Anfang September stellte Mini die neue Generation des Elektro-Mini vor. Auf den Markt kommen soll der Elektro-Kleinstwagen allerdings erst im Mai 2024. Nun ist der Wagen jedenfalls konfigurierbar, und zwar in beiden Motorisierungen.

Der Elektro-Mini wechselt in der neuen Generation die Plattform: Bisher beruhte er auf der gleichen Basis wie die Verbrenner, künftig basiert er auf der gemeinsam mit Great Wall entwickelten Spotlight-Plattform. Dabei wächst der Radstand um rund drei Zentimeter (von 2.495 auf 2.526 mm), die Länge (statt 3.845 nun 3.858 mm) legte ebenfalls minimal zu, während die Höhe um immerhin drei Zentimeter auf jetzt 1,46 Meter stieg. 

Nun zwei Motorisierungen – und mehr Reichweite

Wie bisher ist der Mini Cooper Electric ein Fronttriebler. Statt einer gibt es nun aber zwei Motorisierungen. Während die Basisversion mit 135 kW genauso stark ist wie der bisherige Elektro-Mini, bietet die stärkere Variante 160 kW. Damit sprintet das Auto etwa eine halbe Sekunde schneller auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von bisher 150 auf 160 bzw. 170 km/h.

  Mini Cooper E Mini Cooper SE
Antrieb FWD mit 135 kW / 290 Nm FWD mit 160 kW / 330 Nm
0-100 km/h / Spitze 7,3 Sek. / 160 km/h 6,7 Sek. /170 km/h
WLTP-Stromverbrauch 13,8-14,3 kWh/100 km 14,1-14,7 kWh/100 km
Akku netto / WLTP-Reichweite 37 kWh / 293-305 km 50 kWh / 387-402 km
Ladeleistung AC / DC 11 / 75 kW 11 / 95 kW
Ladedauer AC (0-100%)/DC (10-80%) 4h30 / 28 min 5h15 / 30 min
Angekündigter Basispreis 32.900 Euro 36.900 Euro

Die wichtigste Änderung aber ist wohl, dass größere Batterien eingebaut werden. Mit dem bisherigen Akku (29 kWh netto, 33 kWh brutto) waren maximal 233 km möglich, was längst nicht mehr zeitgemäß war. Künftig erhält die Basisversion eine Batterie mit 37 kWh netto (41 kWh brutto) für bis zu 305 km, die gehobene Variante mit 50 kWh netto (54 kWh brutto) soll bis zu 402 km schaffen.

Beim Aufladen wird nun Plug & Charge unterstützt. Außer mit 11 kW Wechselstrom kann nun mit 75 bzw. 95 kW Gleichstrom geladen werden. Trotz höherer Ladeleistung bei der großen Batterie dauert das Laden von 10 auf 80% hier zwei Minuten länger. Damit beträgt die Ladegeschwindigkeit 0,9 bzw. 1,2 kWh/min. Großartig sind die Reichweiten und Ladezeiten nicht, aber der Mini ist wohl auch nicht für die Langstrecke gemacht. 

Interieur ohne Instrumentendisplay

Innen besitzt der Elektro-Mini (wie der Volvo EX30) kein Instrumentendisplay mehr; immerhin gibt es hier optional ein Head-up-Display. In der Mitte des Armaturenbretts prangt standardmäßig ein runder und ziemlich dünner Touchscreen mit 24 cm Durchmesser. Darunter gibt es wie gehabt eine Kippschalterleiste; eines der Hebelchen aktiviert die Fahrmodi ("Experiences"). Dazu gibt es ein mit Stoff bespanntes Armaturenbrett. 

Mini Cooper SE (2024)

Zur Serienausstattung gehören LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Alufelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Abstandstempomat, Totwinkelwarner, Spurverlassenswarner, Parkpiepser, Rückfahrkamera und Navigationssystem.

Die Basisversion für 32.900 Euro ist derzeit allerdings noch nicht verfügbar. Die günstigste derzeit konfigurierbare Variante ist der Mini Cooper E im Classic Trim mit dem Ausstattungs-Paket S (3.110 Euro Aufpreis) und 17-Zoll-Felgen (1.000 Euro) für 38.010 Euro. Alternativ gibt es das noch teurere Ausstattungspaket L (5.970 Euro). Die übrigen Pakete sind noch nicht verfügbar:

Mini Cooper Electric (2024): Die Ausstattungspakete

Mini Cooper E im Konkurrenzvergleich

Zu den Konkurrenten des Mini Cooper Electric gehören der Opel Corsa Electric, der Fiat 500 Elektro und der (größere aber kaum teurere) MG 4 Electric. Hier eine kleine Vergleichstabelle zur Basisversion und ihren Rivalen:

  Mini Cooper E Opel Corsa Electric 100 kW MG4 Electric Standard Fiat 500 Elektro 87 kW (Moja 2023)
Länge / Höhe 3,86 m / 1,46 m 4,06 m / 1,44 m 4,29 m / 1,50 m 3,63 m / 1,53 m
Kofferraum 210-800 Liter 267-1.042 Liter 363–1.177 Liter 185-255 Liter
Antrieb FWD 135 kW FWD 110 kW RWD 125 kW FWD 87 kW
0-100 km/h 7,3 Sek. 8,7 Sek. 7,7 Sek. 9,0 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 150 km/h 160 km/h 150 km/h
Verbrauch 13,8-14,3 kWh 15,8-16,1 kWh 17,0 kWh 13,0 kWh
Reichweite bis 305 km bis 354 km 350 km 300-321 km
Ladedauer DC 28 min (10-80%) ca. 30 min (20-80%) 40 min (10-80%) k.A.
Basispreis 32.900 Euro 34.990 Euro 34.990 Euro 34.990 Euro

Derzeit gibt es nicht allzu viele kleine, günstige Elektroautos. So sind unsere vier Vergleichs-Autos recht unterschiedlich. Der Mini ist sogar schon in der Basisversion die flotteste und günstigste Option. Opel Corsa Electric und MG4 Electric punkten mit viel Kofferraum und hoher Reichweite. Der 20 Zentimeter kürzere Fiat 500 Elektro hat dagegen den niedrigsten Stromverbrauch. Letzteren gibt es aber in der 87-kW-Version wohl nur noch als Lagerfahrzeug.

Mini Cooper SE im Konkurrenzvergleich

Sehen wir uns nun die Version mit 160 kW und großer Batterie an. Hier kommt der schwache Fiat 500 Elektro nicht mehr als Rivale in Frage. Stattdessen haben wir den Crossover Volvo EX30 und den BYD Dolphin aufgenommen. Damit bleiben nun als Konkurrenten des Mini Cooper E nur noch Kompaktmodelle:

  Mini Cooper SE Volvo EX30
Single Motor
MG4 Electric
Comfort
BYD Dolphin
Design
Länge / Höhe 3,86 m / 1,46 m 4,23 m / 1,55 m 4,29 m / 1,50 m 4,29 m / 1,57 m
Kofferraum 210-800 Liter 380-904 Liter
(plus 7 Liter Frunk)
363–1.177 Liter 345-1.310 Liter
Antrieb FWD 160 kW RWD 200 kW RWD 150 kW FWD 150 kW
0-100 km/h 6,7 Sek. 5,7 Sek. 7,9 Sek. 7,0 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 180 km/h 160 km/h 160 km/h
Verbrauch 14,1-14,7 kWh 16,7 kWh 16,0 kWh 15,9 kWh
Reichweite 387-402 km 344 km 450 km 427 km
Ladedauer DC 30 min (10-80%) 26,5 min (10-80%) 35 min (10-80%) 40 min (10-80%)
Basispreis 36.900 Euro 36.590 Euro 39.990 Euro 37.990 Euro

In diesem Vergleich gehört der Mini zu den günstigsten Angeboten. Der noch minimal billigere Volvo sticht den chinesisch-deutschen Elektro-Mini in Sachen Sprint und Ladezeit aus. Wer einen großen Kofferraum sucht, ist dagegen bei MG und BYD richtig. Diese bieten auch mehr Reichweite.   

Unterm Strich

Alles in allem ist der Mini Cooper Electric ein interessantes Elektroauto für die Innenstadt. Viel Kofferraum bietet er nicht, dafür findet man für den Winzling leichter einen Parkplatz als für größere Fahrzeuge. Der Basispreis von knapp 33.000 Euro ist erstaunlich günstig. Die alte Version (mit weniger Reichweite, aber wohl auch mehr Ausstattung) war mit 37.300 Euro deutlich teurer. Mit dem stärkeren Antrieb wird der neue Mini zur Pocket Rocket. Ob man 160 kW in der Stadt braucht, sei dahingestellt. 

Bildergalerie: Mini Cooper SE (2024)