Ab dem Sommer wird die Level-4-Technik am Münchner Flughafen getestet

Der Elektro-Bulli von VW namens ID.Buzz wird autonom fahren. Schon diesen Sommer sollen die ersten Prototypen auf Basis des neuen Modells im Münchner Umland getestet werden. Sie sollen das autonome Fahren auf Level 4 beherrschen. Für die Tests hat VW-Partner Argo nun ein Testfeld in unmittelbarer Nähe zum Münchner Flughafen eingerichtet.

Die autonome Beförderung von Menschen und Gütern soll im VW-Konzern zuerst bei leichten Nutzfahrzeuge wie dem ID.Buzz Wirklichkeit werden, und zwar ab 2025:

"Unser Ziel ist es, mit der autonomen Version des ID.Buzz ab 2025 kommerzielle Einsätze bei Fahr- und Zustelldiensten zu ermöglichen." (Christian Senger, Bereichsleiter Autonomes Fahren bei VW Nutzfahrzeuge)

Bildergalerie: VW I.D. Buzz (Pebble Beach)

Der ID.Buzz als elektrisch angetriebener Bus soll bereits 2022 starten, die autonome Version namens ID.Buzz AD (wohl für "Autonomous Driving") folgt offenbar erst drei Jahre später. Ab 2025 soll man sich dann "in ausgewählten Städten" mit autonomen Fahrzeugen zu seinem Ziel bringen lassen können. Auch Zusteller bei Paketdiensten sollen durch das autonome Fahren entlastet werden, heißt es. Das bedeutet: VW will das Auto auch an Amazon, DHL & Co. verkaufen.

Beim autonom fahrenden ID.Buzz AD nutzt VW Technik von Argo AI. Der US-Spezialist aus Pittsburgh (Pennsylvania) gehört zu je 40 Prozent dem Ford- und dem VW-Konzern; der Rest von 20 Prozent gehört Mitarbeitern.

Autonomer Volkswagen ID. BUZZ
Typisch Lidar: Der Scanner auf dem Dach sendet Lichtwellen aus

Anders als zum Beispiel Teslas "Full Self Driving (FSD)" setzt das Self-Driving-System (SDS) von VW und Argo auf die so genannte Lidar-Technik (Light detection and ranging). Wie der ausgeschriebene Bezeichnung "Light detection and ranging" schon sagt, basiert Lidar auf Lichtwellen: Ein oft auf dem Dach montierter Scanner schickt Lichtwellen aus und detektiert (detection") das reflektierte Licht. Anhand der Photonenlaufzeit wird die Entfernung der Objekte bestimmt ("ranging") und daraus ein dreidimensionales Bild der Umgebung erstellt, wie in unserem Titelbild zu sehen.

Die Argo-Technik soll noch Objekte in 400 Metern erfassen können. Sogar einzelne Photonen sollen detektierbar sein, wodurch auch sehr schwach reflektierende Objekte erfasst werden können. Diese Technik wird auch im ID.Buzz verwendet und mit Radarsensoren sowie Kameras kombiniert.

Im Jahr 2025 wird die 2016 gegründete Konzerntochter Moia der erste Nutzer des autonom fahrenden ID.Buzz AD sein. Moia ist im VW-Konzern für "Mobilitätsdienstleistungen" zuständig und betreibt einen Ridepooling-Service in Hamburg und Hannover. Hamburg soll auch als erste Stadt einen autonomen Ridepooling-Service mit einem ID.Buzz bekommen. Ridepooling ist so etwas wie eine Mischung aus öffentlichem Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und Taxi: Man ruft das Sammeltaxi per App oder Telefon (wie beim Taxi), teilt es sich aber mit anderen (wie im ÖPNV).

Der ID.Buzz AD soll ab 2025 vom Ridepooling-Anbieter Moia genutzt werden (Bild: Innenraum eines Moia-Sammeltaxis)
Der ID.Buzz AD soll vom Ridepooling-Anbieter Moia genutzt werden (Bild: Moia-Sammeltaxi)

Ein neues Testgelände in Deutschland für die autonomen Prototypen hatte VW bereits im März angekündigt. Damals war auch schon bekannt gegeben worden, dass zuerst ein ID.Buzz in den Genuss der Technik kommen wird und dass dieser ab 2025 eingesetzt wird.