Das Tesla Model 3 für Europa kommt aus Shanghai, und so gehört es zu den Modellen, die bald von der EU mit Strafzöllen belegt werden. Deshalb kündigt der US-Autobauer nun eine Preiserhöhung ab 1. Juli an.

Der Preis für das Model 3 werde sich "aufgrund der erwarteten Einfuhrzölle ab dem 1. Juli 2024 voraussichtlich erhöhen", ist im Konfigurator zu lesen. Damit die Kundschaft weiß, was sie tun soll, schreibt Tesla weiter: "Daher sollten Sie die Lieferung noch im Juni annehmen, um sich den aktuellen Preis zu sichern." Und weil nicht sicher ist, ob ein frei konfiguriertes Auto noch im Juni ausgeliefert wird (2 bis 5 Wochen Lieferzeit werden angekündigt), packt Tesla noch einen Link zu den Bestandsfahrzeugen dazu.

Tesla gehört zu den Hauptbetroffenen der provisorischen Strafzölle, welche die geschäftsführende EU-Kommission ab dem 3. Juli einführen will. Nach den bisherigen Angaben soll der Importzoll für das Tesla Model 3 aus China von derzeit 10 auf 31 Prozent steigen. Tesla kann allerdings einen niedrigeren Zoll beantragen.

Bisher gibt es das Model 3 zu Preisen ab 40.990 Euro. Damit ist das 208 kW starke Basismodell mit bis zu 554 km WLTP-Reichweite rund 10.000 Euro günstiger als der praktisch gleich starke VW ID.7 Pro, den es mit "VW-Umweltprämie" ab 50.425 Euro gibt. Wenn Tesla den Strafzoll in Höhe von 21 Prozent weitergibt, könnte der Preis für das Model 3 RWD auf knapp 50.000 Euro steigen; damit wäre der Tesla wieder so teuer wie der VW.

Das Model 3 liegt mit knapp 3.000 verkauften Exemplaren in den ersten fünf Monaten dieses Jahres deutlich hinter dem Absatz des Vorjahreszeitraums, als noch rund 5.600 Stück verkauft wurden. Nach wie vor ist die Limousine in Deutschland auch weit weniger beliebt als das Model Y, das sich von Januar bis Mai 2024 über 13.000 Mal verkaufte und damit nach wie vor der Elektro-Bestseller hierzulande ist.  

Obwohl das Model Y in Grünheide gefertigt wird, kommt ein Teil davon angeblich immer noch aus Shanghai. Für das Mittelklasse-SUV kündigt Tesla aber keine Preiserhöhung an. Im Gegenteil, kürzlich führte Elon Musk eine eigene Umweltprämie speziell für den Bestseller ein. Sie beträgt satte 6.000 Euro, wird aber nur für vorkonfigurierte Bestandsmodelle gewährt.

Unter dem Strich

Preissenkung für das Model Y, aber Preiserhöhung für das Model 3? Die Ankündigung von Tesla zu der in China gebauten Limousine ist möglicherweise eine Drohkulisse gegenüber der EU, vielleicht will Elon Musk aber auch den Absatz fördern. Denn wer den Kauf eines Model 3 erwägt, wird nun vielleicht in den verbleibenden zwei Juniwochen zugreifen. Womit die Verkaufszahlen für das zweite Quartal ein bisschen besser aussehen könnten. Vielleicht hat Elon Musk aber auch einfach einen Wutanfall wegen der Zölle bekommen ...