VW, BMW und Toyota weigern sich, auf Verbrenner zu verzichten
Mercedes, Volvo, GM und Ford wollen bei der Klimakonferenz in Glasgow einen Verbrenner-Verzicht ab 2040 unterschreiben
Auf der Klimakonferenz im schottischen Glasgow (COP26) wollen sich 24 Staaten und sechs große Autohersteller zu einem Ende des Verbrennungsmotors im Jahr 2040 verpflichten. Das teilte die britische Regierung laut einem Bericht von Reuters nun mit.
Die Erklärung unterschreiben wollen Mercedes, Volvo, BYD, Jaguar Land Rover, Ford und General Motors. Sie wollen die Produktion von fossil angetriebenen Fahrzeugen bis 2040 weltweit einzustellen. In den wichtigsten Märkten wollen sie schon ab 2035 keine Autos mit Verbrenner mehr verkaufen.
GM, Ford und Volvo bestätigten ihre Teilnahme an der Initiative. Dabei hatte Volvo bereits mitgeteilt, dass die Marke bis 2030 vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt wird. Jaguar will schon 2025 eine reine Elektromarke werden, Ford hatte schon ein Ende des Verbrenners in seinen Pkw-Modellen ab 2030 verkündet.
Bei Mercedes waren die Statements bisher nicht sehr eindeutig – daher überrascht, dass die Stuttgarter als einzige deutsche Marke unterschreiben wollen. man bereite sich auf ein Verbrenner-Ende im Jahr 2030 vor, so Konzernchef Ola Källenius. Doch bisher hatte er immer nur von einem "Ziel" gesprochen: "Vor knapp zwei Jahren haben wir unsere Ambition2039 mit dem Ziel einer CO2-neutralen Pkw-Neuwagenflotte bis 2039 vorgestellt. Wir haben den Ehrgeiz, dieses selbst gesteckte Ziel früher zu erreichen."
Volkswagen, Toyota und Stellantis dagegen wollen nach dem Bericht nicht unterschreiben. Auch Honda, Nissan und Hyundai sowie BMW wollen sich nicht zu einem Verzicht bereit erklären. Der VW-Konzern hatte für die Kernmarke Volkswagen schon ein Verbrenner-Aus im Jahr 2035 verkündet, allerdings nur für Europa. Bei Stellantis sollen zumindest Alfa Romeo, Fiat und Opel schon vor 2035 reine Elektromarken werden.
Bei den 24 Staaten, die die Erklärung unterschreiben wollen, fehlen die wichtigen Auto-Produktionsländer China, USA und Deutschland. In den USA will sich allerdings Kalifornien an der Initiative beteiligen. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung lehnt der noch amtierende deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Vorschlag ab: Der mit fossilen Kraftstoffen betriebene Verbrenner werde 2035 auslaufen, aber mit synthetischen Kraftstoffen solle es auch darüber hinaus Verbrenner-Autos geben.
Die EU-Kommission will ein Verbrenner-Verbot schon im Jahre 2035 erreichen. Wenn sie Erfolg hat, dürfte der zweite Teil der Verzichtserklärung von Glasgow für Europa Realität werden – denn Europa gehört ja wohl zu den wichtigsten Märkten.
Quelle: Reuters
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