Deutscher Elektroautomarkt: Die Aufholjagd des Skoda Enyaq
Model-Y-Verkäufe schwächeln, der Skoda legte zuletzt immer stärker zu
Der Skoda Enyaq ist 2024 im Aufwind: Bis November schaffte es das tschechische Kompakt-SUV auf Platz zwei der deutschen Verkaufsstatistik. Fast 23.000 Stück wurden bis dahin abgesetzt. Nur der ewigen Nummer eins, dem Tesla Model Y (knapp 27.000 Stück), musste sich der Skoda noch geschlagen geben.
Die Aufholjagd des Enyaq ist an unserer Grafik oben ablesbar: Sie startete bei 1.457 Stück im Januar, von März bis Juli lag der Skoda noch hinter der Nummer 3 zurück, dem VW ID.4 und ID.5. Erst im Herbst schaltete Skoda in den Sportmodus: Der Enyaq legte so stark zu, dass die Volkswagen-SUVs seit September das Nachsehen haben. Nach dem Grund für die Verkaufserfolge befragt, verweist man bei Skoda auf die hohe Flottenquote. Und tatsächlich: Laut Automobilwoche war der Enyaq im Oktober sogar die Nummer drei im Flottenmarkt – nach den Verbrenner-Modellen Skoda Octavia und VW Passat.
Skoda Enyaq: Im November deutscher Elektro-Bestseller
Tesla Model Y: Im November nur auf Platz 5 in Deutschland
Bei den Elektroauto-Verkäufe lag der Enyaq im Monat November sogar auf Platz eins. Die KBA-Statistik verzeichnete 3.066 Stück. Damit lag der Skoda vor dem VW ID.7 (2.613 Stück), dem VW ID.4/5 (2.394), dem Cupra Born (1.906) und schließlich dem Model Y, das mit 1.769 Stück nur auf den fünften Rang kam.
Das Model Y schwächelte schon im Frühjahr und konnte die Verkaufszahlen zum Jahresende nicht mehr genug steigern, um wieder aufzuholen. So trennen nur noch etwa 4.000 Stück den Tesla vom Skoda. Dennoch ist nicht zu erwarten, dass der Enyaq das Model Y dieses Jahr noch überrundet, denn schließlich ist die Firma von Elon Musk immer besonders gut bei den Verkäufen, wenn es aufs Jahresende zugeht.
Die Nummer eins der Elektroauto-Hersteller in Deutschland ist Tesla schon länger nicht mehr, bereits im Gesamtjahr 2023 musste Elon Musk die Führung an VW abgeben. Bis Oktober schob sich auch noch BMW an der US-Marke vorbei. Tesla liegt also nur noch auf Platz drei hinter den beiden deutschen Marken, und der Abstand zur nächstfolgenden Marke ist nicht groß. Auf Platz vier lauert Mercedes mit seinen zahlreichen Elektromodellen und setzt schon zum Überholen an:
| Marke | Verkäufe 1-11/2024 | Verkäufe 1-10/2024 |
| 1. VW | 56.076 | 49.234 (1.) |
| 2. BMW | 37.763 | 33.167 (2.) |
| 3. Tesla | 33.669 | 31.461 (3.) |
| 4. Mercedes | 31.331 | 15.494 (4.) |
| 5. Skoda | 23.026 | 19.914 (5.) |
Enyaq Facelift als Erlkönig (Bild: Automedia)
Skoda Elroq (2025)
Unter dem Strich
Mit Tesla geht es bergab. Das Model Y wird zwar dieses Jahr noch der Elektro-Bestseller in Deutschland bleiben. Aber das Auto hat attraktive Konkurrenz bekommen. Das Model Y mit maximaler Reichweite (600 km) kostet rund 49.000 Euro. Der vergleichbare Skoda Enyaq 85 mit 578 km Reichweite ist praktisch genauso teuer (48.900 Euro), und der gleich motorisierte VW ID.4 Pro ist dank VW-Rabatt schon ab etwa 45.000 Euro zu haben. 2025 könnte das Model Y erstmals auf Platz zwei landen, vielleicht sogar hinter dem Skoda Elroq, denn der dürfte bald für frischen Wind sorgen.
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