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Renault RGEV Medium 2.0: 800-Volt-Plattform mit 750 km Reichweite

Zukunftsplan verspricht 16 neue Elektromodelle, eine Cell-to-Body-Batterie, einen neuen 202-kW-Motor und Ladezeiten von 10 Minuten.

800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0 des Renault-Konzerns
Bild von: Renault

Von der Renaulution zu futuREady: Der neue Renault-Konzernchef François Provost legt einen neuen Strategieplan vor. Danach sollen 36 neue Modelle bis 2030 auf den Markt kommen, die Elektrifizierung wird beschleunigt. Insbesondere kündigt der Konzern eine neue 800-Volt-Plattform mit neuen Batterien und Motoren an.

22 neue Modelle sollen in Europa starten, davon 16 vollelektrisch. Die Marke Renault plant 12 Modellpremieren. In Europa soll es 2030 nur noch elektrifizierte Autos geben. Auch bei Dacia soll die Elektrifizierung vorangetrieben werden; bis 2030 soll der Anteil elektrifizierter Modelle zwei Drittel erreichen. Bis 2030 soll Dacia "konsequent auf elektrische Mobilität umgestellt haben". Statt einem soll die Marke dann vier Elektromodelle anbieten. Bei Alpine steht die neue Generation des A110 auf Basis der Alpine Performance Platform (APP) an – gemeint ist die Elektroversion.

Das Highlight der Ankündigungen ist jedoch eine neue 800-Volt-Plattform namens RGEV Medium 2.0. Diese soll "bis 2030 superschnelles Laden in nur zehn Minuten" ermöglichen. Die modulare Plattform soll Modelle vom B+‑ bis zum D‑Segment, von der Limousine über das SUV bis zum MPV (Multi Purpose Vehicle) tragen können.

Bildergalerie: Renaults 800-Volt-Plattform RGEV Medium 2.0

Die Batterie bekommt dabei eine Cell‑to‑Body‑Architektur, was zu 20 Prozent weniger Bauteilen führt. Sie kann mit Pouch‑ und prismatischen Zellen bestückt werden, insbesondere auch mit Blade-Zellen von BYD. Damit sollen bis zu 750 Kilometer WLTP-Reichweite drin sein. Eine Range-Extender-Variante soll bis zu 1.400 Kilometer schaffen – bei Emissionen von unter 25 Gramm CO2 pro Kilometer.

Renault will auf eine günstige und eine leistungsfähigere Zellchemie setzen; gemeint sind vermutlich LFP und NMC: 

  • Die Chemie mit hoher Energiedichte erhalten Modelle mit hoher Leistung und/oder großer Reichweite. Ab 2028 sollen diese Fahrzeuge schrittweise auf 800 Volt umgestellt werden. Damit sollen Schnellladezeiten von zehn Minuten möglich werden.
  • Die Low-Cost-Zellchemie erhalten Kleinwagen und Varianten mit geringer Reichweite. Fahrzeuge der Segmente A und B (also Kleinst- und Kleinwagen) sollen weiter 400 Volt nutzen; damit soll 2030 eine Ladezeit von rund 20 Minuten erreicht werden.

Die RGEV‑Medium‑2.0‑Plattform soll auch mit der preisgünstigen Chemie größere Reichweiten ermöglichen – ohne Einbußen bei der Ladezeit.

Der Konzern plant zudem die Entwicklung eines neuen Elektromotors mit 202 kW. Dabei setzt Renault weiter auf die Technik des elektrisch erregten Synchronmotors (EESM). Er soll einen Wirkungsgrad von 93 Prozent auf der Autobahn bieten und vollständig im eigenen Haus entwickelt und gefertigt werden. Das Aggregat soll sowohl in Front‑ als auch in Heckantriebsvarianten eingesetzt werden. Dazu soll eine innovative, skalierbare "7‑in‑1‑Leistungselektronik" kommen.

Eine "Software Defined Vehicle"‑Architektur (SDV) soll es ermöglichen, 90 Prozent der Fahrzeugfunktionen per Over-the-Air-Updates zu aktualisieren. Gleichzeitig soll das erste gemeinsam mit Google entwickelte carOS auf Android‑Basis entstehen. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung des SDV zum Artificial Intelligence Defined Vehicle (AIDV), so Renault. Dieses System soll Infotainment, Assistenzsysteme und Fahrwerk steuern.

Unter dem Strich

Das Highlight von Renaults "futuREady"-Zukunftsplan ist die Ankündigung einer neuen 800-Volt-Plattform. Diese soll offenbar 2028 starten. Dazu gehören eine Cell-to-Body-Batterie mit wahlweise LFP- oder NMC-Zellen für bis zu 750 km Reichweite sowie ein neuer 202-kW-Elektromotor, wobei Renault nach wie vor auf die EESM-Technik setzt, bei der keine Permanentmagnete im Rotor nötig sind.