Eine Elektroversion des Mercedes CLA wurde bereits oft als Erlkönig erwischt, nun zeigt ein Erlkönig-Video erstmals die Elektroversion des GLA (siehe oben).

Hier stutzt wohl so manche Leserin, so mancher Leser. Denn die Elektroversion des GLA ist bislang als Mercedes EQA bekannt. Doch die Benennung soll sich künftig ändern, von der EQ-Nomenklatur will Mercedes abgehen. Wie die Serienversion unseres Erlkönigs heißen wird, ist bislang noch offen – behelfsweise haben wir uns für GLA Elektro entschieden. Analog wird auch der von uns bisher als "EQA Limousine" betitelte Kompakt-Limousine wohl nicht so heißen. 

Ändern wird sich aber nicht nur der Name des EQA. Bisher basiert der Wagen auf der gleichen Plattform wie der Mercedes GLA mit Verbrenner; die Karosserie ist die im Wesentlichen identisch. Künftig wird der Wagen auf der neuen MMA-Plattform basieren, genau wie die Elektroversion des CLA. Und die unterstützt zwar auch Verbrenner, ist aber electric first – das heißt, ganz auch den Elektroantrieb ausgerichtet.

Mercedes EQA 250 (2021)

Aktueller Mercedes EQA

Mercedes EQA Limousine als Erlknönig

Mercedes ELA Elektro ("EQA Limousine") als Erlkönig

Nach dem in Mercedes-Fragen gut informierten MBPassionBlog soll das Auto künftig eine stärker langgezogene Form haben, die für eine bessere Aerodynamik und damit für eine höhere Reichweite als beim aktuellen EQA sorgen soll. Bisher ist der EQA 4,46 Meter lang und 1,62 Meter hoch.

Der Mercedes-Blog macht auch schon interessante Angaben zu den technischen Daten. So soll der Wagen einen Radstand von 2,80 Meter haben; das wären sieben Zentimeter mehr als beim heutigen EQA. Für den Antrieb sorgt angeblich ein Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) an der Hinterachse mit einem Zweigang-Getriebe.

Mercedes eATS 2.0 (Oktober 2020)

eATS 2.0 mit Zweiganggetriebe

Richtig gelesen, zugunsten der Effizienz hat sich Mercedes für eine ähnliche Lösung wie beim Porsche Taycan entschieden. Da Mercedes mit dem eATS 2.0 bereits die Antriebsachse des MMA-Baukastens vorgestellt hat, und diese ebenfalls ein Zweiganggetriebe enthält, ist dies für Insider keine große Überraschung. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es neben dem Hecktriebler auch wieder Allradversionen geben. Welche Motorart dann vorne eingesetzt wird, schreibt unsere Quelle nicht; wir tippen auf eine Asynchronmaschine (ASM), weil sie die stromlos schalten lässt, wenn sie nicht gebraucht wird.

Als Energiespeicher soll bei der Basisversion eine LFP-Batterie Verwendung finden. Die Verwendung eines LFP-Akkus hatte Mercedes-Chef Ola Källenius bereits vor anderthalb Jahren angedeutet. Der LFP-Akku soll – man lese und staune – für Reichweiten von über 600 Kilometer sorgen. Das wäre ein Paukenschlag, denn der bisherige EQA schafft in der reichweitenstärksten Version (mit 71-kWh-Akku) nur 531 km. Die LFP-Batterie muss also wohl eine ungewöhnlich hohe Energiedichte haben, ähnlich wie der nun vorgestellte Akku von ONE.

Für die stärkeren Versionen soll eine NMC-Batterie verwendet werden, die Reichweiten von bis zu 850 km ergeben soll. Der Netto-Energiegehalt soll bei knapp 100 kWh liegen. Auch dies ist bei einem Radstand von nur 2,80 Meter bemerkenswert. Möglich macht das nach Gerüchten eine siliciumreiche Anode in den Zellen. Mit 850 km Reichweite würde der Elektro-GLA die Konkurrenten weit hinter sich lassen. Zum Vergleich: Der VW ID.4 schafft mit seiner 77-kWh-Batterie nur 531 km. Dazu kommt, dass die MMA-Plattform bekanntlich 800-Volt-Technik bietet; damit dürfte der Wagen auch sehr schnell laden.