Kia EV4 als Erlkönig: Elektro-Crossover erstmals erwischt
Neuling könnte eine günstige Alternative zum Peugeot E-3008 werden
Als Designstudie stellte Kia seinen EV4 schon im Oktober vor, nun haben unsere Fotografen den Elektro-Crossover erstmals auf öffentlichen Straßen erwischt. Das neue Elektromodell wurde in Deutschland fotografiert und trug ein deutsches Nummernschild mit dem Kürzel GG für Groß-Gerau bei Frankfurt.
Die Tarnung ist noch stark, so dass man zu Details noch wenig Aussagen machen kann. Aber die ungewöhnlichen Proportionen des neuen Modells sind schon gut erkennbar.
Bildergalerie: Kia EV4 als Erlkönig (07/2024)
Wie die Studie wirkt der Wagen sehr gestreckt; nach einer kurzen , steil ansteigenden Fronthaube folgt eine sehr flach liegende Windschutzscheibe, die zum höchsten Punkt der Karosserie über den Vordersitzen führt. Danach sinkt die Dachlinie kontinuierlich ab, bis zur Heckscheibe, die ebenfalls sehr flach liegt. Den Abschluss bildet ein steiles Heck.
Kia EV4 als Erlkönig
Kia Concept EV4 (2023)
Wie bei der Studie gibt es kleine Dachspoiler links und rechts. Erkennbar sind auch der hervorspringende Mittelteil des Hecks; der darauf sitzende Spoiler ist nur zu erahnen. Wie die Studie hat auch der Erlkönig vertikale Rückleuchten. Diese sind allerdings nicht als filigrane Lichtstreifen ausgeführt, sondern werden von übereinander liegenden Rechtecken gebildet.
Kia EV4 als Erlkönig
Kia EV4 Konzept
Anders als die Studie hat der fotografierte Prototyp konventionelle Außenspiegel, keine Außenkameras. Wie die Türgriffe ausgeführt sind, ist nicht zu erkennen; vermutlich werden sie aber karosseriebündig sein wie beim Kia EV6.
Der Benennung nach dürfte der EV4 länger als der EV3 sein (4,30 Meter), aber kürzer als der EV5 (als Studie 4,62 Meter). Mit etwa 4,40 oder 4,50 Meter Länge ist das Auto wohl als Kompaktklasse-Modell einzustufen. Eine Kompaktlimousine dieser Größe gibt es bislang nicht; ähnliche Modelle sind der Smart #3 (4,40 Meter), der Volvo EC40 (4,44 m) oder der Peugeot E-3008 (4,54 m). Der Polestar 2 ist dagegen mit 4,61 m schon praktisch so lang wie der EV5.
Ähnlich wie der EV3 und der EV5 soll auch der EV4 deutlich erschwinglicher sein als der Kia EV6 oder EV9. Dafür bekommen diese Modelle ein 400-Volt-System, obwohl sie auf der E-GMP-Plattform basieren. Dazu kommt ein Frontantrieb, vielleicht optional ein Allradsystem. Hier dürfte sich Kia im Konzernregal bedienen – der EV3 hat stets einen 150-kW-Frontantrieb. Die Batterien sind nicht viel kleiner als beim EV6: Beim EV3 speichern sie 55 bzw. 78 kWh netto – beim aktuellen EV6 sind es 58 bzw. 77 kWh.
Die Monitorlandschaft im Ev4 dürfte ähnlich aussehen wie beim EV6 oder bei der Studie – das heißt, es gibt zwei Displays im Querformat nebeneinander. Wie beim EV6 scheint es eine relativ hohe Mittelkonsole zu geben.
Kia EV6: Das Cockpit
Kia Concept EV4: Das Cockpit
Nach einem Artikel des Korean Car Blog, der sich auf den Kia-Vizepräsidenten Woo-Jeong Woo beruft, war der EV4 ursprünglich für Ende 2024 geplant, doch der Launch wurde auf Anfang 2025 verschoben. Dazu kommt, dass Kia-Fahrzeuge normalerweise zuerst in Korea auf den Markt kommen, Europa folgt erst ein paar Monate später. Demnach dürfte der EV4 bei uns wohl erst Mitte 2025 starten. Der EV3 ist bereits in einigen europäischen Ländern bestellbar, der EV5 soll offenbar erst nach dem EV4 folgen.
Unter dem Strich
Den 4,68 Meter langen Kia EV6 gibt es mit 125 kW und 58-kWh-Batterie ab 47.000 Euro, ein EV4 mit ähnlichem Antrieb (allerdings über die Vorderachse) und ähnlichem Akku könnte vielleicht rund 40.000 Euro kosten. Damit wäre das Modell deutlich günstiger als der Peugeot E-3008 (knapp 49.000 Euro mit 157 kW und 73 kWh). Allerdings wird der Kia mit 58 kWh auch nicht mehr als 400 km schaffen – so weit kommen schon viele Elektro-Kleinwagen. Aber warten wir's ab.
Quelle: Automedia, Korean Car Blog
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