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Mercedes EQA: Kompaktes Elektro-SUV nicht mehr bestellbar

Der beliebteste Elektro-Mercedes ist Geschichte. Der EQA ist nicht mehr konfigurierbar. Der Nachfolger GLA EQ startet wohl noch 2026.

Mercedes EQA (2023) in Schwarzweiß
Bild von: Mercedes-Benz

Mit fast 10.000 verkauften Exemplaren war der Mercedes EQA 2025 der beliebteste Elektro-Mercedes. Doch nun ist er offenbar Geschichte: Das Kompakt-SUV ist nicht mehr konfigurierbar. Der Nachfolger GLA mit EQ-Technologie dürfte noch 2026 auf den Markt kommen. Er basiert wie der CLA EQ auf der Mercedes Modular Architecture (MMA).

Das Fehlen des Mercedes EQA fiel zuerst JesMB auf. Im Werk Rastatt (südlich von Karlsruhe) werden nur noch die eingegangenen Bestellungen abgearbeitet, so das inoffizielle Mercedes-Portal. Es werden aber noch elf Bestandsfahrzeuge auf der Mercedes-Website angeboten, alle in der reichweitenstarken Motor-Akku-Kombination 250+.

Der Mercedes EQA wurde im Frühjahr 2021 eingeführt und erhielt im Herbst 2023 ein Facelift. Als Basis diente die 2020 gestartete, zweite Generation des Mercedes GLA. Der EQA beruhte also (anders als EQE und EQS und ihre SUV-Varianten) noch auf einer Verbrennerplattform.

Bildergalerie: Mercedes EQA Facelift (2024)

Exterieur und Maße

Mit 4,46 Meter Länge gehörte der Mercedes EQA in die Kompaktklasse; die Höhe von 1,61 Meter rechtfertigt die Einordnung als SUV. Also ein Kompakt-SUV von der Größe eines BMW iX1, Mini Countryman Electric, Audi Q4 e-tron oder Volvo EX40.

  Länge Breite Höhe Radstand
Mercedes EQA 4.463 mm 1.834 mm 1.612 mm 2.729 mm
BMW iX1 4.500 mm 1.845 mm 1.616 mm 2.692 mm
Mini Countryman 4.445 mm 1.843 mm 1.635 mm 2.692 mm
Audi Q4 e-tron 4.588 mm 1.865 mm 1.632 mm 2.764 mm
Volvo EX40 4.440 mm 1.863 mm 1.647 mm 2.702 mm

Antriebe und Akkus

Die Antriebspalette des EQA hat sich im Lauf der Zeit mehrfach verändert. Nachdem es anfangs nur einen Fronttriebler mit 140 kW gab, folgten im Mai 2021 zwei Allradler. Mit dem Facelift gab Mercedes die Motorarten offiziell bekannt: Bei den 2WD-Versionen wird vorne eine Permanentmagnet-Synchronmaschine (PSM) verwendet, bei den Allradlern kam hinten eine Asynchronmaschine (ASM) hinzu.

Seit Anfang 2025 wurde nur noch die größere der beiden Batterien mit 71 kWh eingebaut; der 67 kWh große Akku entfiel. Damit verschwand auch die Version EQA 250. So blieben zum Schluss noch drei Varianten:

  EQA 250+ EQA 300 4Matic EQA 350 4Matic
Antrieb FWD 140 kW, 385 Nm AWD 168 kW, 390 Nm AWD 215 kW, 520 Nm
0-100 km/h / Spitze 8,6 Sek. 7,7 Sek. 6,0 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
WLTP-Verbrauch 14,4 kWh 16,9 kWh 16,9 kWh
Akku netto 70,5 kWh 70,5 kWh 70,5 kWh
WLTP-Reichweite 561 km 476 km 476 km
Max. Ladeleistung 11 kW mit AC / 100 kW mit DC
DC-Ladedauer 10–80 % 35 min
DC-Ladegeschwind. 1,4 kWh/min
Listenpreis 51.610 Euro 53.520 Euro 56.424 Euro
Rabattiert 45.933 Euro 47.633 Euro 50.217 Euro

Die Preise begannen bei rund 52.000 Euro; mit dem Herstellerrabatt startete das Modell bei knapp 46.000 Euro.

Die maximale Ladeleistung mit Gleichstrom (DC) lag bei nur 100 kW; damit ließen sich die Akkus in nicht gerade berauschenden 35 Minuten aufladen (10–80 %). Die von uns errechnete Ladegeschwindigkeit von 70,5 x 0,7 / 35 min = 1,4 kWh/min lag deutlich unter den Werten anderer 400-Volt-Modelle; beim VW ID.4 zum Beispiel werden bis zu 2,0 kWh/min erreicht. Beim Reichweite-Nachladen errechneten sich für den EQA Werte von maximal 561 km x 0,7 / 35 min = 11,2 km/min.

Mercedes EQA 250 (2021)

Chassis, Antrieb und Batterie des Mercedes EQA 250 (2021)

Die Rekuperation ließ sich über Lenkradwippen einstellen. Dabei gab es die Modi DAuto (adaptive Rekuperation), D+ (Segeln), D (schwache Rekuperation), D- (mittlere Rekuperation) und D-- (starke Rekuperation).

Interieur und Ausstattung

Innen hatte der EQA ein breites, eigentlich aus zwei 10,25-Zoll-Displays bestehendes MBUX-System. Dazu gab es schicke Luftausströmer im Turbinen-Look. Zur Serienausstattung gehörten LED-Scheinwerfer, 18-Zoll-Aluräder, eine elektrisch bediente Heckklappe, Navigationssystem, Klimaautomatik, Sitzheizung, Wärmepumpe und Rückfahrkamera. Die Fondsitze ließen sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Der Kofferraum schluckte 340 bis 1.320 Liter Gepäck.  

Mercedes EQA Facelift (2024)

Innen gab es seit dem Facelift ein neues Lenkrad

Konkurrenten und Test

Zu den Konkurrenten gehörten der Volvo EX40, der BMW iX1, der Mini Countryman Electric, der Genesis GV60 und der mit 4,59 Meter Länge schon etwas größere Audi Q4 e-tron. Im Vergleich punktete der Mercedes mit seiner recht hohen Maximalreichweite von 561 km; nur der Q4 kommt ähnlich weit. Allerdings war die Ladedauer ziemlich lang, die Ladegeschwindigkeit gering. Für den Mercedes sprach hingegen der niedrige Stromverbrauch. Die sparsamste Version brauchte nur 14,5 kWh/100 km, beim Audi sind es mindestens 16,1, beim Volvo mindestens 16,6 und beim BMW mindestens 16,7 kWh/100 km.

Ende 2021 haben wir den Mercedes EQA in der Vor-Facelift-Version getestet, und zwar in der alten Basismotorisierung mit Asynchronmaschine. Wir fanden die Innenausstattung hochwertig, aber für sein Format sei der Wagen viel zu schwer und nicht gerade sparsam, so unser Tester. Wer ein Elektro-SUV mit viel Platz sucht, aber nicht viel Leistung und "Premium" benötigt, solle einen Blick auf den Skoda Enyaq oder Hyundai Ioniq 5 werfen, so das Fazit unseres Tests.

 Technische Daten des Mercedes EQA

  • Frontantrieb mit PSM oder Allradantrieb mit vorn ASM, hinten PSM
  • Systemleistung/Systemdrehmoment: 140, 168 od. 215 kW / 385, 390 oder 520 Nm 
  • 0-100 km/h: 8,6 bzw. 7,7 bzw. 6,0 Sek. / 160 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 14,4-16,9 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 71 kWh netto / 561 bzw. 474 km
  • Ladeleistung: bis 11 kW mit AC, bis 100 kW mit DC
  • DC-Ladedauer (10–80 %): 35 min
  • Maße: 4.463 mm Länge / 1.834 mm Breite / 1.612 mm Höhe / 2.729 mm Radstand
  • Kofferraum: 340–1.320 Liter

Letzte Änderung am 7. April 2026: Ende der Bestellungen eingefügt