche Ausklapp-Tischchen für den Fond, die sich per Magnet an den Vordersitz-Lehnen befestigen lassen.

Hyundai ordnet den Inster wie den Casper ins A-Segment ein, also als Kleinstwagen oder Kleinstwagen-SUV. Dafür hat der Wagen aber einen ziemlich langen Radstand – dieser ist sogar länger als beim Citroen e-C3 oder Opel Mokka Electric. Vermutlich um die Batterie unterzubringen, wurde der Achsabstand gegenüber dem Verbrennermodell verlängert.

Hyundai Inster (2024): Die Seitenansicht

Mit 3,83 Meter Länge findet der Inster auch in kleinen Parklücken Platz

So ist der Neuling mit 3,83 Meter stattliche 20 cm länger als der Fiat 500 Elektro, aber auch rund 20 cm kürzer als der Citroen e-C3. Bemerkenswert ist auch der große Kofferraum, der ein ähnliches Volumen hat wie der Opel Mokka Electric, welcher eindeutig ins B-SUV-Segment gehört.  

  Länge Breite Höhe Bodenfreiheit Radstand Kofferraum
Hyundai Inster 3,83 m 1,61 m 1,58 m 0,15 m 2,58 m 280-1.059 Liter
Fiat 500 Elektro 3,63 m 1,68 m 1,52 m k.A. 2,32 m 185-550 Liter
Citroen e-C3 4,02 m 1,76 m 1,57 m 0,16 m 2,54 m 310 Liter
Opel Mokka Electric 4,15 m 1,99 m 1,53 m k.A. 2,56 m 310–1.060 Liter

Motoren und Akkus

Zwei Motor-Akku-Kombinationen werden angeboten; wie der fossil angetriebene Casper ist der Inster stets ein Fronttriebler. Bei den Motoren dürfte es sich wie bei Hyundai üblich um Permanentmagnet-Synchronmaschinen (PSMs) handeln. Zur Zellchemie und zur Nettokapazität macht Hyundai offiziell keine. Laut EV-Database haben beide Akkus NCM-Technik; das heißt, die Kathoden enthalten Nickel, Cobalt und Mangan.  

  Hyundai Inster Standard Range Hyundai Inster Long Range
Antrieb FWD 71 kW, 147 Nm FWD 85 kW, 147 Nm
0-100 km/h / Höchstgeschwind. 11,7 Sek. / 140 km/h 10,6 Sek. / 150 km/h
WLTP-Verbrauch 14,3 kWh/100 km 14,9-15,1 kWh/100 km
Akku  brutto / netto 42 kWh / ca. 39 kWh 49 kWh / ca. 46 kWh
WLTP-Reichweite 327 km 360-370 km
Max. Ladeleistung AC / DC 11 / 73 kW 11 / 85 kW
DC-Ladedauer (10-80%) ca. 30 min ca. 30 min
Preis 23.900 Euro 25.400 Euro

Die Rekuperation lässt sich über Schaltwippen am Lederlenkrad einstellen – offenbar mit dem gleichen System wie bei Ioniq 5 & Co.

Lobenswert ist, dass der Inster serienmäßig einen dreiphasigen 11-kW-Lader für Wechselstrom (AC) erhält. Die Ladeleistung mit DC ist ungefähr identisch mit der Antriebsleistung: 73 bzw. 85 kW. Die Ladedauer mit Gleichstrom (DC) wird mit rund 30 min angegeben. Daraus und aus der ungefähren Nettokapazität errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von rund 0,9 bis 1,0 kWh/min errechnet. Ähnliche Werte erreichen auch andere City-Stromer. So liegt der Mini Cooper bei 0,9 bzw. 1,2 kWh/min und der Citroen e-C3 bei 1,0 kWh/min. Plug&Charge wird unterstützt.

Aus der WLTP-Reichweite und der Ladedauer errechnet sich, dass man in einer Minute Ladezeit Strom für etwa 7,6 bis 8,6 km nachladen kann. Ein Batterie-Heizsystem, eine Batterie-Vorkonditionierung und eine Wärmepumpe gibt es als Extra für 1.000 Euro. Das liest sich, als ob die Batterie serienmäßig nur eine Luftkühlung und keinerlei Heizung besitzt, sodass sie im Winter nur durch Schnellfahren oder Schnell-Laden geheizt werden kann. Der Ausdruck Batterie-Heizsystem lässt auch vermuten, dass es sich nur um eine elektrische Heizplatte handelt, nicht um eine Flüssig-Temperierung. 

Hyundai Inster (2024)

Der Inster hat zwei recht große Displays, aber sie liegen nicht direkt nebeneinander wie beim Ioniq 5

Cockpit und Ausstattung

Ähnlich wie die großen Hyundai-Elektroautos hat der Inster serienmäßig zwei 10,25-Zoll-Displays. Sie sind aber nicht direkt nebeneinander positioniert wie etwa beim Ioniq 5, sondern der Touchscreen ist deutlich höher positioniert als das Instrumentendisplay, was das Cockpit etwas unharmonisch wirken lässt. 

Im Lenkrad-Pralltopf gibt es vier Pixel, die vermutlich den Ladestand anzeigen. Eine Besonderheit sind auch die Tür-Innenverkleidungen, sie sich austauschen und an den individuellen Geschmack anpassen lassen. Die Fahrmodi P, N, R und D werden offenbar mit dem Lenkstockhebel rechts unten aktiviert:  Das obige Bild zeigt zudem ein Ambientelicht und USB-Anschlüsse sowie zahlreiche physische Tasten.

Hyundai Inster (2024): Rückbank mit einem längsverschobenen Sitz

Die Sitze in der zweiten Reihe lassen sich optional längs um 16 cm verschieben

Zum Start gibt es eine viersitzige Version, ein Fünfsitzer soll 2025 folgen. Die Bilder zeigen den Viersitzer, der mit längs verschiebbaren Fondsitzen und umklappbaren Vordersitzlehnen eine hohe Innenraumvariabilität besitzt. Mit einer Luftmatratze dürfte man im Inster sogar recht bequem übernachten können.

Hyundai Inster (2024): Kofferraum mit umgeklappten Rücksitzen und flachgelegtem Beifahrersitz

Der Hyundai Inster scheint ein richtiges Kofferraumwunder zu sein

Es gibt fünf Ausstattungsversionen, wobei das Angebot bei der Basismotorisierung eingeschränkt ist:

  Hyundai Inster Standard Range Hyundai Inster Long Range
Select 23.900 Euro 25.400 Euro
Trend 25.900 Euro 27.400 Euro
Cross - 29.100 Euro
Prime - 30.100 Euro

Die Serienausstattung des Select ist für die Klasse recht umfangreich. Dazu gehören neben den zwei großen Displays auch ein Navigationssystem, 15-Zoll-Stahlfelgen, elektrisch beheiz-, einstell- und anklappbare Außenspiegel, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Parkpiepser hinten, Abstandstempomat (ACC), Spurhalteassistent, Rückfahrkamera sowie ein Smart-Key-System mit Start-/Stopp-Knopf, kabelloses Android Auto und Apple CarPlay.

Trend bietet 15-Zoll-Alufelgen und fügt Sitzheizung, verschiebbare Sitze und umklappbare Vordersitzlehnen sowie Parkpiepser vorne hinzu. Die Varianten Cross und Prime haben 17-Zöller und verbrauchen deshalb mehr. Erst hier sind LED-Scheinwerfer und die Dachreling an Bord, beim Prime auch das Effizienz-Paket.

Als Extras gibt es ein Glasschiebedach, eine Lenkradheizung, kabelloses Handy-Aufladen sowie diverse Assistenzsysteme. Die Lackierungen sind allesamt eher gedeckt; poppige Farben wie beim Renault 5 oder Citroen e-C3 werden nicht angeboten, auch kein Blau oder Rot. 

Rivalen, erste Eindrücke und Tests

Zu den Konkurrenten gehören der Dacia Spring, der Fiat Grande Panda Elektro und vielleicht noch der Renault 5. Wir haben diese Konkurrenten mit der gehobenen Version des Inster verglichen. Das Resultat in Kurzform: Der Inster hat für die Klasse eine ordentliche Reichweite und lädt auch noch einigermaßen flott. Für ein Stadtauto, wohlgemerkt. Für den Hyundai spricht auch die beeindruckende Innenraumvariabilität. Beim Kofferraum dagegen liegt der 17 cm längere Fiat Grande Panda vorne, beim Preis der Dacia Spring.

Im Oktober hat Kollegin Benja schon mal live in Augenschein genommen. Sie lobte die erstaunliche Variabilität des Mini-SUVs. Eine Sitzprobe zeigte, dass es im Fond viel Platz über dem Kopf und vor den Knien gibt; in Sachen Beinfreiheit ist die verschiebbare Rückbank von Nutzen. Hier die Bilder von Benja:

Bildergalerie: Hyundai Inster (2024) im Erstkontakt

In der Autozeitung gab es bereits eine interessante Vorstellung des Auto im Video. Danach kommt im Interieur viel Hartplastik zu Einsatz, aber wo man mit dem Knie daran stößt, gibt es Polsterungen. Außerdem fiel die etwas harte Polsterung der Sitze auf. Der Platz im Fond soll jedoch ausreichen; anders als beim Renault 5 bei niedriger Vordersitz-Einstellung können die Füße hinten auch unter den Sitz geschoben werden. Verschiedene Kollegen haben das Auto auch schon in Korea getestet. Auf Thomas Geiger wirkte der Wagen recht solide, solange man es mit dem kurzen Radstand und der schmalen Spur auf der Autobahn und in der Kurve nicht übertreibt.

Unter dem Strich

Der Hyundai Inster ist ein kleines, schick gestyltes Stadtauto mit beeindruckendem Kofferraum und vielen netten Details, die im A-Segment nicht selbstverständlich sind. Dazu kommt der günstige Preis. Für den Basispreis von 23.900 Euro gibt es immerhin 327 km Reichweite. Wir würden wohl zumindest die Version Trend und dazu das Effizienz-Paket für 1.000 Euro bestellen, denn sonst fehlen Sitzheizung, Batterie-Heizsystem, Batterie-Vorkonditionierung und Wärmepumpe. Damit landet man schon bei 26.900 Euro – aber für ein Elektroauto ist das immer noch günstig.

Technische Daten des Hyundai Inster

  • Frontantrieb mit 71 oder 85 kW und 147 Nm (Permanentmagnet-Synchronmaschinen)
  • 0-100 km/h / Spitze: 11,7 bzw. 10,6 Sek. / 140 bzw. 150 km/h
  • Akku netto / WLTP-Reichweite: ca. 39 bzw. 42 kWh / 327 bzw. 360-370 km
  • Max. Ladeleistung: bis 11 kW mit AC, bis 73 bzw. 85 kW mit DC
  • Ladedauer: 4h bzw. 4h35 mit AC (10-100%), ca. 30 min mit DC (10-80%)
  • Maße: 3.825 mm Länge / 1.610 mm Breite / 1.575 mm Höhe / 2.580 mm Radstand
  • Kofferraum: Basisversion 280-1.059 Liter, übrige 238-351 Liter, max. 1.059 Liter
  • Marktstart: Anfang 2025

Bildergalerie: Hyundai Inster (2025)