Die Elektrifizierung der US-amerikanischen Pick-ups kommt langsam in Gang: Im Herbst 2021 startete der Rivian R1T, beim Hummer EV von GM begann die Auslieferung Ende 2021. Im Frühjahr 2022 startet der Ford F-150 Lightning, ein Jahr später der Chevrolet Silverado EV und Ram kündigt seinen 1500 BEV für 2024 an. Kurz vor dem Serienstart ist auch der Tesla Cybertruck. Im Folgenden geben wir einen Überblick. 

Bildergalerie: Rivian R1T (2021)

Als erstes Modell kam im Herbst der Rivian R1T auf den Markt; das erste Auto rollte schon Mitte September vom Band. Zu den Besonderheiten gehören neben dem modernen Design auch die vier elektrischen Radnabenmotoren. Die reichweitenstärkste Version hat einen 135-kWh-Akku und schafft damit etwa 500 km (nach EPA-Norm). Die Antriebsleistung beträgt bis zu 614 kW. Die Preise beginnen bei knapp 68.000 Dollar.

Bildergalerie: GMC Hummer EV (2021)

Der zweite Elektro-Pick-up auf dem Markt war der GMC Hummer EV. Er ist mit einem Basispreis von rund 80.000 Dollar das teuerste Modell in dieser Übersicht. Diese Variante soll allerdings erst 2024 starten. Zum Anfang gibt es eine Edition 1, die mit 108.000 Dollar noch wesentlich mehr kostet. Die reichweitenstärkste Version soll 530 Kilometer schaffen – für einen 200-kWh-Akku ist das nicht viel, doch der Hummer ist mit rund vier Tonnen Leergewicht eben auch unglaublich schwer. Dafür braucht der Wagen auch viel Leistung; die Topversion soll 1.000 hp (736 kW) haben.

Die Serienproduktion begann Ende November, die Auslieferungen starteten im Dezember 2021. Gebaut wird der Wagen in der Factory Zero, in die GM 2,2 Milliarden Dollar investiert hat. Die Fabrik liegt etwa fünf Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Detroit in Hamtranck. Dort sollen auch der Hummer EV SUV und das Elektro-Shuttle Cruise Origin gebaut werden – und der Silverado EV, doch dazu später.

Bildergalerie: Tesla Cybertruck (2023)

Kurz vor dem Marktstart steht Tesla mit seinem Cybertruck. Der futuristisch gestaltete Elektro-Pick-up soll nach Gerüchten in der reichweitenstärksten Version eine 250-kWh-Batterie bekommen und 800 Kilometer schaffen. Die Preise sollen bei 40.000 Dollar beginnen – hier orientiert sich Tesla an Ford und Chevrolet.

Gebaut wird der Cybertruck in der neuen Gigafactory in Austin/Texas. Eigentlich wollte Elon Musk mit der Produktion noch 2021 beginnen, doch bisher wurde noch nicht damit begonnen. Ohnehin wird das Hochfahren der Produktion noch den Großteil des Jahres 2022 in Anspruch nehmen, so Tesla. Demnach wird der Cybertruck wohl 2022 starten, aber wann genau, ist noch unklar. 

Bildergalerie: Ford F-150 Lightning (2022)

Im Frühjahr 2022 startet mit dem Ford F-150 Lightning ein weiterer großer Player. Erste Exemplare wurden bereits getestet. Der Wagen wird im Rouge Electric Vehicle Center in Dearborn gebaut. Damit wird der Ford weniger als 15 Kilometer entfernt von der Factory Zero von GM produziert. Die Preise beginnen bei nur 40.000 Dollar. Die Version mit der größten Reichweite hat eine 145-kWh-Batterie und soll damit 480 Kilometer schaffen.

Bildergalerie: Chevrolet Silverado EV (2023)

Ein Jahr später als der Ford kommt der Chevrolet Silverado EV auf den Markt. Die Verbrenner-Version ist in den USA die Nummer 2 bei den Verkäufen – nach der Ford F-Serie. Am 5. Januar 2022 wurde nun die Elektroversion präsentiert. Sie soll wie der Ford  ab etwa 40.000 Dollar zu haben sein. Als maximale Reichweite werden jedoch 640 Kilometer versprochen; dazu gibt es bis zu 488 kW starke Antriebe.   

Bildergalerie: Ram 1500 EV (Teaser)

Noch weiter von der Serienfertigung weg ist die Stellantis-Marke Ram. Die Elektroversion des Ram 1500 soll erst 2024 starten. Angeteasert wurde das Fahrzeug beim Stellantis EV Day im Juli 2021. Es wird auf der Plattform STLA Frame basieren, die über 200 kWh große Batterien unterstützt und so Reichweiten von 800 Kilometern ermöglicht. Neben der reinen Elektroversion wird es auch eine Variante mit Range-Extender-Motor geben, die ebenfalls 2024 auf den Markt kommen soll.

Bildergalerie: Bollinger B1 und B2 (2019)

Ein weiterer Elektro-Pick-up ist der bereits 2019 vorgestellte Bollinger B2. Der Wagen basiert auf der gleichen Plattform wie das entsprechende SUV namens B1. Die sehr kantigen Modelle besitzen serienmäßig einen E-Motor pro Achse, den Strom liefert ein Akku mit 120 oder 180 kWh. Kürzlich verschob Bollinger den Marktstart der beiden Modelle auf unbestimmte Zeit. Stattdessen will man sich zunächst reinen Nutzfahrzeug-Trucks zuwenden. Ob es sich dabei um Pick-up-Trucks handelt, ist einstweilen noch offen.

Pick-ups sind in den USA die beliebteste Fahrzeugklasse. Allein vom Bestseller, der F-Serie von Ford (mit dem F-150 als bekanntester Version), wurden nach Angaben von carsalesbase.com im Jahr 2021 rund 726.000 Stück verkauft. Der Ram Pickup und der Chevrolet Silverado landeten mit jeweils über 500.000 Stück auf den Plätzen zwei und drei.