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AESC eröffnet Batteriezellen-Gigafactory in Sunderland

Fast 16 GWh Zellen können dort jährlich produziert werden – für den Nissan Leaf, und wohl auch den kommenden Elektro-Juke.

AESC-Zellwerk in Sunderland
Bild von: AESC

Der Batteriespezialist AESC hat seine neue Gigafactory in Sunderland eröffnet. Das Werk soll Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos mit einer Jahreskapazität von 15,8 GWh produzieren. Das müsste für rund 250.000 Autos jährlich reichen.

Ein Hauptabnehmer für die Zellen ist der Nissan Leaf, der ebenfalls seit wenigen Tagen in Sunderland gebaut wird. Dieser erhält Akkus mit wahlweise 52 oder 75 kWh netto. Für die Zahl von 250.000 Fahrzeugen haben wir den Mittelwert aus den beiden Speicherkapazitäten zugrunde gelegt. Auch der elektrische Nissan Juke soll in Sunderland gebaut werden; er soll auf der gleichen Plattform basieren (CMF-EV) und bekommt vermutlich die gleichen Akkus. Laut EV-Database haben die Zellen eine NMC-Chemie.

Nissan Leaf (2026): Das Exterieur

Der Nissan Leaf wird definitiv mit Zellen aus Sunderland bestückt.

Bild von: Nissan
Nissan Juke Electric als Rendering

Auch der noch nicht vorgestellte Nissan Juke Electric dürfte die Zellen erhalten. (Bild: Rendering)

Bild von: Motor1.com

Das Herzstück der AESC-Zellproduktion wird der größte Reinraum Großbritanniens sein. Die Bedingungen entsprechen denen eines Operationssaals, so die Firma. Die Belegschaft von AESC im Vereinigten Königreich wird durch die Fabrik im äußersten Nordosten der britischen Insel auf rund 1.000 Beschäftigte ansteigen. Das ist eine Vervierfachung seit der Gründung des Standorts im Jahr 2019. Bisher hatte das Werk laut Website 500 Beschäftigte und eine Jahreskapazität von 1,8 GWh. AESC hat seit der Gründung eine Milliarde Pfund in den Standort investiert, also 1,1 Milliarden Euro.

Das Kürzel AESC steht für Automotive Energy Supply Corporation. 2007 als Joint Venture zwischen Nissan und dem japanischen Elektronikkonzern NEC gegründet, gehört die Firma seit 2018 zu 75 Prozent der chinesischen Envision Group und zu 25 Prozent Nissan. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Yokohama und besitzt Produktionsstätten in den USA, Europa, China und Japan. Neben Traktionsbatterien für Autos stellt AESC auch Akkus für stationäre Speicher her. 

AESC-Zellwerk in Douai

Das AESC-Zellwerk im nordfranzösischen Douai ist mit 10 GWh etwas kleiner als das in Sunderland.

Bild von: AESC

Bereits im Juni hatte AESC eine Gigafactory in Europa eröffnet: das Werk im nordfranzösischen Douai.  Dieses ist mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10 GWh kleiner als die in Sunderland. Die Batterien sind für Renault bestimmt, schrieb AESC. Das Werk bietet bereits 650 Arbeitsplätze; bei voller Produktionskapazität soll diese Zahl auf 1.000 Mitarbeiter anwachsen. Zum Produktionsstart kamen sogar der französische Präsident Emmanuel Macron und AESC-Chef Lei Zhang.

Unter dem Strich

Es gibt nicht allzu viele Zellwerke in Europa. Dazu gehören zwei AESC-Standorte, in Douai und Sunderland. In Sunderland entstehen die Zellen für den Nissan Leaf und wohl auch die für den bald folgenden Nissan Juke. Im französischen Douai dagegen werden, soweit wir wissen, die Zellen für den Renault 5 gefertigt.

Was gibt s sonst noch in Europa? Aus dem Stand fallen uns ein: das Werk von Northvolt in Schweden, zwei CATL-Fabriken bei Erfurt und in Ungarn, ein Standort des Joint Ventures ACC in Billy-Berclau bei Lille, ein Werk von Verkor (ebenfalls in Nordfrankreich), das riesige LG-Werk in Polen sowie natürlich das neue VW-Zellwerk in Salzgitter. Es sind also doch schon eine ganze Menge, und wahrscheinlich ist die Liste nicht vollständig.