Am 11. Juni zeigte Hyundai erste Teaserbilder vom neuen Inster, einem neuen Elektro-Winzling. Hinter dem Namen verbirgt sich die Elektroversion des Verbrenner-Modells Hyundai Casper, der in Korea bereits seit 2021 angeboten wird. Nun steht das Auto auf der Busan International Mobility Show, es gibt umfassende Daten und viele Bilder zu dem Neuling. Auch eine ungefähre Preisangabe existiert bereits: rund 25.000 Euro werden angestrebt.

Maße und Exterieur

Der Hyundai Inster bekommt eine ausgesprochen abenteuerlustige Optik, mit robusten Karosserieschutzleisten, Dachreling und dicken silbernen Elementen vorne und hinten, die an einen Unterfahrschutz erinnern. Hyundai erwähnt auch eine Cross-Version, die offenbar bald folgen soll und noch mehr Offroad-Elemente haben dürfte.

Generell sieht dem Hyundai Casper sehr ähnlich. Zu den Unterschieden gehören allerdings ein geschlossener, schwarzer Grill und eine eigenständige Lichtsignatur, die mit ihrem Pixel-Look an den Ioniq 5 erinnert. 

Hyundai Casper (2022): Das Exterieur

Hyundai Casper: 3,60 m langer Verbrenner aus Korea

Hyundai Inster (2024): Ansicht von schräg vorne

Hyundai Inster: Das 3,83 m lange Elektroauto

Am Heck zeigt der Inster ebenfalls eine leicht andere Lichtsignatur; mit ihrem Pünktchen-Design passt sie zur Vorderseite. Wie vorne gibt es einen auffälligen Unterfahrschutz. Dazu kommen je nach Version ein schwarzes Dach und Räder in der Größe 15 oder 17 Zoll.

Hyundai Casper (2022): Exterieurdetail

Das Heck des Casper mit rundlichen LED-Elementen

Hyundai Inster (2024): Das Heck

Inster mit pixelartigem Rückleuchten-Muster  

Hyundai ordnet den Inster wie den Casper ins A-Segment ein, also als Kleinstwagen oder Kleinstwagen-SUV. Dafür hat der Wagen aber einen ziemlich langen Radstand – dieser ist sogar länger als beim Citroen e-C3 oder Opel Mokka Electric. Vermutlich um die Batterie unterzubringen, wurde der Achsabstand gegenüber dem Verbrennermodell verlängert.

Hyundai Inster (2024): Die Seitenansicht

Mit 3,83 Meter Länge findet der Inster auch in kleineren Parklücken Platz

So ist der Neuling mit 3,83 Meter stattliche 20 cm länger als der Fiat 500 Elektro, aber auch rund 20 cm kürzer als der Citroen e-C3. Bemerkenswert ist auch der große Kofferraum, der ein ähnliches Volumen hat wie der Opel Mokka Electric, welcher eindeutig ins B-SUV-Segment gehört.  

  Länge Breite Höhe Bodenfreiheit Radstand Kofferraum
Hyundai Inster 3,83 m 1,61 m 1,58 m 0,15 m 2,58 m 351-1.059 Liter
Fiat 500 e 3,63 m 1,68 m 1,52 m k.A. 2,32 m 185-550 Liter
Citroen e-C3 4,02 m 1,76 m 1,57 m 0,16 m 2,54 m 310 Liter
Opel Mokka Electric 4,15 m 1,99 m 1,53 m k.A. 2,56 m 310–1.060 Liter

Motoren und Akkus

Zwei Motor-Akku-Kombinationen sind geplant; ob das Auto ein Front- oder Hecktriebler ist, geht aus den Pressematerialien nicht hervor. Wir vermuten, dass es sich wie bei den fossil angetriebenen Versionen um einen Fronttriebler handelt. 

  Hyundai Inster Standard Range Hyundai Inster Long Range
Antrieb 2WD 71 kW, 147 Nm 2WD 85 kW, 147 Nm
0-100 km/h / Höchstgeschw. 11,7 Sek. / 140 km/h 10,6 Sek. / 150 km/h
WLTP-Verbrauch ca. 15,3 kWh/100 km ca. 15,3 kWh/100 km
Akku / Reichweite 42 kWh / ca. 300 km 49 kWh / ca. 355 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 kW / 120 kW 11 kW / 120 kW
DC-Ladedauer (10-80%) 30 min 30 min
Preis ca. 25.000 Euro k.A.

Angaben zur Art der Motoren (ASM, PSM oder FESM) und der Akkus (LFP oder NMC) macht Hyundai keine. Auch fehlen Angaben zur DC-Ladeleistung. Die Ladedauer wird mit rund 30 min angegeben, woraus sich eine Ladegeschwindigkeit von rund 1,0 bis 1,1 kWh/min errechnet. Ähnliche Werte erreichen auch andere City-Stromer wie der neue Mini Cooper (0,9-1,2 kWh/min und 1,0 kWh/min beim Citroen e-C3). Lobenswert ist, dass das Auto serienmäßig einen dreiphasigen 11-kW-Lader für Wechselstrom erhält.

Cockpit und Ausstattung

Innen soll es ähnlich wie bei den großen Hyundai-Elektroautos zwei 10,25-Zoll-Displays geben. Die Bildschirme sind den Bildern nach aber nicht direkt nebeneinander positioniert wie etwa beim Ioniq 5. Stattdessen zeigen die Bilder einen hoch angebrachten Touchscreen im Querformat und ein Instrumentendisplay, das traditionelle Rundinstrumente simuliert.

Im Lenkrad-Pralltopf gibt es Pixel, die vermutlich den Ladestand anzeigen. Eine Besonderheit sind auch die Tür-Innenverkleidungen, sie sich austauschen und an den individuellen Geschmack anpassen lassen. Die Fahrmodi P, N, R und D werden offenbar mit dem Lenkstockhebel rechts unten aktiviert:   

Hyundai Inster (2024)

Fast wie bei den großen Elektro-Hyundais: Das Cockpit bietet zwei große Displays

Das Bild oben zeigt zudem ein Ambientelicht und USB-C-Anschlüsse sowie zahlreiche physische Tasten. Darüber hinaus erwähnt Hyundai noch ein One-Touch-Schiebedach, eine Lenkradheizung, kabelloses Handy-Aufladen, Vehicle-to-Load-Fähigkeiten sowie Assistenten wie ein Antikollisionssystem oder einen Abstandstempomat. Optional soll es eine Sitzheizung und LED-Scheinwerfer geben.

Hyundai Inster (2024): Rückbank mit einem längsverschobenen Sitz

Die Sitze in der zweiten Reihe lassen sich offenbar längs verschieben

Zum Start gibt es eine viersitzige Version, ein Fünfsitzer soll 2025 folgen. Die Bilder zeigen den Viersitzer, der mit längs verschiebbaren Fondsitzen und umklappbarer Beifahrersitzlehne eine hohe Innenraumvariabilität besitzt.

Hyundai Inster (2024): Kofferraum mit umgeklappten Rücksitzen und flachgelegtem Beifahrersitz

Der Hyundai Inster scheint ein richtiges Kofferraumwunder zu sein

Unter dem Strich

Der Hyundai Inster ist ein sympathisch kleines, schick gestyltes Stadtauto mit beeindruckendem Kofferraum und vielen Details, die für das A-Segment nicht selbstverständlich sind. Dazu kommt der günstige Preis.

Mit rund 25.000 Euro tritt der Wagen gegen den Fiat 500 Elektro und den Dacia Spring an, neu hinzu kam kürzlich der Citroen e-C3. Nur der VW-Konzern braucht noch gefühlte Ewigkeiten, bis der VW ID.2 fertig wird. Die Gerüchte sprechen von 2027 ...  

Bildergalerie: Hyundai Inster (2024)