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Mit dem BMW iX3 ist der iX eigentlich überholt

Neuling hat mehr Reichweite, lädt und sprintet schneller, hat sogar mehr Kofferraum. Nur die Anhängelast hinkt etwas hinterher.

BMW iX3 mit 800 Volt vs. BMW iX mit 400 Volt
Bild von: InsideEVs

Der BMW iX3 mit 800-Volt-Technik ist seit Mitte September bestellbar. Ist das 400-Volt-Auto BMW iX damit überholt, veraltet, erledigt, vor dem Aus? Das haben wir uns gefragt und die beiden Modelle verglichen.

Der BMW iX3 ist bislang nur in der Version 50 xDrive mit 345-kW-Allradantrieb bestellbar. Er kostet 68.900 Euro. Schon der günstigste BMW iX kostet 83.500 Euro, also fast 15.000 Euro mehr. Er hat mit 300 kW einen vergleichbaren Antrieb. Aber kann das kürzlich nachgebesserte Modell noch mithalten? Hier die wichtigsten Daten:

  BMW iX3 50 xDrive BMW iX xDrive45
Antrieb AWD 345 kW, 645 Nm AWD 300 kW, 700 Nm
0-100 km/h / Vmax 4,9 Sek. / 210 km/h 5,1 Sek. / 200 km/h
WLTP-Verbrauch 15,1-17,9 kWh 21,8 kWh
Akku netto 108,7 kWh 94,8 kWh
WLTP-Reichweite 679-805 km 491-602 km
DC-Ladedauer (10-80 %) 21 min 34 min
DC-Ladegeschwindigkeit 3,6 kWh/min 2,0 kWh/min
Reichweite-Nachladen bis zu 26,8 km/min bis zu 12,4 km/min
Preis 68.900 Euro 83.500 Euro
Länge / Höhe 4,78 m / 1,64 m 4,97 m / 1,70 m
Kofferraum 520-1.750 Liter
plus 58 Liter Frunk
500-1.750 Liter

In unserer Vergleichstabelle haben wir bessere Werte gefettet. Daran ist schnell ablesbar, dass der iX3 in fast allen Belangen besser ist als der iX. Natürlich lädt er durch das 800-Volt-System schneller. Aus den Herstellerangaben zur Nettokapazität und Ladedauer ergibt sich eine Ladegeschwindigkeit von 108,7 kWh*0,7/21 min = 3,6 kWh/min. Damit saugt der Neuling den Strom locker anderthalbmal schneller in die Batterie als der iX.

BMW iX3 (2026): Das Exterieur

BMW iX3 mit schlanker Doppelniere

Bilder von: BMW
BMW iX xDrive60 (2025) im Test

iX: Auch nach dem Facelift mit großem Grill

Fotos Von: BMW

Aber dank größerer Batterie und niedrigerem Verbrauch ist auch die Reichweite des iX3 deutlich höher – der Unterschied beträgt rund 200 km, wahrlich kein Pappenstiel. Das wiederum bedingt einen besseren Wert beim Reichweite-Nachladen. Aus der Maximalreichweite und der Ladedauer ergeben sich 805 km * 0,7/21 min = 26,8 km/min. Pro Minute Ladezeit lädt man hier also Strom für knapp 27 km nach. Beim iX sind es nur 12,4 km/min, also nicht einmal die Hälfte.

BMW iX3 (2026): Das Exterieur

Das Heck des iX3 wirkt fast futuristisch

Bilder von: BMW
BMW iX xDrive60 (2025) im Test

Auch das iX-Heck sieht seltsam aus, oder?

Fotos Von: BMW

Zudem sprintet der iX3 eine Kleinigkeit schneller. Allerdings ist das Drehmoment geringer. Die maximale Anhängelast wird auf der normalen BMW-Website nicht genannt, doch nach der PDF-Preisliste von der BMW-Presseseite liegt sie bei 2,0 Tonnen, während der iX xDrive45 bis zu 2,5 Tonnen schleppen kann. Das mag auch daran liegen, dass der iX3 mit 2.360 Kilo leichter ist als der 2.525 Kilo schwere iX. Denn in der Regel können schwerere Zugfahrzeuge auch schwerere Lasten ziehen.  

BMW iX3 (2026): Der Kofferraum

Der Kofferraum des iX3

Bilder von: BMW
BMW iX M70 xDrive (2025) im Test

Der Stauraum des BMW iX

Fotos Von: BMW

Sogar beim Kofferraum erreicht der iX3 das Niveau des iX: Obwohl fast 20 cm kürzer und auch deutlich niedriger, bietet der iX3 minimal mehr Stauraum in fünfsitziger Konfiguration – und gleichviel bei umgeklappten Rücksitzen und dachhoher Beladung. Außerdem hat der iX3 einen Frunk, der iX aber nicht.

BMW iX3 (2026): Das Interieur

Der iX3 mit seinem gewöhnungsbedürftigen Touchscreen

Bilder von: BMW
BMW iX xDrive45 (2025)

Das Cockpit des BMW iX

Fotos Von: BMW

Unter dem Strich

Unsere Eingangsfrage, ob der BMW iX mit dem neuen iX3 überholt ist, müssen wir mit Ja beantworten. Die einzigen Werte, wo das größere und teurere Modell noch überlegen ist, sind die Anhängelast und das Drehmoment. In allen anderen Disziplinen, von Sprintwert bis zum Kofferraum, ist der Neuling überlegen.

Warum noch den BMW iX kaufen? Nun, vielleicht suchen manche das höhere Prestige eines größeren Fahrzeugs oder die möglicherweise größere Knie- und Kopffreiheit im Fond. Und die neue Außenoptik gefällt vermutlich nicht allen. Wir finden sie vorne ganz okay, während die Rückansicht noch etwas Stirnrunzeln auslöst. Aber vor allem gefällt uns der Innenraum wegen des windschiefen Touchscreens nicht sehr. Aus rein technischer Sicht jedoch führt am iX3 kein Weg vorbei, zumal er auch noch fast 15.000 Euro günstiger ist.