Nio und CATL einigen sich bei Batterie-Wechselsystemen
Nios Firefly-Fahrzeuge werden Choco-SEB-System von CATL nutzen, CATL unterstützt Nio finanziell
Nio und CATL haben sich auf eine Kooperation in Sachen Batteriewechselsysteme geeinigt. Die beiden chinesischen Firmen unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung im südostchinesischen Ningde, wo CATL seinen Hauptsitz hat.
So sollen die Fahrzeuge von Nios Marke Firefly das Batteriewechselsystem von CATL unterstützen. Sie erhalten offenbar das "Choco-SEB-System" von CATL, das sich offenbar aus dem 2022 vorgestellten Evogo-System entwickelt hat. CATL wiederum investiert 2,5 Milliarden Yuan in Nio Power, die Batteriewechsel-Sparte von Nio und unterstützt so den Aufbau der Power Swap Stations von Nio. Es sollen also zwei Netzwerke entstehen bzw. weiter ausgebaut werden, das von Nio und das von CATL, die parallel betrieben werden.
Batterietausch-System von CATL: Die Batterie ist wie eine Schokolade aus einzelnen Rippchen aufgebaut
Die Firefly-Fahrzeuge sind nicht mit dem aktuellen Batteriewechselsystem von Nio kompatibel; es hätte also ein weiteres Netz von Wechselstationen aufgebaut werden müssen. Stattdessen erhalten sie nun das Choco-SEB-System von CATL. Ähnlich wie eine Tafel Schokolade aus einzelnen Rippchen besteht, besteht die Batterie bei diesem System aus verschiedenen Blöcken, den so genannten Choco-SEBs (Swapping Electric Blocs).
Ähnlich wie es bei Verbrennern eine Versorgung mit Benzin (in China 92# genannt) und Super (95#) gibt, sollte es bei den Batterien die Sorten 20# und 25# geben. Dabei ist 20# für Kleinwagen bis 500 km CLTC-Reichweite gedacht, 25# für etwas größere Elektroautos wie den BYD Dolphin, oder den BYD Seal und Reichweiten bis zu 600 km. Dabei soll sowohl NMC- als auch LFP-Batterien unterstützt werden.
Das System soll zunächst von Modellen der Marken GAC, BAIC, Wuling und FAW übernommen werden, hieß es im Dezember 2024. Im Jahr 2025 sollen 1.000 passende Batteriewechselstationen errichtet werden, Ziel sind 30.000 Stationen in China. CATL erwartet, dass der Batteriewechsel im Jahr 2030 ein Drittel des Marktes abdecken wird.
Der Firefly (englisch für Glühwürmchen) ist mit 4,00 Meter nicht länger als ein Mini Cooper
Generell wollen Nio und CATL die Entwicklung und Einführung chinesischer Standards für den Batteriewechsel vorantreiben und die Batteriekompatibilität verbessern. Das soll bis hin zur Wiederverwendung und dem Recycling der Batterien reichen. So sollen Kosten gesenkt und die gesamte Wertschöpfungskette effizienter gestaltet werden.
"Mit der Unterstützung von CATL wird das Nio-Wechselnetzwerk in weitere Regionen expandieren und bessere Services bieten", sagte Nio-Chef William Li. Ziel sei es, aufladefähige, austauschbare und aufrüstbare Batterien für mehr Nutzer zugänglich zu machen.
CATL-Chef Robin Zeng erklärte: "Durch die Nutzung unseres Choco-Swaps und des parallelen Betriebs der Netzwerke von CATL und Nio können wir ein intelligentes Stromnetz aufbauen, das eine Vielzahl von Anforderungen auf mehreren Ebenen und in mehreren Dimensionen erfüllt. Dadurch kann jede Batterie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg einen höheren Wert liefern und wir können Nutzern weltweit sicherere, effizientere und nachhaltigere Lösungen für die Elektromobilität bieten."
Nio ist mit fast 3.200 Power Swap Stations die Automarke mit den meisten Batteriewechsel-Stationen in China. Das Netz soll weiter wachsen. Es bestehen auch schon Kooperationen mit Autoherstellern wie Chang'an, Geely, Chery, JAC, GAC, FAW und Lotus. Die Vorbestellung der Firefly-Fahrzeuge hat in China bereits begonnen; auch ein Export nach Europa ist geplant. Außerdem besitzt Nio noch die Marke Onvo, deren Fahrzeuge aber mit den Power Swap Stations kompatibel sind. Insgesamt hat Nio von der Gründung im Jahr 2014 bis Ende Februar knapp 700.000 Elektroautos ausgeliefert.
Unter dem Strich
Ohne Kooperation geht es beim Batteriewechsel nicht. Es ergibt einfach keinen Sinn, wenn jede Marke ihr eigenes Batterietausch-Netz aufbaut. Doch die Einigung auf einen Standard ist schwieriger als bei den Ladeanschlüssen. Denn derzeit basieren noch viele Fahrzeuge auf Verbrenner-Plattformen, sodass die Akkus unregelmäßig geformt sind. Dazu kommt die unterschiedliche Größe der Akkus und nicht zuletzt die unterschiedlichen Chemien mit verschiedenen Energiedichten und sonstigen Eigenschaften.
Mit der Zusammenarbeit zwischen dem größten Batteriehersteller der Welt und dem größten Anbieter von Tauschstationen ist nun ein erster Schritt gemacht. Vielleicht setzt sich ja der Choco-SEB-Standard von CATL für kleinere Fahrzeuge und Nios System für die größeren Autos durch?
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