Im Dezember 2023 präsentierte LEVC seinen neuen Elektro-Van L380. Allerdings zeigten die Bilder nur das Exterieur. Nun folgen erste Innenraumfotos.

LEVC steht eigentlich für London Electric Vehicle Company und das zurecht, denn die britische Geely-Tochter stellt das elektrisch angetriebene London-Taxi her. Nun aber präsentiert die Marke etwas völlig anderes: einen Elektro-Van. Die Marke will sich vom Taxihersteller zu einem "führenden Anbieter rein elektrischer globaler Mobilitätslösungen" wandeln. Dazu plant LEVC eine ganze Reihe "geräumiger, vollelektrischer Modelle". Der L380 ist das erste davon.

Innenraum und Exterieur

"Der L380 setzt neue Maßstäbe für den insassenorientierten Innenraum und legt die Messlatte für große, vollelektrische Luxus-Vans höher", sagte LEVC-Chef Alex Nan im Dezember. Nun wird deutlicher, wie man sich das vorzustellen hat.

Als Inspirationsquelle für den L380-Innenraum diente die Erste Klasse der Fluggesellschaften. Das Auto soll es als Sechs- und als Achtsitzer geben. Nach Angaben von CarNewsChina hat der Sechssitzer drei Sitzreihen, der Achtsitzer vier. Bei der Vorstellung der Plattform war von einem Schienensystem für die Sitze die Rede, das durch den völlig flachen Boden ermöglicht werde. Die Möbel lassen sich flexibel einstellen und zum Schlafen umklappen. Sie sind mit weichem Semianilin-Leder bezogen. Der Rest der Kabine ist mit Alcantara-Stoffen, sowie Details aus Chrom und Kristallen ausgestattet.

LEVC L380 (2024): Das Interieur

Der L380 mit sechs Sitzen in drei Reihen

Außerdem lässt ein 2,18 Quadratmeter großes Glasdach Licht ins Interieur. Alternativ schirmt es die Insassen vor allzu hellem Sonnenlicht ab – offenbar verwendet LEVC elektrochromes Glas. Zudem verspricht LEVC besonders gestaltete Luftdüsen im chinesischen Stil sowie ein Ambientelicht, das an Meteoritenschauer erinnert.

LEVC L380 (2024): Das Interieur

Im Cockpit sind ein großer Touchscreen sowie ein Instrumentendisplay im Querformat zu sehen. Dazu kommt ein runder Controller in der mittleren Armlehne, der offenbar aus Kristallglas besteht.

LEVC L380

Das Exterieur bleibt sehr schlicht. LEVC-Chefdesigner Brett Boydell ließ sich auch hier von Flugzeugen inspirieren. Das Dach scheint durch die dunkel gefärbten Scheiben und die schwarzen Dachholme zu schweben. Die Türgriffe sind versenkt. Vier Karosseriefarben sollen angeboten werden: Pearl White, Ink Jade Black, Sapphire Blue und Emerald Green.

Abmessungen, Antriebe und mehr

Als Plattform wird die Space Oriented Architecture (SOA) genutzt, die im Mai 2023 vorgestellt wurde. Laut CarNewsChina handelt es sich bei SOA aber nur um eine leicht angepasste Form der bekannten SEA-Plattform von Geely, die auch den Smart #1 und #3, den Volvo EX90 und diverse Zeekr-Modelle trägt. Derzeit stellen die Geely-Marken etliche große Elektrovans vor: Zeekr zeigte den 009, Volvo den offenbar technisch identischen EM90 und LEVC den L380. Ob auch die Modelle von Volvo und Zeekr auf SOA basieren, bleibt offen.

Die Space Oriented Architecture von LEVC

SOA bietet einen völlig flachen Boden – eine gute Basis für viel Innenraumflexibilität

In puncto technische Daten vertröstete LEVC uns im Dezember auf das Jahr 2024. Neuigkeiten dazu gibt es allerdings noch keine. Allerdings veröffentlichte CarNewsChina schon genauere Angaben. Danach ist das Auto stolze 5,31 Meter lang und 1,94 Meter hoch; der Radstand beträgt 3.185 mm.

Für den Antrieb sorgt ein 200-kW-Motor von Viridi E-Mobility Technology (VREMT), einer anderen Geely-Tochter, die sich auf Elektrokomponenten spezialisiert hat. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h. Die Batterie hat eine NMC-Chemie (Nickel, Mangan, Cobalt) und kommt vom Joint Venture zwischen CATL und Geely. Zur Speicherkapazität und zur Reichweite gibt es noch keine Angaben. Die Plattform unterstützt jedoch Batterien von 73 bis 120 kWh für Reichweiten bis zu 695 Kilometer.

LEVC TX

Das bisher einzige Modell von LEVC ist der TX – das elektrische London-Taxi

Auf den Markt kommt der LEVC L380 im Jahr 2024, und zwar zunächst in China. So wird der Elektro-Van denn auch südlich von Shanghai in der Provinz Zhejiang gebaut – im gleichen Werk, das auch das London Cab alias LEVC TX produziert. Der TX ist derzeit noch das einige Modell von LEVC; es gibt ihn als batterieelektrische Version und mit Range Extender.

Später soll es den Elektro-Van auch in anderen Ländern geben. In Großbritannien soll er in den nächsten zwei Jahren erscheinen, also bis 2026. Weitere Modelle auf Basis von SOA sind geplant. LEVC-Chef Alex Nan sagte: "Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren in über 40 Ländern präsent zu sein, wobei mehrere neue Modelle auf der SOA-Plattform den Weg bereiten werden."

Unter dem Strich

Vans galten lange Zeit als extrem out. Doch nun scheint sich eine Renaissance anzudeuten. Vermutlich ist diese Fahrzeugart in China wichtig, und wenn man die Fahrzeuge schon hat, bringt man sie halt auch in Europa auf den Markt. Man darf gespannt sein, wie sie ankommen.

Bildergalerie: LEVC L380 (2024)