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Renault 4 E-Tech Electric im Vergleich mit der Konkurrenz

Wie schlägt sich der Kleine gegen Fiat Grande Panda, Citroen e-C3 und Hyundai Inster?

Collage: R4 E-Tech Electric mit 3 Rivalen
Bild von: InsideEVs

Vor wenigen Tagen wurden die Preise für den Renault 4 E-Tech Electric genannt: Das nur 4,14 Meter lange Elektro-SUV gibt es ab 29.400 Euro. Dafür gibt es einen 90 kW starken Fronttriebler mit rund 300 km Reichweite, der wohl vor allem als Kurzstreckenauto und Zweitwagen dienen wird. Ist das günstig? Und welche Alternativen gibt es? Wir vergleichen mit Rivalen von Citroen, Fiat und Hyundai.

Mit fast 30.000 Euro gehört der neue Renault 4 E-Tech Electric nicht mehr zu den günstigsten Elektroautos. Was hat das Auto, was günstigere Modelle wie Citroen e-C3 (ab 23.300 Euro), Hyundai Inster (ab 23.900 Euro) oder Fiat Grande Panda (ab 24.990 Euro) nicht haben?


Maße/Kofferraum | Cockpit | Antrieb/ReichweitePreise/Ausstattung


Maße und Kofferraum

Sehen wir uns zunächst die Maße an, wobei wir den Kofferraum besonders wichtig finden – bei kleinen Stadtautos ist der oft arg klein. Hier brilliert der elektrische Renault 4 im Vergleich zu den genannten Konkurrenten: 420 bis 1.405 Liter sind viel, keiner der drei Rivalen hat so viel. Allerdings ist der R4 auch das längste Modell im Vergleich:

  R4 Electric Citroen e-C3 Fiat Grande Panda Hyundai Inster
Länge 4,14 m 4,02 m 4,00 m 3,83 m
Breite 1,81 m 1,76 m 1,76 m 1,61 m
Höhe 1,57 m 1,57 m 1,58 m 1,58 m
Kofferraum
in Liter
420-1.405 210-1.200 [361-1.315] 280-1.059
Sitzplätze 5 5 5 4
Leergewicht (EU) 1.485 kg 1.419-1.560 kg 1.604 kg 1.380-1.450 kg
Zuladung 410 kg 350-491 kg 378 kg 280-350 kg

Die Bilder vom Kofferraum des Renault zeigen einen unebenen Ladeboden; einen Einlegeboden, der die Stufe egalisieren kann, scheint es nicht zu geben, dafür aber ein Fach unter dem Ladeboden, in dem man zum Beispiel das Ladekabel verstauen kann:

Renault 4 E-Tech Electric (2025)

R4 E-Tech Electric: Deutliche Stufe durch die Rücksitze

Bilder von: Renault
Renault 4 E-Tech Electric (2025)

R4 E-Tech Electric: Großes Fach unter dem Ladeboden

Der Citroen e-C3 hat das kleinste Stauvolumen bei aufrecht stehenden Rücksitzen. Das gilt, seitdem das Kofferraumvolumen von 310 auf 210 Liter herunterkorrigiert wurde – der alte Wert wurde offenbar "ausgelitert", der neue entspricht der VDA-Messmethode, bei der Würfel verwendet werden.

Fiat Grande Panda (2024)

Fiat Grande Panda: Das bislang einzige Kofferraumbild

Bild von: Fiat

Obwohl der Citroen und der Fiat Grande Panda Elektro auf der gleichen Plattform (der Smart Car Platform) basieren, gibt es erstaunliche Unterschiede bei den Werksangaben zum Kofferraum. Der Wert für den Fiat von 361 bis 1.361 Litern ist so groß, dass wir zweifeln, ob er nach VDA-Norm bestimmt wurde – daher haben wir ihn eingeklammert. Der Wert des Inster dagegen entspricht der Norm, das ist dem offiziellen Datenblatt zu entnehmen. Das Maximalvolumen mit umgeklappten Rücksitzen ist mit 1.059 Litern jedoch auch das kleinste im Vergleich.

Citroën ë-C3 (2024) im Test

(Bild von: InsideEVs) 
Citroen e-C3: Wie beim R4 kein ebener Ladeboden

Hyundai Inster (2025): Alle Sitzlehnen lassen sich umklappen

Inster: Flacher Ladeboden, optional alle Sitze umklappbar

Der Hyundai Inster ist mit 3,83 Meter Länge und nur 1,61 m Breite aber auch deutlich kleiner als die übrigen Modelle. Er ist auch nur ein Viersitzer, während alle anderen fünf Plätze bieten. Der Inster hat jedoch unzweifelhaft den am besten nutzbaren Kofferraum; hier ergibt sich nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen ein perfekt ebener Ladeboden. Optional kann man sogar die Vordersitze umklappen und das Auto für eine Not-Übernachtung verwenden. Weiterer Vorteil: Die Fondsitze lassen sich um 15 cm längs verschieben, sodass man das Verhältnis zwischen Kofferraumvolumen und Platzangebot im Fond variieren kann.

Cockpit

Im Cockpit bietet der Renault 4 serienmäßig ein 7-Zoll-Instrumentendisplay und einen 10-Zoll-Touchscreen; erst ab der Techno-Ausstattung messen auch die Instrumente 10 Zoll. Beim Panda haben dagegen beide Displays stets einen Diagonale von 10 Zoll. Die Gestaltung ist bei beiden Modellen recht schick, wie wir finden:

Renault 4 E-Tech Electric (2025): Das Interieur

R4 E-Tech Electric: Nur optional zwei gleichgroße Displays

Bild von: Renault
Fiat Grande Panda (2024)

Fiat Grande Panda: Zwei 10-Zöller sind Serie

Bild von: Fiat

Der Citroen ist deutlich spartanischer mit Displays ausgestattet. Hier ist nur eine kleine Tachozeile serienmäßig; statt eines Touchscreens gibt es bei der Basisversion lediglich eine Handy-Halterung. Ein 10-Zoll-Touchscreen ist erst ab der Version Plus an Bord. Beim Inster schließlich sind wieder zwei 10-Zöller serienmäßig.

Citroën ë-C3 (2024) im Test

Bild von: InsideEVs
Citroen e-C3: Serie ist nur die kleine Tachozeile, der Touchscreen ist optional

Hyundai Inster (2025)

Hyundai Inster: Zwei 10-Zoll-Monitore sind Serie

Am liebevollsten sind wohl die Cockpits des Renault und des Fiat gestaltet. Beim Inster wirkt das Armaturenbrett mit den Monitoren auf zwei verschiedenen Höhen doch ziemlich zusammengeschustert, während man dem Citroen das strenge Kostenregime anmerkt. Aber natürlich kann man auch mit einer kleinen Tachozeile und einer Handy-Halterung auskommen – für uns ist diese Lösung immer noch praktischer als die beim viel teureren Volvo EX30, der keinerlei Instrumentendisplay hat.

Antrieb, Reichweite und Aufladen

Sehen wir uns nun die Antriebe an. Alle vier Modelle haben Frontantrieb. Das ist bei kleinen Fahrzeugen auch sinnvoll, da so mehr Platz für den Kofferraum bleibt. Unser Renault hat die größte Antriebsleistung und infolgedessen auch die besten Werte für Sprint und Höchstgeschwindigkeit. Er hat auch einen erstaunlich hohen Wert für das Drehmoment; dieses ist fast doppelt so groß wie bei den Rivalen.   

  R4 Electric Urban Range Citroen e-C3 Fiat Grande Panda Hyundai Inster Std. Range
Antrieb FWD 90 kW
225 Nm
FWD 83 kW
120 Nm
FWD 83 kW
120 Nm
FWD 71 kW
147 Nm
0-100 km/h / Spitze 9,2 Sek. /
150 km/h
11,0 Sek. /
132 km
11,0 Sek. /
132 km
11,7 Sek. /
140 km/h
WLTP-Verbrauch 14,2 kWh 16,4 kWh 16,8 kWh 14,3 kWh
Akku netto 40 kWh
(NMC)
44 kWh
(LFP)
44 kWh
(LFP)
ca. 39 kWh
(NMC)
WLTP-Reichweite 308 km 314-322 km 320 km 327 km

Die WLTP-Verbräuche sind bei den beiden Smart-Car-Platform-Autos deutlich höher als bei den Konkurrenten. Das machen sie mit etwas größeren Batterien wieder wett, so dass die Reichweiten aller vier Modelle etwa gleich sind – wobei die höheren Stromkosten aufgrund des Verbrauchs ein Nachteil bleiben. Die Reichweiten sind bei allen vier Rivalen auf dem gleichen Niveau.

Der Citroen und der Fiat besitzen eine kostengünstige LFP-Batterie, die anderen beiden haben einen NMC-Akku. LFP-Akkus sind eigentlich bekannt für langsameres DC-Laden, doch in der Ladegeschwindigkeit (berechnet aus Nettokapazität und Ladedauer) schlägt sich das hier nicht nieder: Alle vier Autos laden mit etwa 0,9 bis 1,0 kWh pro Minute. Das sind beileibe keine guten Werte, aber für Stadtautos typisch.  

  R4 Electric Urban Range Citroen e-C3 Fiat Grande Panda Hyundai Inster Std. Range
Akku netto 40 kWh (NMC) 44 kWh (LFP) 44 kWh (LFP) ca. 39 kWh (NMC)
Reichweite 308 km 314-322 km 320 km 327 km
AC-Laden 11 kW einphasig,
optional 11 kW 
11 kW,
optional 7 kW
11 kW
AC-Ladedauer 2h37
(0-100%?)
mit 11 kW 2h50
(20-80%)
mit 11 kW 2h50
(20-80%)
ca. 4h
(10-100%)
DC-Laden bis 80 kW bis 100 kW bis 100 kW bis  73 kW
DC-Ladedauer 30 min
(15-80%)
ca. 26 min
(20-80%)
27 min
(20-80%)
ca. 30 min
(10-80%)
Ladegeschwind. 0,9 kWh/min 1,0 kWh/min 1,0 kWh/min ca. 0,9 kWh/min
Reichweite-Nachladen 6,7 km/min 7,2-7,4 km/min 7,1 km/min ca. 7,6 km/min

Praxisrelevanter als die Ladegeschwindigkeit ist das Reichweite-Nachladen. Wir berechnen diesen Wert aus WLTP-Reichweite und Ladedauer. Der Hyundai Inster liegt am besten: Man kann in einer Minute Ladezeit Strom für fast 8 km nachladen, was sich durch den niedrigen Stromverbrauch erklären lässt. Doch die Unterschiede sind ähnlich gering wie bei der Ladegeschwindigkeit. 

Als Stadtautos werden die vier Fahrzeuge wohl hauptsächlich mit Wechselstrom geladen. Mit dreiphasigem Wechselstrom und 11 kW sind alle Akkus in wenigen Stunden wieder voll. Der Citroen verfügt allerdings serienmäßig nur über einen einphasigen Lader, womit sich die Ladezeit gegenüber einem dreiphasigen Lader etwa verdreifacht. Der kleine Akku dürfte sich dennoch über Nacht komplett aufladen lassen. Ein 11-kW-Lader wird zudem für 400 Euro Aufpreis angeboten.

Beim Grande Panda dagegen ist der 11-kW-Bordlader serienmäßig, gegen 200 Euro Aufpreis bekommt man ein Spiralkabel, das sich aus einem zusätzlichen Ladeslot an der Front herausziehen lässt. Darüber lässt sich das Auto aber laut Fiat nur mit 7 kW Wechselstrom laden. Wenn das ein einphasiger Lader ist (wie wir vermuten), kann in Deutschland wegen der Schieflastverordnung sogar nur mit maximal 4,6 kW geladen werden.

Preise und Ausstattung

Der Renault 4 E-Tech Electric ist bei weitem das teuerste Modell in unserem Vergleich; er kostet über 5.000 Euro mehr als der Fiat, während der Citroen und der Hyundai am günstigsten sind. Allerdings muss man den Preis natürlich ins Verhältnis setzen zur Ausstattung.

  R4 Electric Urban Range Evolution Citroen e-C3 You Fiat Grande Panda Hyundai Inster Std. Range
Basispreis 29.400 Euro 23.300 Euro 24.990 Euro 23.900 Euro

Die Serienausstattung des Renault 4 umfasst 18-Zoll-Stahlräder, LED-Scheinwerfer, Fernlichtassistent, Licht- und Regensensor, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Parkpiepser hinten, Rückfahrkamera, Tempomat, Klimaautomatik und eine Wärmepumpe.

Der Citroen e-C3 bietet deutlich weniger Serienausstattung. Lichtsensor, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Parkpiepser hinten, Tempomat und Spurhalteassistent sind Serie. Aber es werden kleinere Stahlfelgen (16 Zoll) montiert, und es gibt elektrische Fensterheber nur vorne, nur eine manuelle Klimaanlage, nur eine manuelle Parkbremse, eine nur ungeteilt umklappbare Rücksitzbank und nur konventionelle Halogenscheinwerfer. LED-Scheinwerfer werden erst ab der zweiten Ausstattung eingebaut, genauso wie die elektrische Parkbremse, die Spiegelheizung oder die geteilte Rückbank, die Rückfahrkamera sogar erst ab der Topausstattung.

Die Serienausstattung des Fiat Grande Panda in der Basisversion Red ist besser als beim Citroen e-C3. Sie umfasst ebenfalls nur 16-Zoll-Stahlfelgen, nur eine manuelle Klimaanlage und Parkpiepser nur hinten. Doch Fiat spendiert LED-Licht und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber auch hinten und die Rückbank ist geteilt umklappbar. Zudem ist wie erwähnt die Monitorausstattung deutlich besser.

Der Hyundai Inster schließlich ist besser ausgestattet als die beiden Smart Cars. Er bietet in der Grundversion Select zwar nur 15-Zoll-Stahlfelgen und Halogenlicht. Serie sind jedoch ein Fernlichtassistent, Parkpiepser hinten, elektrisch einstell-, beheiz- und sogar anklappbare Außenspiegel, eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber rundum, ein Navigationssystem, eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne, eine Rückfahrkamera, und Abstandstempomat sowie Spurhalteassistent.

Batterie-Vorkonditionierung und Wärmepumpe kosten allerdings 1.000 Euro Aufpreis, eine Sitzheizung ist erst ab der nächsthöheren Version Trend verfügbar, die auch die verschiebbare Rückbank, Parkpiepser vorne, eine Lenkradheizung und einen Regensensor beinhaltet. LED-Licht ist erst ab der Version Cross an Bord.

Ein Aspekt beim Kauf sind vielleicht auch die Außenfarben. Beim Inster gibt es nur gedeckte Farben, beim Citroen, beim Fiat und beim Renault sind dagegen daneben auch farbenfrohe Lackierungen in Rot, Hellblau, Gelb etc. verfügbar.  

Unter dem Strich

Wie schlägt sich nun der Renault 4 E-Tech Electric im Konkurrenzvergleich? Mit fast 30.000 Euro ist er kein Billigheimer, aber er bietet auch einiges mehr als die drei günstigeren Modelle Citroen e-C3, Fiat Grande Panda Elektro und Hyundai Inster. So hat er den größten Kofferraum, die besten Fahrleistungen, einen niedrigen Stromverbrauch, ein liebevoll gemachtes Cockpit und viel Serienausstattung. Zu den wenigen Minuspunkten gehört für uns der unebene Ladeboden. Und die Optik des Fiat gefällt uns besser. Mehr zur Bedienung und zum Fahrverhalten können wir sagen, wenn wir das Modell im Mai selbst testen. 

(Aktualisiert am 4. Mai: Die Reichweite der Basisversion wurde von Renault von 322 auf 309 km herunterkorrigiert.)