Skoda hat bisher nur ein einziges Elektromodell auf dem Mark, den Enyaq. Doch das soll sich in den nächsten drei Jahren ändern: Bis 2026 sind drei weitere Elektromodelle geplant. Das gab die Presseabteilung nun offiziell beim Test-Event zum Enyaq RS bekannt.

Im Sommer 2021 hatte Skoda noch von drei neuen Elektromodellen bis 2030 gesprochen, im Februar erwähnte der damalige Skoda-Markenchef Thomas Schäfer dann drei neue Elektro-Stromer bis 2026. Laut Schäfer sollte dazu neben dem bereits offiziell angekündigten Äquivalent zum VW ID.2 eine kompakte Stufenhecklimousine gehören. Alle drei Modelle sollten unterhalb des Enyaq positioniert sein.

Nach den Informationen, die wir bei dem Event von einem Skoda-Sprecher erhielten, haben sich die Pläne offenbar geändert. Danach bleibt es bei dem Äquivalent zum ID.2, das etwa 25.000 Euro kosten soll und nach Medienberichten Elroq heißen könnte.

Skoda Kamiq

Der 4,24 Meter lange Skoda Kamiq soll ein Elektro-Äquivalent erhalten

Zweiter Neuling ist jedoch keine kompakte Stufenhecklimousine, sondern ein Elektro-SUV, das im Segment des Skoda Kamiq antreten wird. Möglicherweise handelt es sich hier um die Skoda-Version des angeblich geplanten VW ID.3 X. Der ID.3 ist mit 4,26 Metern fast exakt gleich lang wie der Kamiq.

Novität Nummer drei ist, wie seit der Präsentation der schon recht seriennahen Studie 7S Concept zu erwarten, ein siebensitziges SUV, das wohl oberhalb des Enyaq positioniert wird.

Skoda Vision 7S (Infografik)

Alle drei Skoda-Neulinge dürften auf dem Modularen Elektrobaukasten bzw. dessen weiterentwickelter Version MEB+ basieren. Dabei wird für den Elroq (wenn er so heißen sollte) die verkürzte Version MEB Small verwendet, und zwar erstmals in Kombination mit Frontantrieb. Was die Batterien angeht, so werden wegen des kleineren Radstandes wohl nur die kleineren MEB-Akkus eingebaut werden können.

Der VW ID.Life alias ID.2 soll auf einer verkürzten MEB-Plattform basieren und erstmals Frontantrieb haben

MEB Small mit Frontantrieb

Umgekehrt wird es wohl bei dem großen Siebensitzer-SUV sein. Die Studie hatte einen 89-kWh-Akku, was auf 14 Module schließen lässt, also zwei mehr als bei dem bekannten 77-kWh-Akku. 

Nach den Angaben des Sprechers ist offenbar derzeit kein Äquivalent zum ID. Aero geplant, was uns ein wenig wundert. Skoda könnte ein Elektro-Äquivalent zum Octavia und Octavia Combi gut gebrauchen. Auch ein Pendant zum VW ID.3 fehlt noch. Aber vielleicht ist da ja noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Generell will Skoda bis 2030 einen Elektroauto-Anteil am Gesamtabsatz von 70 Prozent erreichen. Derzeit liegt man bei etwa acht Prozent – kein Wunder, denn dem einzigen Elektromodell Skoda Enyaq stehen sieben Verbrenner-Baureihen gegenüber, vom Fabia bis zum Kodiaq.

Der seit Juli amtierende Nachfolger von Schäfer als Skoda-Chef, Klaus Zellmer, sagte kürzlich gegenüber der Automobilwoche, dass er die Marke gerne höher positionieren möchte. Voraussetzung dafür sei, dass man VW nicht die Kundschaft abjagt. Wenn man andere Zielgruppen anspreche, dann wäre eine Höherpositionierung kein Problem: "Wir werden nicht um die Volkswagen-Kunden konkurrieren, sondern um die anderer Marken," so Zellmer.

Ein Beispiel ist offenbar der Elektro-Siebensitzer: "Der Vision 7S zeigt, dass nach oben noch Platz ist", so Zellmer. Das Segment soll dabei Skoda überlassen bleiben – was wohl bedeutet, dass VW kein SUV oberhalb des ID.4 plant. Zellmer verspricht sich viel von der Serienversion des 7S: "Skoda ist da weit vorne. Das ist ein Modell, das heute keine Wettbewerber hat im Markt." Dabei müsste die Betonung allerdings auf "heute" liegen, denn die Konkurrenz aus Korea bringt demnächst den Kia EV9 und den Hyundai Ioniq 7.

Unser Titelbild zeigt eine Infografik, die beim Briefing zum Skoda Enyaq RS bei der Testveranstaltung in Malaga gezeigt wurde.