Elektroautomarkt in Europa wuchs im 1. Halbjahr um 1,3 Prozent
Volvo EX30 beim Verkaufsranking auf Platz 3 nach Tesla Model Y und 3
Der Elektroautomarkt in Deutschland schwächelt, das wissen wir. Aber wie sieht es in Europa aus? Zulassungszahlen zum ersten Halbjahr 2024 werfen nun ein Licht darauf.
In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 712.637 neue BEVs in Europa zugelassen, meldet der europäische Herstellerverband ACEA. Dies entspricht einem Anstieg von immerhin 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der BEV-Anteil am Gesamtmarkt lag damit bei 12,5 Prozent. Im Gesamtmarkt – über alle Marken und Antriebsarten hinweg – stiegen die Verkaufszahlen um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Bei reinen Elektroautos (BEVs) ist europaweit der VW-Konzern führend: Rund 178.000 Einheiten wurden von Januar bis Juni 2024 verkauft. Das klingt beeindruckend, war jedoch 14 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2023 abgesetzt wurden. Die Kernmarke VW musste sogar einen Rückgang um 24 Prozent hinnehmen. Das Marktforschungsunternehmen JATO Dynamics vermutet, dass dies am recht hohen Alter der beiden Bestseller ID.4 und ID.3 von vier bzw. fünf Jahren liegt. Porsche verkaufte sogar um 55 Prozent weniger BEVs – hier macht sich der Modellwechsel beim Taycan bemerkbar.
Im Gegensatz dazu konnte BMW deutlich zulegen: Die BMW Group (zu der auch Mini und Rolls-Royce gehören) steigerte ihren Anteil am europäischen BEV-Markt von 7,5 auf 10,0 Prozent. Das ist den starken Ergebnissen beim BMW iX1, i4 sowie den neuen Modellen i5, iX2 und Mini Countryman zu verdanken. So verkaufte die Marke BMW im ersten Halbjahr gar mehr Elektroautos als die Marke VW, wie JATO betont.
Volvo EX3 und MG4 Electric auf Platz 3 und 4 der europäischen BEV-Zulassungsstatistik
Tesla Model Y und Model 3 führen weiterhin die europäische BEV-Zulassungsstatistik an. Doch nach Jahren kontinuierlichen Wachstums fielen die Tesla-Zulassungen im gerade ausgeklungenen Halbjahr von 185.200 auf 161.600 Einheiten. JATO-Analyst Felipe Munoz erklärt das mit drei Faktoren: der alternden und nach wie vor kleinen Modellpalette, der Konkurrenz durch Marken wie BMW und der Aufstieg der chinesischen Marken.
Tesla-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorjahre
Die chinesischen Hersteller hingegen schnitten sehr gut ab. Die Geely-Gruppe, zu der Volvo, Polestar und Lotus gehören, steigerte ihre BEV-Zulassungen um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit landete Geely vor Hyundai-Kia, Mercedes und der Renault-Gruppe. Das ist dem Volvo EX30 zu verdanken, der bei den europaweiten Bestsellern auf Platz 3 (hinter Tesla Model Y und 3) landete. Rang 4 nimmt der MG4 Electric ein.
BYD verkaufte 17.000 Elektroautos und damit gleich 14.000 mehr als im 1. Halbjahr 2023. Mit seinen BEV-Verkäufen übertraf BYD damit Marken wie Nissan, Smart, Toyota, Polestar, Citroen, Dacia, Ford, Mini, Porsche und Mazda. So landet BYD nun bei den verkaufsstärksten BEV-Marken auf Platz 16.
Xpeng kam auf 2.214 Elektroautos, was ebenfalls eine deutliche Steigerung gegenüber den 51 Neuzulassungen in der ersten Jahreshälfte 2023 darstellt. Great Wall Motors verdoppelte sein Volumen auf 2.123 Einheiten, während Zeekr sich von null auf 821 Fahrzeuge steigerte. Hongqi und Voyah kamen jeweils auf weniger als 300 Stück in ganz Europa. Insgesamt wurden 70.000 Elektroautos chinesischer Marken in der ersten Jahreshälfte zugelassen, das waren 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitaum.
In China produzierte BEVs kommen nicht immer von chinesischen Marken
Unter dem Strich
In Deutschland war der Elektroauto-Absatz im ersten Halbjahr 16 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Für Europa war immerhin noch ein Wachstum zu verzeichnen, wenn auch nur ein sehr schwaches von 1,3 Prozent. Beeindruckend ist das Plus von BMW und Modellen wie dem Volvo EX30 oder dem MG4 Electric, VW und Tesla dagegen schwächeln, auch aufgrund ihrer alternden Modellpalette.
Quelle: JATO (per E-Mail), ACEA
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