Im Juni wurde er vorgestellt, seit 1. August ist er in Deutschland bestellbar und ab Ende Ende Oktober wird er ausgeliefert: der Nio EL6. Zur Erinnerung: Das Elektro-SUV sollte ursprünglich wie in China ES6 heißen, doch Audi klagte wegen der möglichen Verwechslung mit einem Elektro-S6. Nun kann man sich für Probefahrten mit dem Nio EL6 anmelden. Diese starten am 27. Oktober. Ausgeliefert wird der Wagen schon ab 30. Oktober. 

Mit 4,85 Meter Länge ist das Auto etwa so groß wie ein Mercedes EQE SUV. Die Fondsitze lassen sich im Verhältnis 40/20/40 umklappen, wodurch sich der Kofferraum von 579 auf 1.430 Liter vergrößert. Das ist spürbar mehr, als der gleichzeitig präsentierte Nio ET5 Touring bietet.

Der Antrieb ist jedoch von den anderen Nio-Modellen bekannt: Ein 150 kW starker Induktionsmotor an der Vorderachse und ein 210 kW starker Permanentmagnetmotor mit Siliciumcarbid-Technik hinten sorgen für eine Systemleistung von 360 kW und ein Gesamtdrehmoment von 700 Nm. Damit sprintet der Wagen in sportlichen 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Wie bei den anderen Nio-Modellen gibt es Batterien mit 75 und 100 kWh; mit der größeren sollen bis zu 529 km möglich sein.

Bei den Ladeeigenschaften hat Nio nochmal nachgebessert: Während in der Preisliste noch 125 kW maximale Ladeleistung stehen (für eine Ladedauer von 40 min, 10-80%), sind nach der neuen Pressemeldung nun bis zu 180 kW möglich. Damit verkürzt sich die Ladedauer auf 30 Minuten. Der kleinere Akku wird wie gehabt mit bis zu 140 kW geladen; hier betrug die Ladedauer auch bisher schon 30 min.

Nio EL6 (2023): Das Exterieur
Nio EL6 (2023): Das Exterieur
Nio EL6 (2023): Fahrradträger für die Anhängerkupplung

Der "User" (so bezeichnet Nio die Kundschaft) kann aus nicht weniger als neun Fahrmodi auswählen. Das Fahrwerk bietet elektronisch einstellbare Dämpfer und Vier-Kolben-Festsättel. Eine Nio-Neuheit ist Intelligent Smooth Stop (ISS), womit die Bremskraft automatisch angepasst wird. Für die Assistenzsysteme besitzt der EL6 – wie die anderen Nio-Modelle – 33 verschiedene Sensoren. Darunter ist auch ein Lidar, der zusammen mit den Frontkameras die Verkehrssituation erkennt. So kann das Licht der adaptiven Matrix-LED-Scheinwerfern passend verteilt werden, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Serienmäßig ist der Nio EL6 mit einem Head-Up Display und ausgestattet. Das Armaturenbrett besteht aus Rattan und hat "unsichtbare" Lüftungsschlitze. Zum ersten Mal kommt im Nio EL6 auch ein spezieller Stoff für die Lautsprecher zum Einsatz, der das Klangerlebnis verbessern und gleichzeitig eine hochwertige Optik und Haptik bieten soll. Das Schiebedach ist fast einen Quadratmeter groß und ist laut Nio das größte der Klasse.

Nio EL6 (2023): Das Cockpit

Bei den Sitzen legt Nio großen Wert auf Komfort und Bequemlichkeit. Der Fahrersitz bietet eine 20-Wege-Einstellung und wurde von Nio selbst entwickelt. Ungewöhnlich ist der vielfältig einstellbare "Beifahrer-Lounge-Sitz". Der um 160 Grad drehbare Liegesitz bietet eine verstellbare Beinauflage, die eine nahezu waagerechte Ruheposition ermöglicht.

Darüber hinaus verfügt der Beifahrersitz über eine Belüftung, ein Acht-Punkt-Massagesystem und eine Drei-Zonen-Heizung, separat für Sitzkissen, Rückenlehne und Beinauflage. Auch die hintere Sitzreihe ist mit elektrisch verstellbaren Sitzen und einem eigenen Display ausgestattet.

  mit 75 kWh (für bis zu 406 km) mit 100 kWh (für bis zu 529 km)
Preis mit Akku-Miete  53.500 Euro plus 169 Euro/Monat 53.500 Euro plus 289 Euro/Monat
Preis mit Akku-Kauf 65.500 Euro 74.500 Euro

Der Nio EL6 ist in zehn Karosseriefarben und vier Interieurvarianten erhältlich. Die Preise beginnen bei 53.500 Euro, allerdings ohne Batterie. Dazu kommt entweder die monatliche Batteriemiete oder der Kaufpreis für den Akku. Die Aufpreise sind die gleichen wie beim ET5 und ET5 Touring: 12.000 Euro oder 169 Euro monatlich für die 75-kWh-Variante und 21.000 Euro oder 289 Euro pro Monat für den 100-kWh-Akku. Alternativ gibt es auch hier das Abo ("Nio Subscription"), das ab 1.179 Euro (inkl. 75-kWh-Batterie, 36 Monate Laufzeit) verkauft wird.

Zum Vergleich: Den Mercedes EQE SUV gibt es erst ab rund 87.000 Euro, und dafür erhält man nur einen 215 kW starken Hecktriebler (mit 480-590 km Reichweite). Der leistungsmäßig eher vergleichbare EQE 500 4Matic mit 300-kW-Allradantrieb kostet schon fast 100.000 Euro.

Der EL6 ist ab 1. August in Deutschland, Holland, Schweden, Norwegen und Dänemark bestellbar. Dann geht auch der Konfigurator online. Auslieferungsstart ist wie beim ET5 Touring im vierten Quartal 2023, also frühestens im Oktober.

Preisinformation als PDF zum Herunterladen

Technische Daten des Nio EL6

  • Allradantrieb mit Induktionsmotor (150 kW) vorn, Permanentmagnet-Motor (210 kW) hinten
  • Systemleistung/Drehmoment: 360 kW / 700 Nm
  • 0-100 km/h/Höchstgeschwindigkeit: 4,5 Sek. / 200 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 20,4-22,1 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 75 oder 100 kWh / bis 409 bzw. 529 km
  • Ladeleistung: bis 11 kW AC, DC bis 140 kW (kleiner Akku) bzw. 180 kW (großer Akku) 
  • Ladedauer: 30 min mit DC (10-80%) bei beiden Akkus
  • Maße: 4.854 mm Länge / 1.995 mm Breite / 1.703 mm Höhe / 2.915 mm Radstand
  • Kofferraum: 579-1.430 Liter
  • Anhängelast: 1.200 kg

Bildergalerie: Nio EL6 (2023)